Aktualisiert: 12.03.2021 - 20:44

So wächst es besser Von Beschnitt bis Düngen: Das sind die 6 klassischen Fehler beim Gärtnern!

Gärtnern macht Spaß und die Saison beginnt wieder. Damit alles perfekt grünt und blüht, sollten Sie diese Fehler aber vermeiden!

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Gärtnern macht Spaß und die Saison beginnt wieder. Damit alles perfekt grünt und blüht, sollten Sie diese Fehler aber vermeiden!

Es ist soweit: Die schöne Jahreszeit ist da. Nun werden Beete umgegraben, fleißig gepflanzt und reichlich geplant. Wer diese Dinge vermeidet, hat mehr von seinem Garten.

Im eigenen Garten arbeiten macht unglaublich viel Spaß, ist aber auch ein zeitintensives und unter Umständen kostenintensives Vergnügen. Schade drum, wenn man hier durch die klassischen Fehler beim Gärtnern beides unnötig verschwendet.

Von Beschnitt bis Düngen: Das sind die 6 klassischen Fehler beim Gärtnern!

Der Frühling ist da! Gartenhandschuhe an und los geht's? Bei allem Elan gibt es vor der Aktion im eigenen Grün oder sogar der Anschaffung von Pflanzen, einiges zu beachten, damit Sie im Sommer und Herbst mit traumhaften Blüten, tollen Kräutern, saftigem Obst und knackigem Gemüse für Ihre Mühen belohnt werden. Vermeiden Sie diese 6 grundlegenden Fehler.

Fehler 1: Wasserverschwendung

Gießen Sie nur, wenn es nötig ist. Idealerweise verwenden Sie dafür aufgefangenes Regenwasser. Wichtig: Sprengen Sie bei höheren Temperaturen spät abends oder früh morgens, wenn die Sonne nicht mehr zu warm scheint, damit das Wasser nicht gleich wieder verdunstet.

Hier erfahren Sie, wie Sie Regenwasser auffangen können und wie Sie Pflanzen richtig gießen: Denn diesen Fehler machen fast alle!

Fehler 2: Zu frühes und zu enges Setzen

Sie haben Ihre Kräuter und Ihr Gemüse schön vorgezogen und können es gar nicht abwarten, diese in den Garten zu setzen, um bald saftige Tomaten und leckere Gurken zu ernten? Bei aller Euphorie: Bleiben Sie vorsichtig, da Nacht- oder Spätfroste im Frühling nicht unüblich sind. Lassen Sie sich und vor allem den Pflanzen also die Zeit, die nötig ist und gehen Sie kein Risiko ein. Gemüse und Co werden es Ihnen mit stärkerem Wuchs und üppigerer Ernte danken.

Gerade noch nicht so erfahrene Gärtner denken sich: Mehr ist schöner. Das ist ein Irrtum, denn das Wurzelwerk benötigt Platz. Wer zu eng setzt, riskiert, dass sich Pflanzen ins Gehege kommen und nicht gut entwickeln oder zu spärlich tragen. Vor allem bei Stauden müssen Sie die spätere durchaus stattliche Größe beachten. Tipp: Planen Sie also das Wachstum der Pflanzen beim Setzen von Stecklingen immer mit ein!

Fehler 3: Falsche Pflanzen- und Standortwahl

Die Stauden sehen traumhaft aus und dieses Obst wollten Sie schon immer in Ihrem Garten anpflanzen? Seien Sie bei aller Vorfreude realistisch und stellen Sie sich VOR Kauf und Pflanzung diese Fragen: Passen die ausgesuchten Pflanzen zu meiner Bodenbeschaffenheit und habe ich die nötigen Standorte? Konkret bedeutet das, dass jede Pflanze andere Anforderungen an Sonneneinstrahlung, Windschutz und Bodenart hat.

Haben Sie also genug sonnige Standorte oder ausreichend Halbschatten, oder ist der Baumbestand doch so üppig, dass es lieber Schattengewächse sein sollten? Haben Sie die Möglichkeit den empfindlichen Rosen zum Beispiel einen windgeschützten Ort anzubieten?

Wie steht es um die Bodenqualität in Ihrem Garten? Wer zum Beispiel viele Nadelbäume auf seinem Grundstück sein eigen nennt, kann direkt darunter und drumherum nichts in den Boden pflanzen, weil das saure Milieu durch die Nadeln eine Anzucht unmöglich macht. Hier sind Hochbeete in sicherer Entfernung der Nadler eine Option.

Fehler 4: Falscher oder zu geringer Beschnitt

Gerade Anfänger beschneiden Stauden und Bäume zu selten. Aus Angst, Ihnen den üppigen Wuchs zu nehmen, verhindern Sie damit, dass sich die Pflanzen gut entwickeln.

Abgestorbene Triebe müssen aber entfernt werden, damit die Pflanze genügend Kraft für die neuen hat und auch Krankheiten verhindert werden. Zu stark verzweigte sollte man Triebe ausdünnen, um schädlichem Pilzbefall vorzubeugen. Frostbedingte Schäden müssen ebenso entfernt werden. Auch Sträucher freuen sich über einen regelmäßigen Formschnitt, um nicht zu lange und dünne Triebe zu entwickeln.

Bäume sollten vor allem zwischen März und Juni beschnitten werden, da sie sich dann besser erholen und seltener krank oder befallen werden. Andere Pflanzen hingegen wie Rosen müssen im Frühjahr, ab Mitte März, fachgerecht geschnitten werden, um im Sommer prächtig blühen zu können. Wichtig zu wissen: Rosen gehören zur Königsklasse und sind kleine Sensibelchen, hier richtet sich der Beschnitt auch nach der Rosenklasse.

