Aktualisiert: 12.05.2021 - 19:34

Braune Flecken und Löcher Blattfleckenkrankheit erkennen und bekämpfen: So geht's!

Von Franziska Wohlfarth

Kommt Ihnen dieser Anblick bekannt vor? Diese braunen Flecken sind Merkmal der Blattfleckenkrankheit.

Foto: Getty Images/Brett_Hondow

Kommt Ihnen dieser Anblick bekannt vor? Diese braunen Flecken sind Merkmal der Blattfleckenkrankheit.

Gelbliche, braune Flecken auf den Pflanzenblättern sind Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt: Auslöser sind oftmals Frost, falsche Pflege oder Verbrennungen. Doch auch die Blattfleckenkrankheit kann Ursache für die mosaikartigen Verfärbungen sein.

Braune, rote oder gelbliche Flecken an den Blättern sehen nicht nur unschön aus, sondern sind dazu auch noch eine Gefahr für Gartenpflanzen. Auslöser für die Verfärbungen ist die sogenannte Blattfleckenkrankheit, die meist durch Pilze, selten jedoch auch durch Bakterien oder Viren übertragen wird. Sie schwächt die Pflanze, verlangsamt ihr Wachstum und sorgt für ein Absterben der Blätter. Wir verraten Ihnen, wie Sie einem Befall vorbeugen, ihn erkennen und bekämpfen.

Blattfleckenkrankheit: Das steckt hinter dem lästigen Befall

Die Blattfleckenkrankheit kann unterschiedliche Ursachen und Merkmale haben. In den meisten Fälle werden die unschönen Flecken durch Pilzerreger ausgelöst. Schimmelpilze (Alternaria) verbreiten sich bei trockenem und warmem Wetter mit sehr wenig Niederschlag. Die Erreger werden vom Wind übertragen und infizieren so die heimischen Gartenpflanzen. Merkmale eines Befalls sind kleine, schwarz-braune Flecken, die im Laufe der Zeit immer großflächiger werden.

Schlauchpilze der Art Ascochyta verbreiten sich im Gegensatz dazu besonders gut bei kühlem Wetter mit viel Niederschlag. Die Flecken auf den befallenen Blättern sind meist länglich und braun mit einem grauen Zentrum sowie kleineren Punkten innerhalb der Flecken.

Der Schlauchpilz Septoria stellt mit seinen 2.000 Arten die größte Bedrohung für Gartenpflanzen dar. Ein Befall zeigt sich meist durch gelbe Flecken, die im Laufe der Zeit immer größer werden und ineinander verlaufen. Typisch sind außerdem Sporenlager auf der Blattunterseite sowie kugelige Pilzsporen, die aus der Mitte der Flecken herauswachsen.

Befall durch Viren und Bakterien

Etwas seltener ist ein Befall durch bakterielle Erreger. Diese dringen durch natürliche Öffnungen oder Verletzungen am Blatt in die Pflanze ein und verursachen dort die typischen gelb-bräunlichen Flecken und vertrockneten Blattränder. Anders als bei einem Pilzbefall bilden sich keine Sporenbehälter an der Blattunterseite. Übertragen werden die Bakterien häufig durch Regen- oder Gießwasser.

Ist die Pflanze von einem Virenbefall betroffen, erkennt man das meist an mosaikartigen, gelblichen, grauen, braunen, schwarzen oder rötlichen Flecken.

Welche Pflanzen sind betroffen?

Prinzipiell kann die Blattfleckenkrankheit alle Zimmer- und Gartenpflanzen befallen. Beim Kirschlorbeer ist eine Ansteckung besonders gravierend und auffällig, da die Blattflecken häufig herausfallen. Wegen des durchlöcherten Aussehens der Blätter wird der Befall auch als "Schrotschusskrankheit" bezeichnet.

Doch auch andere Zierpflanzen sind betroffen: Chrysanthemen, Hortensien und Rhododendron, Pfingstrosen und Flammenblumen sollten Sie stets im Auge behalten und regelmäßig auf verfärbte Blattränder, Pilzrasen, schwarze Fruchtkörper und braune Flecken untersuchen.

Auch Nutzpflanzen bleiben nicht verschont. Tomaten, Porree oder Sellerie werden nicht selten Opfer der lästigen Krankheit. Folge des Befalls ist eine ungenügende Ernte.

So bekämpfen Sie die lästige Krankheit

Wenn Sie die Blattfleckenkrankheit an einer Ihrer Gartenpflanzen entdeckt haben, sollten Sie schnell handeln: Entfernen Sie die betroffenen Blätter und Triebe mit einer desinfizierten Gartenschere. Um den Erregern keine Chance zur weiteren Ausbreitung zu geben, sollten Sie diese nicht auf den Kompost werfen, sondern verbrennen oder im Hausmüll entsorgen.

Auch eine Behandlung mit Breitbandfungizid verspricht eine schnelle Bekämpfung. Hausmittel bringen keine nachweislichen Erfolge.

Vorbeugende Maßnahmen

Und einem Befall vorzubeugen, sollten Sie stets auf ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen achten. Gießen Sie immer in Bodennähe, direkt über die Wurzeln, damit das Blattwerk nicht zu feucht ist. Der Schlauchpilz Septoria verbreitet sich größtenteils über infiziertes Saatgut – achten Sie also bereits beim Kauf auf gute Qualität und gesunde Samen.

Lichtmangel, Nährstoffmangel, Sonnenbrand oder falsche Düngung können einen Pilzbefall zusätzlich begünstigen. Wenn Sie diese Dinge vermeiden, sind Sie auf der sicheren Seite: Das sind die 6 klassischen Fehler beim Gärtnern!

Nässe und Nährstoffmangel sind außerdem ideale Voraussetzungen für die Ausbreitung von grünem Schleim im Garten. Wir verraten Ihnen, wie Sie die eklige Alge schnell wieder los werden.

Neben der Blattfleckenkrankheit stellt auch die Kräuselkrankheit eine Gefahr für Ihre heimischen Gartenpflanzen dar! So bekämpfen Sie den lästigen Pilz.

Hier erfahren Sie, wie Sie gegen Blattläuse vorgehen:

Blattläuse bekämpfen: So werden Sie die Schädlinge los
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Quellen: myhomebook.de; gartenratgeber.net; mein-schoener-garten.de

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