Aktualisiert: 17.03.2021 - 22:15

Eigener Gemüsegarten Tomaten selber pflanzen: Alles rund um Anbau, Pflege und Ernte

Von Franziska Wohlfarth

Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Küchen-Klassiker ganz einfach selber anpflanzen.

Foto: Getty Images/danchooalex

Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Küchen-Klassiker ganz einfach selber anpflanzen.

Tomaten aus eigenem Anbau schmecken einfach ganz besonders lecker und aromatisch. Ende März geht es bereits mit der Aussaat los. Das sind unsere Pflege-Tipps.

Für Tomaten aus eigenem Anbau brauchen Sie keinen großflächigen Gemüsegarten: Die roten Früchtchen können Sie auch ganz einfach auf ihrem Balkon pflanzen. Das ist nicht nur besonders belohnend, sondern auch noch umweltfreundlich, da lange Importwege eingespart werden. Mit unseren Tipps klappt es bestimmt!

Tomaten selber pflanzen: So geht's!

Tomate ist nicht gleich Tomate. Den Klassiker aus dem Supermarkt kennt jeder, aber wussten Sie, dass es weltweit mehr als 10.000 Kultursorten gibt? Von gelben Mini-Tomaten bis hin zu schwarzen, kürbisgroßen Exemplaren: Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Anfänger*innen sollten bei der Wahl der Samen, jedoch zunächst auf besonders widerstandsfähige Sorten setzen: Züchtungen für den Bio-Anbau wie ‘Dorenia’ oder ‘Quadro’ sind besonders resistent gegenüber Pilzbefall und erbringen eine prächtige Ernte. Die Buschtomate "Miniboy" hat einen niedrigen und kompakten Wuchs, weshalb sie ideal für die Anzucht auf dem Balkon geeignet ist.

Ende April/Mitte März können Hobbygärtner*innen Ihre Samen dann auf der Fensterbank in einem mit Folie abgedeckten Behälter oder einem Mini-Gewächshaus anpflanzen. Achten Sie hierbei auf eine nährstoffarme Anzuchterde, sowie einen hellen, feuchten und warmen Standort.

Keimlinge pikieren

Nach acht bis zehn Tagen, strecken die ersten Keimlinge Ihre Köpfchen aus der Erde. Nach drei weiteren Wochen beginnt die eigentliche Wachstumsphase, in welcher die Pflanzen viel Energie und Nährstoffe benötigen. Damit die Sprösslinge nicht in Konkurrenz gegeneinander antreten, ist es wichtig sie voneinander zu trennen und in eigenständige Töpfe mit Anzuchterde zu pflanzen. Diesen Vorgang bezeichnet man als "pikieren".

Mitte Mai, wenn die Temperaturen durchgehend frühlingshaft sind, dürfen die Stecklinge dann auf den Balkon gepflanzt werden. Setzen Sie die Tomaten fünf bis zehn Zentimeter tiefer, als sie im Topf gestanden haben, damit Sie am Stängelansatz zusätzlich wurzeln bilden und später mehr Stabilität haben. Achten Sie darauf, einen Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern einzuhalten, damit die Früchte ausreichend Luft und Licht abbekommen. Wenn noch etwas Platz im Balkonkasten ist, können Sie diesen mit Basilikum, Kapuzinerkresse oder Spinat füllen. Auch Möhren, Radieschen, Knoblauch, Kopfsalat oder Sellerie sind sehr umgängliche Nachbarn.

Die richtige Düngung

Tomaten gehören zu den stark zehrenden Pflanzen, weshalb sie eine ganze Menge an Dünger wegfuttern. Am besten ist es, wenn Sie Ihr Tomatenbeet bereits im Herbst mit wertvollem Kompost anreichern. Diese Pflanzen sollten Sie nicht mit Kompost düngen... Wir verraten Ihnen welche Bestandteile für welche Pflanzen schädlich sein können und welche Alternativen es gibt.

Geben Sie außerdem gleich beim Einpflanzen organischen Dünger wie Hornmehl, Pferdemist oder Brennesseljauche. Bei speziellem Tomaten-Dünger sollten Sie die Dosierung an den Boden anpassen: Sandige Böden benötigen deutlich größere Mengen, als beispielsweise Lehmiger.

Sobald die Tomatenpflanze Blüten gebildet hat, sollte Sie alle zwei Wochen mit einem passenden Dünger versorgt werden.

Vorsichtig gießen

Überprüfen Sie die Erde Ihrer Tomatenpflanzen mittels Daumenprobe regelmäßig auf Trockenheit und gießen Sie bei Bedarf nach. Durch zusätzliches mulchen, kann Feuchtigkeit länger im Boden gehalten werden. Lockern Sie dafür den Boden auf und verteilen Sie gleichmäßig Mulch auf der Erde. Halten Sie ausreichend Abstand zum Stängel ein, um Fäulnis vorzubeugen.

Wenn Sie Ihre Pflanzen auf dem Balkon ziehen, ist es wichtig sich den natürlichen Witterungsverhältnissen anzupassen: Nach Regen sollten Sie also erstmal nicht Gießen und während einer Hitzewelle dafür umso mehr. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie die Gießkanne nicht direkt über die Pflanze halten, sondern nur die Erde befeuchten: Nasse Blätter und Früchte mag die Tomatenpflanze nämlich gar nicht.

Wie bei so vielen anderen Gewächsen auch, sollten Sie Ihre Tomate nicht mit Leitungswasser gießen. Wieso ist das so und welche einfachen Alternativen gibt es? Wir haben die Antworten!

Überzählige Blütenstände dürfen gekappt werden

Tomatenpflanzen sollten grundsätzlich nicht zu groß werden: Pro Pflanze sollten nicht mehr als fünf bis sieben Blütenstände ausreift sein – alle Überzähligen, die sogenannten Geiztriebe, dürfen abgeschnitten werden. Auch die Blätter unterhalb des ersten Fruchtstandes können gekappt werden, da Sie den Früchten das Sonnenlicht wegnehmen.

Mit Ausnahme der kompakt wachsenden Buschtomaten, benötigen alle Tomatensorten zusätzlich eine Rankhilfe. Achten Sie darauf, diese vor der Verwendung gründlich zu desinfizieren, um die Ausbreitung von Pilzkrankheiten zu vermeiden.

Früchte ernten

Im Gewächshaus können Sie sich zwischen Ende Juni und November an den reifen Früchten Ihrer Tomatenpflanze erfreuen. Auf dem Balkon oder im Garten müssen Sie bis Juli warten und im Oktober ist Ernteschluss.

Die aromatischen Früchte können Sie pur vom Strauch snacken – oder Sie servieren sie in diesem Bunten Tomatensalat mit Joghurt und Basilikum. Auch in einer fruchtigen Tomatensuppe mit Olivenöl-Salsa schmecken sie absolut herrlich!

Haben Sie jetzt auch Lust auf Ihren eigenen kleinen Gemüsegarten bekommen? Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Paprika und Chili selbst ziehen.

Alles rund um Garten und Balkon finden Sie auf unserer ausführlichen Themenseite.

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