Aktualisiert: 18.03.2021 - 21:51

Vertikulieren, Mähen,... Rasenpflege nach dem Winter: Das braucht Ihre Grünfläche jetzt!

Von Franziska Wohlfarth

Nach dem Winter muss der Rasen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Foto: Getty Images/valentinrussanov

Nach dem Winter muss der Rasen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Platte Halme, matschige Stellen und kahle Flecken – während der Wintermonate wird der geliebte Rasen ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Das sollten Sie beachten, damit Ihre Grünfläche dicht und gesund nachwächst.

Kälte, Frost und Schnee nehmen den Rasen ganz schön mit. Die Ausmaße des Schadens werden im Frühjahr sichtbar, wenn alle Reste des Winters weggetaut sind: Das Gras ist matt, hat seine satte Farbe verloren, ist platt gedrückt und an einigen Stellen schaut die blanke Erde zwischen den Halmen hervor. Diese Maßnahmen sollten Sie nach dem Winter ergreifen, damit Ihr Rasen schnell wieder prächtig und sattgrün nachwächst.

Rasenpflege nach dem Winter: Erste Hilfe für kaputtes Gras

Legen Sie zunächst die komplette Grünfläche frei, indem Sie Laub und Zweige zusammenharken. Greifen Sie dann zum Vertikulierer: Das Gerät besitzt scharfe Messer, welche den Boden aufschlitzen und ihn von Filz, Moos und Kräutern befreien. Der Rasen bekommt so mehr Sauerstoff und einem Nachwachsen von Moos wird vorgebeugt. Auch die Zugabe von Kalk kann das Unkraut zukünftig fernhalten. Führen Sie vorher jedoch zunächst eine pH-Analyse durch: Wenn der Wert unter 5,5-6,5 liegt, können Sie sparsam Kalk ausstreuen.

Rasen düngen: Das gilt es zu beachten!

Bei nur ein paar kleinen kahlen Stellen können Sie mit Rollrasen ausbessern. Heben Sie hierfür die kaputten Stellen mit einem Spaten aus und ersetzen Sie ihn durch ein rechteckiges Stück Rollrasen aus dem Gartenhandel.

Wenn der Rasen generell einen kränklichen und löchrigen Eindruck macht, sollten Sie ihn komplett nachsäen. Nutzen Sie hierfür organisch-mineralischen Dünger, um auf die Aussaat vorzubreiten. Der richtige Zeitpunkt zum Düngen ist von der Art des Bodens abhängig. Grundsätzlich gilt:

  • Sandige, leichte Böden können mit viel Kompost oder Gründüngung verbessert werden. Der ideale Zeitpunkt zum Düngen ist zwischen März und April.
  • Schwere Lehm- und Tonböden brauchen Sand, Lava oder Blähton. Die Düngung sollte zwischen Mai und Juni erfolgen.
  • Stark verdichtete Böden können zusätzlich durch eine Gründüngung oder Aerifizierung auf die Aussaat vorbereitet werden.

Wenn der Boden ausreichend Nährstoffe enthält und die ideale Grundlage für einen prächtigen, gesunden Rasen ist, kann auf die zusätzliche Düngung verzichtet werden. Hobbygärtner*innen wird grundsätzlich eine Bodenanalyse empfohlen, auf Grundlage derer gezielt auf die Bedürfnisse der Erde reagiert werden kann.

Nachsäen

Sobald sich frühlingshafte Temperaturen über 8 Grad Celsius eingependelt haben, kann nachgesät werden. Verteilen Sie das Saatgut per Hand, per Schleuderstreuer oder bei größeren Flächen mit einem Düngewagen. Harken Sie die Körner leicht in den Boden ein, bedecken Sie die Fläche mit einer dünnen Substratschicht und gießen sie vorsichtig an.

Um ein optimales Wachstum zu garantieren, sollten die Stellen für mindestens vier Wochen konstant feucht gehalten werden. Nach etwa zwei Wochen beginnt die Saat zu keimen. Betreten Sie in diesem Zeitraum die Grünfläche nicht.

Der erste Grünschnitt

Regelmäßiges Mähen ist für einen schönen und gesunden Rasen unabdingbar. Die Gräser verzweigen sich dadurch an der Basis und es bildet sich eine dichte Grünfläche. Sobald das Gras nach dem Winter angefangen hat zu wachsen, können Sie es herunterschneiden.

Lassen Sie stark strapazierte Rasenflächen zunächst bis zu sieben Zentimeter hoch wachsen, bevor Sie zum Rasenmäher greifen. Seien Sie beim ersten Mähen lieber etwas zurückhaltender und kürzen Sie nie mehr als die Hälfte – eher nur ein Drittel – des Halmes. Wie lange der Rasen wachsen sollte und auf welche Höhe er gekürzt werden darf, ist von der Nutzung der Fläche abhängig.

  • Zierrasen: Kann ab einer Höhe von drei bis sechs Zentimetern auf zwei bis drei Zentimeter gekürzt werden.
  • Gebrauchsrasen: Wenn er eine Höhe von sechs bis neun Zentimetern erreicht hat, sollte er auf etwa drei bis fünf Zentimeter geschnitten werden.
  • Strapazierrasen: Dieser Sportrasen kann auf eine Höhe von sechs bis acht Zentimeter wachsen und muss dann auf auf eine Zielschnitthöhe von drei bis vier Zentimetern gestutzt werden.

Regelmäßiges Wässern für ein optimales Wachstum

Bei langhaltender Trockenheit sollte die regelmäßige Wassergabe wieder aufgenommen werden. Fangen Sie im Frühjahr wieder an zu gießen und passen Sie die Wassermenge der Bodenart an: Lockere Sandböden brauchen alle drei bis vier Tage etwa 10-15 Liter pro Quadratmeter. Lehmige bis tonige Erdböden benötigen wöchentlich 15-20 Liter.

______________

Der Winter ist für Gartengewächse besonders hart. Eingerollte Blätter, herunterhängende Triebe und matschige Stauden sind oftmals eine Reaktion auf die eisigen Temperaturen. Doch keine Panik: Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Pflanzen bei Frostschäden richtig pflegen.

Minusgrade gehören bald der Vergangenheit an und langsam zieht der echte Frühling ein. Das sind die wichtigsten Gartentipps für den März.

Ob auf dem eigenen Grundstück, im Schrebergarten oder beim Urban Gardening: Gärtnern ist sehr gesund – wenn der Rücken geschont und Unfällen vorgebeugt wird. Die besten Tipps!

Gesunde Gartenarbeit: Rücken schonen und Unfälle vermeiden
Gesunde Gartenarbeit: Rücken schonen und Unfälle vermeiden

Noch mehr zur Pflege von Garten und Balkon im Frühling finden Sie auf unseren ausführlichen Themenseiten.

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Die neuesten Videos von BILD der FRAU

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe