Aktualisiert: 14.04.2021 - 21:18

Allelopathie Mischkulturen: Diese Pflanzen schützen sich gegenseitig vor Schädlingen

Von Franziska Wohlfarth

Die Bepflanzung im Gemüsebeet sollte gut durchdacht sein: Manche Pflanzen vertragen sich besser mit ihren Nachbarn als andere.

Foto: Getty Images/Chris Price

Die Bepflanzung im Gemüsebeet sollte gut durchdacht sein: Manche Pflanzen vertragen sich besser mit ihren Nachbarn als andere.

Um Schädlinge und Krankheiten zu vermeiden, müssen Sie nicht direkt zu chemischen Mittelchen greifen: Sind die Pflanzen geschickt gesetzt, schützen Sie sich gegenseitig und halten Störenfriede auf ökologischem Wege in Schach.

Durch gezielte Mischkulturen können Sie das Risiko und Ausmaß von Schädlingen und Krankheiten im Garten eindämmen. Viele Pflanzen bilden nämlich Wirkstoffe aus, welche Läuse, Schnecken und Co abschrecken und zudem Nützlinge anlocken. Wir verraten Ihnen, wie Sie Pflanzen geschickt miteinander kombinieren.

Mischkulturen: Diese Pflanzen sollten Sie nebeneinander setzen

Manche Pflanzen schützen sich gegenseitig. Das machen sie, indem sie ätherische Öle oder antibiotische Substanzen über Wurzeln und Blätter absondern, welche Schädlinge abschrecken. Die Mischkultur wird gleich doppelt belohnt: Nützlinge werden von den Absonderungen angelockt und versorgen die Pflanzen zusätzlich mit Nährstoffen. Dieses von der Natur geschickt eingefädelte Phänomen bezeichnet man als "Allelopathie".

Damit man sich diese Schutzmechanismen zu Nutzen machen kann, sollte man jedoch genau wissen, welche Pflanzen sich wie kombinieren lassen. Im Folgenden finden Sie eine kompakte Übersicht mit allen potentiellen Schädlingen und ihren natürlichen Gegenspielern.

1. Blattläuse

Blattläuse gehören zu den Klassikern unter den Schädlingen im Garten. Gartenkresse und Tagetes sowie Petersilie, Zwiebeln und Minze eignen sich hervorragend als Nachbarn im Gemüsegarten, da Läuse den von ihnen ausgehenden Geruch ganz und gar nicht mögen. Auch diese Mischkulturen haben sich bei der Abschreckung der Schädlinge bewährt:

  • Bohnen, Bohnenkraut, Hafer
  • Kohlsorten, Kerbel
  • Obststräucher- und Bäume, Kapuzinerkresse und Brennnesseln
  • Salat, Kerbel
  • Rosen, Salbei, Lavendel
  • Brokkoli, Kapuzinerkresse

2. Möhrenfliege

Dass die Möhrenfliegen am Werk waren, erkennt man daran, dass die Karotten kleine Löcher haben, durch welche sich die Larven gefressen haben. Im schlimmsten Fall können die Schädlinge zum Totalausfall der Ernte führen. Um das zu verhindern, sollten Sie Majoran, gelbe Rüben sowie Zwiebeln und Lauch zwischen die Karottenpflanzen setzen.

3. Nematoden

Nematoden dringen in die Wurzeln von Gemüsepflanzen ein und schädigen dort dem Pflanzenstoffwechsel. Ölrettich und Senf verhindert ihre Vermehrung und auch Tagetes können zu einer starken Reduktion des Befalls beitragen. Hobbygärtner:innen schwören außerdem auf diese Kombinationen:

  • Erdbeeren, Tagetes, Senf, Ringelblumen
  • Kartoffeln, Ringelblumen
  • Kohl, Ringelblumen
  • Tomaten, Ringelblumen

4. Kohlweißling

Hier ist der Name Programm: Der Kohlweißling hat es vor allem auf die Blätter von Kohlpflanzen abgesehen. Um die Raupe fernzuhalten, empfiehlt sich eine Umpflanzung des Gemüsebeets mit Beifuß, Salbei, Thymian, Eberraute, Pfefferminze und Schnittsellerie. Die intensiven Duftstoffe schrecken die Schmetterlingslarven ab und verhindern eine weitere Ausbreitung.

