Aktualisiert: 27.05.2021 - 21:39

Mehr als nur Lakritz Süßholz: Anbau, Pflege und Anwendung der beliebten Heilpflanze

Von Franziska Wohlfarth

Bereits im Mittelalter wurde Süßholz wegen seiner heilsamen Wirkung angebaut.

Foto: imago-images.de/Panthermedia

Bereits im Mittelalter wurde Süßholz wegen seiner heilsamen Wirkung angebaut.

Süßholz kennen die meisten Menschen als Hauptbestandteil von Lakritz. Doch wussten Sie, dass die Wurzel nicht nur als Leckerei, sondern auch als Heilmittel eingesetzt werden kann? Erfahren Sie hier alles zu Anbau und Anwendung der pflegeleichten Staude.

Süßholz enthält den Bestandteil Glycyrrhizin, der fünzigmal süßer ist, als Zucker. Kein Wunder also, dass die Wurzel der Staude schon seit Jahrhunderten geraspelt und zu Süßware verarbeitet wird.

Doch nicht nur aufgrund ihres anisartigen Aromas erfreut sich das Gewächs schon seit dem Mittelalter großer Beliebtheit – seine heilende Wirkung macht es außerdem zu einem gefragten Arzneimittel, das bei Husten, Halsschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt wird. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Süßholz im heimischen Garten kultivieren können.

Süßholz: So bauen Sie die Heilpflanze im Garten an

Süßholz hat lange, weitverzweigte Pfahlwurzeln. Im späten Herbst oder frühen Winter können diese geerntet und zu Lakritz oder Tee weiterverarbeitet werden.

Doch auch ihr oberirdischer Wuchs sollte nicht unterschätzt werden: Mit seinen gefiederten Blättern und wunderschönen weiß-violetten Blüten, die man zwischen August und Oktober bewundern kann, ist das 60 bis 180 Zentimeter hohe Gewächs ein Highlight in jedem Garten.

Ausaat im Frühjahr

Wer die Pflanze aus Samen ziehen möchte, sollte ab Ende Februar bis März mit der Vorkultur im Anzuchttopf beginnen. Setzen Sie die Samen hierfür etwa 0,5 bis 1 Zentimeter tief in die Erde und halten Sie diese stets feucht. Bei Zimmertemperatur sollten die Samen innerhalb von 7 bis 30 Tagen anfangen zu keimen. Ab Mai können die Pflänzchen dann ins Freiland gesetzt werden.

Alternativ können Sie auch bereits vorgezogene Jungpflanzen kaufen. Das ist deutlich weniger zeitintensiv und erfolgversprechender.

Der optimale Standort

Für den Anbau eignet sich idealerweise ein sonniger bis halbschattiger Standort in windgeschützter Lage. Da das Gewächs lange Pfahlwurzeln ausbildet, sollte das Substrat dementsprechend tief sein. Achten Sie außerdem auf einen Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimetern in jede Richtung.

Auf einem durchlässigen, humus- und nährstoffreichen Boden fühlt sich die mehrjährige Staude am wohlsten. Am besten eignet sich ein Plätzchen in einem Bauerngarten oder Kräuterbeet.

Pflege, Düngung und Schnitt

Süßholz ist vergleichsweise pflegeleicht. Sie müssen lediglich darauf achten, dass die Erde stets feucht ist und keine Staunässe entsteht. Im Sommer können Sie das Wachstum alle zwei Wochen mit geeignetem Flüssigdünger ankurbeln. Wenn Sie das Gewächs zum Überwintern an einen warmen Ort stellen, genügt eine zweimonatige Gabe.

Im Frühjahr sollten Sie die Pflanze auf fünf bis zehn Zentimeter zurückschneiden. Kontrollieren Sie Ihr Gewächs außerdem regelmäßig auf braune, welke Blätter und entfernen Sie diese behutsam.

Erfolgreiche Ernte

Wer Süßholz ernten möchte, muss sich zunächst in Geduld üben, denn die Pflanze braucht etwa drei Jahre, um kräftige, süße Wurzeln ausbilden zu können.

Im Spätherbst des vierten Kulturjahres können Sie dann die Nebenwurzeln abschneiden, abwaschen und trocknen. Die Pfahlwurzeln werden nicht geerntet.

Anwendung als Süßungs- und Arzneimittel

Süßholz wirkt schleimlösend, weshalb ein Tee mit der heilenden Wurzel bei Husten und Heiserkeit wahre Wunder wirken kann. Übergießen Sie hierfür einen Teelöffel getrocknete, klein geschnittene Süßholzwurzel mit heißem Wasser und lassen Sie das ganze für etwa fünf Minuten ziehen.

Die aromatische Wurzel kennt man vor allem aus Lakritz – doch wussten Sie, dass Süßholz auch herzhafte Speisen verfeinern kann? In Soßen, Schmorgerichten, Dressings, Risottos und Suppen sorgt das Gewürz für eine ganz besondere Note. Verarbeiten Sie das Holz hierfür zu einem feinen Pulver oder kochen Sie die Wurzel als Ganzes mit.

Quellen: myhomebook.de, mein-schoener-garten.de, gartenjournal.net, t-online.de

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