Aktualisiert: 24.05.2021 - 18:03

Kennen Sie "Daisugi"? Mit dieser genialen Technik wird in Japan Holz gewonnen!

Von Franziska Wohlfarth

Holzgewinnung ohne Bäume zu fällen? Im Wald von Kitayama geht's – mit "Daisugi".

Foto: Getty Images/stockstudioX

Holzgewinnung ohne Bäume zu fällen? Im Wald von Kitayama geht's – mit "Daisugi".

Dank der japanischen Forst-Technik "Daisugi" kann nachhaltig Holz gewonnen werden – und das, ganz ohne Bäume zu fällen! Wir verraten Ihnen, was es damit auf sich hat.

Schätzungen zufolge wurden seit 1990 weltweit 10 Prozent der gesamten Waldfläche abgeholz. Das entspricht etwa 4,2 Millionen Quadratkilometern oder 12-mal der Fläche Deutschlands. Im Japan wird seit dem 14. Jahrhundert eine Tradition weiterverfolgt, die es ermöglicht, Holz zu gewinnen ohne einen Baum zu fällen. Wir verraten Ihnen, was es mit der Forst-Technik "Daisugi" auf sich hat.

Daisugi: Wenn Bäume auf Bäumen wachsen

Im 14. Jahrhundert waren Teehäuser in Japan sehr gefragt. Da für den Bau der anschaulichen Häusschen eine große Menge an Zederholz benötigt wurde und die Fläche nur begrenzt war, hat man die Baumzucht in die Senkrechte verlagert.

Schneiden statt Fällen

Bei der Daisugi-Technik werden, ähnlich wie beim Bonsai, die Bäume nicht gefällt, sondern nur beschnitten. Und zwar so, dass die oberen Äste gerade in die Höhe wachsen und es so aussieht, als würden aus der Zeder neue Zedern sprießen.

Nach etwa 10 bis 15 Jahren sind diese erntereif und können mit einer Sichel gefällt werden. Der Mutterbaum bleibt dabei für 100 bis 300 Jahre erhalten und sorgt stets für Holznachschub. Im Wald von Kitayama wird diese traditionelle Forst-Technik noch heute angewandt. So kann der Rodung von wertvollen Wäldern entgegengewirkt werden.

Besonderes Zedernholz

Das japanische Zedernholz ist nicht nur wegen seiner Anbautechnik etwas ganz besonderes – auch die Weiterverarbeitung ist aufwendig. Nach der Ernte wird das Holz geschält und poliert. Dadurch bekommt es seine typische makellos-seidige Oberfläche.

Das harte Holz ist durch die kerzengeraden Äste perfekt zum Hausbau geeignet. Auch bei der Anfertigung von Möbeln oder Musikinstrumenten kommt die japanische Zeder zum Einsatz. Die Balken sind langlebig, stabil und resistent gegenüber Schädlingen. Kein Wunder also, dass ein Ast des Baumes etwa 60 bis 80 Euro kostet.

Duftes Nebenprodukt: Antibakterielles Sugi-Öl

Aus dem Holz und den Nadeln des Baumes wird mithilfe von Wasserdampf-Destillation wertvolles Zedernöl gewonnen. Der frische, holzige Duft des Extraktes wirkt beruhigend, fördert die Konzentration und macht gute Laune.

Aufgrund seiner aktibakteriellen Inhaltsstoffe und seiner entzündungshemmenden Wirkung, hilft das außerdem Öl bei Erkältungen oder Blasenentzündungen. Sogar Cellulite und Lymphödeme können mit dem Wundermittel bekämpft werden. Dafür geben Sie etwa 10 Tropfen des Öls zusammen mit zwei Teelöffeln Honig ins Badewasser.

Quellen: galileo.tv, curioctopus.de, faszination-regenwald.de, myhomebook.de, utopia.de

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