5. Erdflöhe

Auch dieser Schädling frisst sich am liebsten durch das Gemüse und die Blätter verschiedener Kohlsorten. Eine Randbepflanzung mit Wermut verjagt die hartnäckigen Schädlinge. Zum Schutz von Salat sollte mit Radieschen und Rettich vorgegangen werden.

6. Ameisen

Die schwarzen Krabbelviecher treten gerade zur warmen Jahreszeit in Garten auf, immer auf der Suche nach Schleckereien. Wenn Sie die Tiere in Ihrem Gemüsebeet entdecken, sollten Sie das Ameisengift besser im Schrank stehen lassen, da es stark gesundheits- und umweltschädliche Stoffe enthält. Stattdessen hilft es, vorbeugend Feldsalat, Kerbel und Lavendel in das Gemüsebeet zu setzen. Wenn Sie Ihre Rosen beschützen wollen, empfiehlt sich eine Bepflanzung mit Rainfarn.

Wenn es schon zu spät ist und die Krabbelviecher bereits am Werk sind, dann sollten Sie diese
10 effektiven Hausmittel gegen Ameisen ausprobieren!

7. Kartoffelkäfer

Wie der Name bereits vermuten lässt, ernährt sich der Kartoffelkäfer bevorzugt von den Blättern der Kartoffelpflanze. Doch auch Nachtschattengewächse wie Tomaten oder Auberginen stehen auf dem Speiseplan der Krabbler.

Um die Insekten fernzuhalten, empfiehlt es sich, Meerrettich, Spinat, Erbsen zwischen die Kartoffelpflanzen zu setzen. Auch Kümmel eignet sich als Mischkultur und verleiht den Knollen außerdem ein leckeres Aroma. Um die Ausbreitung des Käfers zusätzlich einzudämmen, sollten Sie Holzasche über die Pflanzen streuen. Hier erfahren Sie, wie Sie Asche als Dünger verwenden.

8. Schnecken

Damit sich die Weichtiere im Garten nicht über das Blumenbeet oder den Salat hermachen, arbeiten viele Hobbygärtner mit Schneckenkorn. Doch das Bekämpfungsmittel ist nicht nur giftig, sondern auch grausam. Eine vorausschauende Alternative ist es, bunt blühende Tagetes neben die Gemüsepflanzen zu setzen. Statt die Ernte anzuknabbern, fallen die Schnecken nämlich lieber über die Studentenblumen her.

Während man manche Tiere aus dem Garten fernhalten möchte, versucht man andere regelrecht anzulocken. Zu diesen Nützlingen gehören auch Kompostwürmer: So verwandeln die Tiere Bioabfall in kostbaren Humus.

9. Mäuse

Angefressene Salate und junge Obstbäume, die plötzlich nicht mehr weiterwachsen: Mäuse können im Garten ganz schön viel Schaden anrichten. Doch wer die unterirdischen Nager entdeckt, sollte auf keinen Fall zu Schlagfallen und Gift greifen. Um einiges tierfreundlicher ist es, sie mit entsprechenden Mischkulturen zu verjagen.

Von Dill, Thymian, Bohnenkraut, Kapuzinerkresse oder Kaiserkrone haben Mäuse schnell die Nase voll. Ihre Bitterstoffe verderben den Nagern jeglichen Spass am Graben von Gängen im Gemüsebeet. Und auch Hundszunge, Sonnenblumen, Knoblauch und Narzissen gehen sie lieber aus dem Weg.

10. Bakterien und Schimmelpilze

Bakterien und Schimmelpilze machen die Pflanzen schwach und können sogar zum totalen Ernteausfall führen. Diese Mischkulturen hindern die Ausbreitung der Krankheiten:

Pilzbefall:

  • An Erdbeeren und Möhren: Lauchgewächse, wie Zwiebel, Poree, Knoblauch und Schnittlauch

Grauschimmel:

  • An Rosen und Erdbeeren: Knoblauch

Mehltau:

  • An allen Pflanzensorten: Kerbel
  • An Tomaten, Kohl und Gurken: Basilikum
  • An Weinreben: Pfefferminze

Säulenrost:

  • An schwarzen Johannisbeeren und Jostabeeren: Wermut

Kräuselkrankheit:

  • An Pfirsich und Kirschbäumen: Meerrettich

Die Symptome von Letzterem zeigen sich in Fom von deformierten, rötlich verfärbten, gekräuselten, aufgeblasenen Blättern und einem weißen Pilzrasen. So bekämpfen Sie die lästige Kräuselkrankheit!

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