Aktualisiert: 05.04.2021 - 15:55

Lästiges Süßgras Quecke bekämpfen: So werden Sie das hartnäckige Unkraut los!

Von

Quecke gehört zu einem der verbreitesten und hartnäckigsten Unkräuter.

Foto: Getty Images/Helga Baechler / EyeEm

Quecke gehört zu einem der verbreitesten und hartnäckigsten Unkräuter.

Durch seine langen Wurzeln ist Quecke ganz besonders schwer loszuwerden. Wir verraten Ihnen, wie Sie das robuste Unkraut in den Griff bekommen – ganz ohne Chemie.

Die Gemeine Quecke wird von vielen Hobbygärtner*innen gefürchtet: Sie ist hartnäckig, robust und ein echter Dorn im Auge. Darauf lässt auch schon der Name schließen: Denn das althochdeutsche Wort "queck" bedeutet so viel wie zählebig und kräftig. Doch wer Quecke bei sich im Garten entdeckt, sollte nicht direkt aufgeben und sich seinem Schicksal ergeben: Mit dieser Technik werden Sie Quecke wieder los!

Quecke bekämpfen: Die besten Tipps

Quecke verbreitet sich sowohl über Samen, als auch über unterirdische Kriechtriebe. Die Rhizome, also die Sprossachsensysteme, können bis zu einem Meter jährlich wachsen. Dabei verlaufen die Wurzeln meist waagerecht in einer Tiefe von bis zu 80 Zentimetern. Und auch oberhalb des Erdbodens sind die 30 bis 150 Zentimeter hohen Halme kaum zu übersehen.

Früher wurde Quecke als Kaffeeersatz oder zur Herstellung von Alkohol verwendet – heute kann die frische Pflanze als Tee verabreicht werden, um Nierenschmerzen und Blasenentzündungen zu heilen. Im Garten ist das Unkraut jedoch nutzlos – Vielmehr schadet es der heimischen Grünfläche und erstickt bei der Ausweitung seines Territoriums Wildblumen und Rasen.

So klappt die erfolgreiche Bekämpfung

Wenn Sie Quecke bei sich im Rasen entdecken, sollten Sie gar nicht erst versuchen das Unkraut abzuschneiden oder mit einer Hacke herauszujäten – die Pflanze ist unterirdisch weitreichend verwurzelt und verbreitet sich auch nach dem Abreißen munter weiter.

Besser ist es , die Wurzeln Stück für Stück auszugraben. Die Anwendung dieser Methode empfiehlt sich vor allem auf noch unbewachsenen Flächen. Hobbygärtner*innen mit sandigen Böden haben es hierbei um einiges leichter, da die Ausläufer samt Wurzeln einfach aus der Erde herausgezogen werden können. Wer einen lehmigen Untergrund im Garten hat, sollte etwas Geduld und Fingerspitzengefühl mitbringen.

Extratipp: Entsorgen Sie die Unkrautreste nicht direkt auf dem Kompost, sondern lassen Sie die Halme zunächst in der Sonne trocknen. Dadurch wird die weitere Verbreitung eingedämmt.

Kleinflächige Quecke

Wenn sich die Quecke noch nicht so stark ausgebreitet hat, können Sie die betroffenen Bereiche mit einem Spaten abstechen. Tragen Sie hierfür die mit Quecke durchwachsenen Rasenoden flach ab und ziehen Sie die ober- und unterirdischen Pflanzenteile per Hand heraus. Dringen Sie dann mit einer Grabegabel in die tieferen Bodenschichten ein und befreien Sie auch diese von abgerissenen Pflanzenteilen.

Wenn alle Quecken-Rhizome gerodet sind, können Sie den Unterboden ebnen und mit dem Fuß platt drücken. Danach setzen Sie die queckefreie Grassode wieder auf.

Großflächige Quecke

Wenn sich die Quecke großflächig ausgebreitet hat, müssen härtere Maßnahmen getroffen werden: Decken Sie Ihre Grünfläche mit einer licht- und wasserundurchlässigen Folie hab – nach sechs Monaten sind die Quecken abgestorben. Dieser radikale Eingriff sollte der letzte Ausweg sein, da nicht nur das Unkraut, sondern auch die Rasenfläche unter der Folie eingeht. Entfernen Sie nach den sechs Monaten alle übrigen Queckereste und legen Sie den Rasen neu an. Das sollten Sie übrigens beachten, damit Ihre Grünfläche dicht und gesund nachwächst.

Dem Unkraut vorbeugen

Quecke gehört zu den Pionierpflanzen – das heißt, sie fühlt sich auch auf vegetationsfreier, nährstoffarmer Fläche wohl. Versuchen Sie Ihren Rasen also stets gesund zu halten, damit anspruchsvollere Gewächse das Unkraut vertreiben können. Mit diesen Maßnahmen können Sie die Ausbreitung von Quecke verhindern:

  • Verwenden Sie stets hochwertiges Saatgut
  • Gießen Sie Ihre Grünfläche regelmäßig
  • Mähen Sie den Rasen während der Wachstumsphase wöchentlich
  • Vertikulieren Sie Ihren Rasen zweimal im Jahr
  • Düngen Sie alle sechs bis acht Wochen

Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Rasen richtig düngen – ganz ohne Chemie!

Die Errichtung von Rasenkanten oder Wurzelsperren, kann die Verbreitung von Unkraut zusätzlich eindämmen.

Kartoffeln zur Unkrautbekämpfung?

Viele Hobbygärtner*innen schwören darauf, Kartoffeln in das Gemüsebeet zu setzen, um das Wachstum des Süßgrases einzudämmen. Auch das dichte Ansäen von Senf, Ölrettich, Buchweizen oder Raps als Zwischenfrucht, kann das Unkraut vertreiben.

Studentenblumen mögen die Quecken außerdem gar nicht. Umpflanzen Sie Ihr Gemüsebeet mit den schönen Blütenköpfen und das lästige Gras wird Ihnen ersteinmal fernbleiben.

_______________

Farbenfrohe Blumenbeete, sogenannte "Mixed Borders", dürfen in keinem Garten fehlen! Wir zeigen Ihnen, wie Sie englische Rabatten ganz einfach selber anpflanzen.

Im eigenen Garten arbeiten macht unglaublich viel Spaß, ist aber auch ein zeitintensives und unter Umständen kostenintensives Vergnügen. Schade drum, wenn man hier durch die klassischen Fehler beim Gärtnern beides unnötig verschwendet.

Alles rund um Garten und Balkon finden Sie auf unserer ausführlichen Themenseite!

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU
Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe