Aktualisiert: 31.05.2021 - 16:29

Sklerotinia Faulige Pflanzenstängel? DIESE Pilzkrankheit könnte der Auslöser sein!

Von Franziska Wohlfarth

Weißstängeligkeit tritt besonders häufig bei Raps auf. Deswegen wird die Pilzinfektion auch als "Rapskrebs" bezeichnet.

Foto: Getty Images/MarcoSchmidt.net

Weißstängeligkeit tritt besonders häufig bei Raps auf. Deswegen wird die Pilzinfektion auch als "Rapskrebs" bezeichnet.

Weiße, watteartige Pilzflechten an Stängeln und Blättern sind oft Symptome eines Sklerotinia-Befalls. Im feucht-warmen Frühsommer sind die Gartenpflanzen besonders anfällig für eine Infektion. So können Sie sie schützen.

Ein weißer, flaumiger Bewuchs, braune Wucherungen, abgeknickte Stängel und welke Blätter: All das sind Anzeichen dafür, dass der bodenbürtige Pilz "Sklerotinia" sein Unwesen getrieben hat. Eine Infektion mit der sogenannten "Weißstängeligkeit" resultiert nicht selten in Ernteausfall und einem Absterben der Pflanze. Wir verraten Ihnen, wie Sie Sklerotinia-Welke und -Fäule erkennen, bekämpfen und vorbeugen.

Sklerotinia: Daran erkennen Sie den gefürchteten Pilzbefall

Das Schadbild der Infektion ist in den meisten Fällen ziemlich eindeutig: An den Stängeln entstehen weiße bis weißgraue Flecken mit dunklem Rand und ein watteartiges Pilzgewebe, welches sich nach oben zu den Blättern und nach unten in die Wurzeln ausbreitet.

Im Stängel bilden sich schwarze, samengroße Dauerorgane – die sogenannten Sklerotien. Resultierend daraus knicken die Stängel ab und die Blüten beginnen zu welken.

Sklerotinia-Welke und Fäule ist je nach Pflanze unterschiedlich erkennbar: Bei einigen niedrig wachsenden Gemüsesorten, wie Salat oder Kohl, wird ein Befall beispielsweise zunächst an den äußeren Blättern sowie am Wurzelhals sichtbar.

Welche Pflanzen sind betroffen?

Besonders anfällig für einen Pilzbefall sind:

  • Raps
  • Sonnenblumen
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen, Linsen
  • Kartoffeln
  • Kohlarten
  • Tomaten
  • Gurken
  • Erdbeeren, Äpfel und Steinfrüchte
  • Kräuter (Basilikum, Rosmarin, Petersilie, ...)
  • Zierpflanzen (Gerbera, Petunie, Schleifenblume, ...)

Feucht-kühles Klima: Die idealen Bedingungen

Die Sklerotien der gefürchteten Pilze können jahrelang unbemerkt im Boden überdauern. Kommen Sie mit einer geeigneten Wirtspflanze in Berührung, infizieren sie diese sofort.

Eine hohe Bodenfeuchtigkeit und Temperaturen von 10 – 25 °C begünstigen eine Ausbreitung. Pollen und Blütenteile der Wirtspflanze sowie benachbarte Unkräuter dienen dem Pilz als Nährstoffquelle und ermöglichen ihm eine weitere Ausbreitung auf Kreuzblütler.

Sklerotinia bekämpfen und vorbeugen

Sobald Sie einen Pilzbefall bei sich im Garten entdeckt haben, sollten Sie die betroffenen Gewächse sofort entfernen und wegwerfen. Entsorgen Sie das Pflanzenmaterial jedoch nicht auf dem Kompost, da sich Sklerotinia dort munter weiter verbreitet. Pflanzenschutzmittel auf der Basis von Coniothyrium minitans kann eine weitere Verbreitung eindämmen.

Da eine Bekämpfung jedoch nicht immer erfolgversprechend ist, sollte besser auf vorbeugende Maßnahmen gesetzt werden: Halten Sie unbedingt eine drei- bis fünf-jährige Anbaupause zwischen anfälligen Arten ein. Achten Sie außerdem auf ein gesundes Saat- und Lagergut.

Verringern Sie die Feuchtigkeit, indem sie ausreichend Pflanzabstand einhalten, auf luftig wachsende Sorten setzen und nicht überwässern. Kontrollieren Sie stets auf Unkraut und entfernen Sie dieses schnellstmöglichst – viele Beikräuter, wie Kratzdistel, Gänsefuß und Vogelmiere, dienen dem Pilz als Nebenwirt.

Quellen: seminis.de, hortipendium.de, oekolandbau.de, myhomebook.de

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