Aktualisiert: 01.05.2021 - 18:07

Gut für Menschen und Pflanzen Luftbefeuchter für Zimmerpflanzen: Was bringt das Gerät wirklich?

Von Franziska Wohlfarth

Lohnt sich die Anschaffung eines Luftbefeuchters oder genügt auch einfaches Besprühen der Blätter?

Foto: Getty Images/skaman306

Lohnt sich die Anschaffung eines Luftbefeuchters oder genügt auch einfaches Besprühen der Blätter?

Braune Blattspitzen und matte Blätter an Zimmerpflanzen sind oftmals Anzeichen dafür, dass in Ihrer Wohnung eine zu geringe Luftfeuchtigkeit herrscht. Kann da ein Luftbefeuchter Abhilfe verschaffen?

Die meisten unserer Zimmerpflanzen sind in den tropischen Breitengraden heimisch: Bei warmem und feuchtem Klima fühlen sich Monstera, Flamingoblume und Kokospalme am Wohlsten. Gerade in der kalten Jahreszeit herrscht jedoch oftmals zu trockene Luft in unseren deutschen Haushalten – die Pflanzen verlieren dadurch viel Wasser durch Verdunstung, bilden vertrocknete Blattspitzen und sind besonders anfällig für Schädlinge. Um das ideale Raumklima für die Exoten zu schaffen, lohnt sich deshalb die Investition in einen Luftbefeuchter. Doch welches Modell ist das richtige? Und wie das mit dem Schimmel? Alles Wichtige auf einen Blick.

Luftbefeuchter: Das sind die Vorteile

Die Anschaffung eines Luftbefeuchters werden Ihnen Ihre Pflanzen danken: Das ideale Raumklima sorgt für ein schnelles Wachstum der Pflanzen und einen gesunden Blattglanz. Außerdem verringert sich bei einer ausgewogenen Luftfeuchtigkeit die Anfälligkeit für Schädlinge und Pflanzenkrankheiten.

Und auch wir Menschen profitieren von der tropischen Luft: Schleimhäute werden vor dem Austrocknen geschützt, die Erkältungshäufigkeit wird verringert, Kopfschmerzen und Hautprobleme können gelindert werden. Wir schlafen sogar besser.

Luftfeuchtigkeit messen mit dem Hygrometer

Bevor Sie viel Geld für einen Luftbefeuchter ausgeben, sollten Sie zunächst überprüfen, ob die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung überhaupt zu niedrig ist. Für eine zuverlässige Messung lohnt sich die Anschaffung eines Hygrometers. Das kostengünstige Gerät misst die Zimmertemperatur und kann daraus den Wasserdampfgehalt in der Raumluft bestimmen. Jede Pflanze hat unterschiedliche Ansprüche, doch grundsätzlich wird eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent empfohlen.

Viele Pflanzenliebhaber:innen besprühen die Blätter ihrer Gewächse, um die Luftfeuchtigkeit gezielt zu erhöhen. Leider mögen nicht alle Arten nasse Blätter und insbesondere junge Stecklinge vertragen den direkten Wasserkontakt nicht so gut. Außerdem wird durch dadurch ein Pilzbefall begünstigt.

Wie ist das mit dem Schimmel?

Ein häufiger Einwand, wenn es um das Thema Luftbefeuchter geht, ist die Frage nach dem Schimmel. Und die Sorge ist berechtigt, denn hohe Luftfeuchtigkeit kann zu einem Pilzbefall an Möbeln, Wänden oder Fensterrahmen führen. Um dem vorzubeugen, sollten Sie Ihr Hygrometer stets im Auge behalten. Bei einer Luftfeuchtigkeit von maximal 60 Prozent ist die Gefahr durch Schimmel nicht allzu groß.

Wichtig ist außerdem regelmäßiges Lüften. Ideal ist es, wenn Sie mindestens zweimal täglich für etwa 20 Minuten Stoßlüften. Die Luftfeuchtigkeit fällt dadurch zwar rapide ab, doch der Befeuchter kann sie danach schnell wieder erhöhen.

Dauerhafte Luftzufuhr durch ein gekipptes Fenster ist dagegen nicht optimal, da dadurch die Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum verringert wird.

Die unterschiedlichen Arten von Luftbefeuchtern

Bei Luftbefeuchtern wird zwischen "Verdampfern", "Verdunstern" und "Verneblern" unterschieden. Bei Ersterem wird das Wasser mit Hitze verdampft und in den Raum ausgestoßen. Das Wasser ist dabei bakterienfrei und bei der Abgabe gelangen keine Erreger in die Luft.

Bei Verdunstern wird die Feuchte mit kaltem Wasser erzeugt, weshalb das Gerät mindestens alle zwei Wochen gereinigt werden muss. Ätherisches Öl, wie Teebaumöl wirkt antibakteriell und kann zusätzlich in den Befeuchter gegeben werden. Bei diesem Gerät wird die Raumluft angesogen, durch einen Luftbefeuchter-Filter geleitet und dann wieder ausgeströmt.

Vernebler zerteilen das Wasser mithilfe einer Ultraschall-Membran in kleinste Tröpfen. Ein Ventilator gibt diese dann als Nebel an die Raumluft ab. Achten Sie bei diesem Gerät darauf, destilliertes Wasser zu verwenden. Kalkhaltiges Wasser kann zu Ablagerungen und einer verkürzten Lebenszeit führen.

Der richtige Standort

Stellen Sie den Luftbefeuchter etwa mittig im Raum auf und achten Sie auf ausreichend Abstand zu den Wänden. Halten Sie Holzmöbel von dem Gerät fern, um Schimmelbefall zu vermeiden. Außerdem empfiehlt es sich, den Luftbefeuchter etwas erhöht zu platzieren, also nicht direkt auf den Boden zu stellen.

Pflanzen, die es feucht mögen, können Sie auch einfach ins Badezimmer stellen. Wir verraten Ihnen, welche Pflanzenarten in Ihrem Bad gedeihen!

Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann der Grund dafür sein, dass Ihre Monstera keine Schlitze hat! Oder liegt es vielleicht daran, dass Ihre Pflanze zu jung ist?

Wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist, dann versuchen Sie sich doch einmal an diesen pflegeleichten Zimmerpflanzen:

Schimmel kann nicht nur in der Wohnung zu einem Problem werden: Auch im Blumentopf findet man ab und an den unbeliebten weißen Flaum.

Schimmelbefall bei Zimmerpflanzen: Was tun?
Schimmelbefall bei Zimmerpflanzen: Was tun?

Noch mehr Haushaltstipps sowie alles rund um Garten und Balkon finden Sie auf unseren ausführlichen Themenseiten.

Quellen: hamburgplanten.de, greenheartedgirl.com, raumklimakontrolle.de

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe