Aktualisiert: 22.03.2021 - 21:21

Wassersparend und innovativ Tradition trifft auf Technologie: Das haben japanische Badezimmer zu bieten

Von Franziska Wohlfarth

Japanische Badezimmer vereinen traditionelle Werte mit modernen Innovationen.

Foto: Getty Images/Oscar Wong

Japanische Badezimmer vereinen traditionelle Werte mit modernen Innovationen.

Japan unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von unserer europäischen Kultur. Das beweist schon ein Blick ins Badezimmer. Wir verraten Ihnen, was wir uns von dem Hightech-Land noch alles abgucken können.

Im idyllischen Japan gibt es nicht nur Tempel, Hochhäuser und Kirschblüten zu bewundern – auch die Badezimmer sind einen Besuch wert! Von beheizten Klobrillen bis hin zu Badewannen mit Fernbedienung: Das macht die japanischen Badezimmer so anders und clever.

Japanische Badezimmer: Das können wir uns von den Hightech-Bädern abgucken

Praktische Raumaufteilung

In deutschen Badezimmern findet man meistens Dusche, Badewanne, Waschbecken und Toilette in einem Raum. In manchen Haushalten ist das WC von der Dusche getrennt, doch eine strikte Aufteilung gibt es nicht.

In Japan sieht das ganz anders aus: Hier besteht das Badezimmer nämlich genau genommen aus drei verschiedenen Räumen, die alle unterschiedliche Funktionen erfüllen. Im Vorraum, dem Trockenbereich, findet man ein Waschbecken, Handtücher, eine Waschmaschine und Badmöbel. Eine Schiebetür führt von hier aus zu einem seperaten Toilettenraum und eine Weitere führt zum Nassbereich, in welcher Badewanne und Dusche stehen.

Grund für diese Aufteilung sind die hohen Hygiene-Standards in Japan: Man möchte sich nämlich nicht dort entspannen, wo man auch sein Geschäft verrichtet. Die räumliche Trennung hat außerdem den Vorteil, dass mehrere Familienmitglieder zeitgleich das Badezimmer benutzen können.

Der Nassraum

Das Zimmer, in dem Dusche und Badewanne stehen ist von oben bis unten gefliest und fungiert praktisch als überdimensionierte Dusche. Man muss sich also keine Gedanken darüber machen, etwas nasszuspritzen.

Gebadet wird nicht zur Reinigung, sondern alleine zur Entspannung, weshalb sich davor gründlich mit Seife gewaschen und mit einem Duschkopf abgebraust wird. Familienmitglieder und Freund*innen baden oftmals nacheinander in dem selben Badewasser, weshalb die Einhaltung gewisser Hygiene-Standards ein Muss ist!

Das vorherige Abduschen hat außerdem den Vorteil, dass sich das Badezimmer bereits aufwärmt. In einigen Regionen Japans kann es ganz schön kalt werden und die Isolation der Häuser ist nicht immer die beste, weshalb jegliche Wärme effektiv genutzt wird.

Entspannen im Ofuro

Wenn der Körper frei von Schmutz und Seifenresten ist, kann sich endlich in der Badewanne, dem sogenannten Ofuro, entspannt werden. Ein Durchlauferhitzer hält das Badewasser konstant bei 40°C – es muss also kein zusätzliches Wasser beigefügt werden, um das Bad warm zu halten.

Während die meisten Europäer*innen sich in der Badewanne gerne lang machen, sitzen die Leute in Japan lieber. Die Wannen sind kürzer als unsere deutschen Modelle – dafür um einiges tiefer und breiter, sodass im Sitzen nur noch die Schultern aus dem Wasser herausragen. Damit diese nicht auskühlen, wird warmes Badewasser mit einer Schüssel geschöpft und über die kalten Körperpartien gegossen.

Badewanne mit Fernbedienung

Inzwischen sind die japanischen Badewannen mit allerlei praktischen Spielereien und Innovationen ausgestattet: So hat beispielsweise fast jedes Modell einen kleinen Computer, mit dem man die Wassertemperatur und -menge genau einstellen kann. Das geht inzwischen auch per Fernbedienung, sodass man sich von der Küche aus ein Bad einlassen kann.

Nachdem die ganze Familie sich in dem Badewasser entspannen durfte, wird es nicht einfach abgelassen. Stattdessen bleibt es oft über Nacht in der Wanne und wird dann am nächsten Tag zum Wäschewaschen benutzt.

Hightech-Toilette

Doch bei der Badewanne hört es nicht auf: Auch die Toiletten sind ein technisches Highlight! Dabei sind die Schüsseln mit ihren vorgeheizten Brillen und ihren automatisch öffnenden und schließenden Deckeln nicht nur gemütlich, sondern auch noch richtig hygienisch. Denn hier wird sich der Allerwerteste nicht nur mit Toilettenpapier abgewischt, sondern komplett abgewaschen. Auf Knopfdruck fährt ein integrierter Duscharm aus der Keramikschüssel heraus, welcher sanft den Intimbereich wäscht und trocknet – ganz so wie ein Bidet!

Das ist um einiges reinlicher und beugt zudem Infektionen vor: Denn wer falsch wischt, riskiert, dass Darmbakterien in Regionen kommen, in denen sie nichts zu suchen haben. Das sind 6 Fehler, die Sie beim Stuhlgang bestimmt schon mal gemacht haben!

Und auch hier wird Wasser gespart: Viele Spülkästen verfügen über ein kleines Waschbecken. Das Wasser, was zum Händewaschen benutzt wird, läuft einfach in den Spülkasten und wird später zum Spülen benutzt.

Japanisches Badezimmer in Deutschland

Die japanischen Badezimmer kann man alleine aufgrund der Architektur nur schwierig in deutsche Haushalte integrieren. Doch auch, wenn man nicht gerade ein Haus neu baut, kann man sich ein Stückchen Japan ins eigene Badezimmer holen.

Eine Fertigdusche ist beispielsweise eine clevere Alternative zu den Duschräumen. Auch die hochmodernen Dusch-WCs und Badewannen sind inzwischen in Deutschland erhältlich.

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