Bitte beachten Sie: Während große Beschnitte vor allem an Hecken von März bis Oktober verboten sind , gibt es Gründe, bei denen Sie bei Nachbars Hecke selbst zur Schere greifen dürfen.

Tolle Sichtschutz-Ideen für Ihren Garten

Fehler 5: Pestizide einsetzen

Dass der Einsatz von Pestiziden in privaten Gärten ein NoGo ist, sollte bekannt sein, denn die Giftstoffe gelangen über das Grundwasser in das Obst und Gemüse, dass Sie dann verzehren. Ökologische Varianten zur Unkrautvernichtung und zur Bekämpfung so genannter "Schädlinge" gibt es einige.

Eine davon ist der Einsatz von Hausmitteln. Ob Essigwasser, Brennnesseljauche oder Kernseife gegen Blattläuse, all diese preiswerten und sinnvolleren Alternativen sind zu bevorzugen, um Ihre Gesundheit zu schützen und die Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Auch natürliche Nützlinge sind eine Option. Anstatt diese durch den Einsatz von Giftstoffen zu töten, lassen Sie Vögel, Würmer, Insekten und kleine Säugetiere doch einfach ihre Arbeit tun. Igel fressen Schnecken, Vögel lieben Blattläuse, Regenwürmer lockern die Erde auf und versorgen die Pflanzen mit Sauerstoff. Mikroorganismen zersetzen Abfälle und schaffen besten Dünger. Dieser natürliche Kosmos funktioniert ganz hervorragend und sorgt für Selbstregulation, wenn er nicht durch chemische Zusätze durcheinandergebracht wird.

Tipp: Bauen Sie Insektenhotels und bieten Sie Nist- und Brutstellen für Vögel an. Wie genau das geht zeigen wir Ihnen in folgendem Artikel: Nistkästen: So helfen Sie heimischen Gartenvögeln.

Dass sich ökologisches Verhalten und ein prachtvoll blühender Garten im Übrigen nicht widersprechen, beweisen Wildblumenwiesen. Diese schaffen Lebensräume und sehen einfach traumhaft aus.

Die besten Tipps zum Thema nachhaltig Gärtnern finden Sie hier!

Fehler 6: Falsches Düngen

Gerade beim Düngen benötigt man keine chemischen Zusätze oder synthetischen Dünger aus dem Handel. Ökologischer und preiswerter geht es mit Humus oder Kompost.

Denn Humus ist ideal, um die Qualität des Bodens zu optimieren. Die Abfälle wurden vorher von Milliarden Kleinstlebewesen aufbereitet und sorgen für Mineralstoffe satt. Zunächst sollten Sie den richtigen Platz für den Kompost wählen. Dieser sollte gut zugänglich und gegen Sonne und Regen halbwegs geschützt sein. Wer nicht soviel Platz hat, sollte auf Behälter zurückgreifen.

Bitte nicht: Torf ist ein beliebter Zusatzstoff bei Blumenerde. Verzichten Sie aber aus Gründen des Umweltschutzes lieber darauf. Der Hintergrund: Um Torf aus Mooren abzutragen, werden die Moorflächen entwässert, also zerstört. Regenerieren können sich Moore in der Regel nicht, denn sie wachsen mit ca. 1 Millimeter pro Jahr nur sehr langsam. Weiteres Problem: Torf speichert sehr gut CO2, das aber durch das Abtragen freigesetzt wird. Eine weitere Belastung unserer Umwelt. Und als wenn das noch nicht genug wäre, werden mit der Zerstörung der Moore die über Jahrtausende gewachsene Artenvielfalt und Lebensräume gefährdet. Besser geht's dagegen mit dieser

einfachen Anleitung zum Kompostieren. Hier erklären wir Step by Step, wie Sie zum perfekten Humus kommen.

Was ist eigentlich mit Asche als Dünger? Nicht jede Asche ist zum Düngen geeignet. Verbranntes Holz, Stroh oder anderes Pflanzenmaterial kann jedoch bedenkenlos verwendet werden. Asche von Briketts, Kohle, behandeltem Holz und glänzendem, farbigen Papier hat dagegen nichts in den Beeten verloren, da sie oft Giftstoffe und Spuren radioaktiver Elemente enthält.

Die richtige Asche dagegen punktet mit diesen Vorteilen: Sie beseitigt Moos und Algenbewuchs, lässt Wurzelunkräuter absterben und desinfiziert offene Pflanzenwunden. Der Grund: Asche hat einen hohen pH-Wert und enthält basisch wirkendes Calcium und Magnesium enthält.

Haben Sie schon einmal Tee oder Kaffee zur Düngung eingesetzt? So geht's: Der Inhalt eines gebrauchten Teebeutels zum Beispiel eignet sich gut als Dünger. Einfach aufschneiden und den Tee unter die Erde mischen. Wer drei benutzte Teebeutel in den Blumentopf legt, muss die Pflanze übrigens seltener gießen, denn die Beutel speichern überflüssiges Wasser.

Damit Sie wissen, was in den nächsten Monaten alles im Garten zu tun ist, lesen Sie gern hier weiter:

Gartenarbeit im März: Das steht jetzt an!

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Sie benötigen nach dem Lockdown noch dies und das? Gut, dass die ersten Gartencenter wieder geöffnet sind.

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Sie wünschen weitere Informationen? Auf unserer umfangreichen Themenseite Garten und Balkon werden Sie bestimmt fündig.

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