Aktualisiert: 08.02.2021 - 21:17

Verursacht Mangelerscheinungen Pflanzen richtig gießen: DIESEN Fehler machen fast alle!

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Die meisten Leute gießen mit Leitungswasser, ohne über mögliche Konsequenzen für die Pflanze nachzudenken.

Foto: imago-images.de/Westend61

Die meisten Leute gießen mit Leitungswasser, ohne über mögliche Konsequenzen für die Pflanze nachzudenken.

Wenn Sie Leitungswasser zum Gießen verwenden, kann das der Grund für Ihr Pflanzensterben sein. Wieso ist das so und welche einfachen Alternativen gibt es? Wir haben die Antworten!

Schon die besten Pflanzenbesitzer*innen mussten sich bereits von mindestens einem ihrer grünen Mitbewohner trennen, weil dieser eingegangen ist. Die Frage nach der Ursache bleibt meist unbeantwortet und löst großes Unverständnis aus: Die Pflanze stand an dem idealen Standort, der Topf war groß genug, es gab ausreichend Wasser und die Erde war verträglich. Was ist also die Erklärung für den plötzlichen Tod? Die Ursache ist häufig im Wasser zu finden. Denn was viele Leute nicht wissen: Leitungswasser ist nicht zum Gießen geeignet. Wir verraten Ihnen, wieso das so ist und welche Alternativen es gibt.

Leitungswasser zum Gießen: Darum ist es für viele Pflanzen nicht geeignet

Das optimale Gießwasser hat idealerweise einen pH-Wert von 6. Leitungswasser hat in der Regel einen höheren pH-Wert, da es viel Kalzium und Magnesium enthält. Das macht es sehr kalkreich und hart.

Die genaue Zusammensetzung des Wassers unterscheidet sich von Region zu Region, weshalb Sie vorab den Härtegrad und ph-Wert bei Ihrem zuständigen Wasserversorger erfragen sollten.

Beim einmaligen Gießen schadet Leitungswasser der Pflanze noch nicht, doch über einen längeren Zeitraum lagert sich das Kalk in der Blumenerde ab. Als Resultat steigt der pH-Wert der Erde und die Pflanzen können immer weniger Nährstoffe aufnehmen.

Das hat häufig eine Blattchlorose zur Folge: Bei dieser Mangelerscheinung verfärben sich die Blätter gelb und wenn nichts unternommen wird, geht die Pflanze früher oder später ein.

Welche Pflanzen vertragen Leitungswasser besonders schlecht?

Epiphyten sind Leitungswasser gegenüber besonders sensibel: Diese Pflanzen wachsen auf Astgabeln und auf den Ästen großer Bäume, von wo aus sie ihre benötigte Feuchtigkeit ausschließlich über das Regenwasser aufnehmen. Dazu gehören unter anderem:

  • Orchideen
  • Farne
  • Kamelien
  • Bromelien
  • Rhododendren
  • Azaleen
  • Gardenien
  • Flamingoblumen

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Gießwasser-Alternativen: Regenwasser

Zum Gießen von Zimmer- und Balkonpflanzen eignet sich am besten sauberes, frisches Regenwasser. Dieses ist weitestgehend komplett frei von Mineralien und Kalk. Im Garten kann man das wertvolle Wasser einfach in einer Regentonne auffangen. Und auch für den Balkon gibt es inzwischen eine Vielzahl praktischer Auffangsysteme.

Wer in einer Mietwohnung lebt oder Geld sparen möchte, kann sich allerdings auch ganz einfach selbst einen Trichter bauen. So wird's gemacht:

  1. Schneiden Sie den Boden eines Kanisters komplett ab.
  2. Befestigen Sie einen Gartenschlauch mit Panzertape am Ausguss des Kanisters.
  3. Befestigen Sie den Trichter, mit dem Boden nach schräg oben zeigend, an der Balkonbrüstung.
  4. Lassen Sie das andere Ende des Gartenschlauchs in einen Eimer hängen.
  5. Das Regenwasser wird nun vom Trichter aufgefangen und über den Gartenschlauch in ein geeignetes Behältnis geleitet.

Wenn Ihr Balkon kein Dach hat können Sie alternativ folgende Methode ausprobieren:

  • Spannen Sie stabile Plane oder ein Sonnensegel über den Balkon.
  • Schneiden Sie ein Loch in die Mitte der Folie und umrunden Sie dieses mit Panzertape, damit es nicht einreißt.
  • Legen Sie dann einen schweren Gegenstand auf das Loch (beispielsweise einen Stein), damit die Plane durchhängt.
  • Das Regenwasser wird dann gesammelt, fließt durch das Loch und wird von einem Eimer aufgefangen.

Leitungswasser nutzbar machen: Kalzium- und Magnesiumkonzentration senken

Wenn man Leitungswasser mit destilliertem Wasser verdünnt, wird es direkt weicher und ist damit zum Gießen geeignet. Ein Mischverhältnis von zwei Teilen Leitungswasser zu einem Teil destilliertem Wasser ist hierbei optimal.

Stattdessen können Sie das Leitungswasser auch über einen längeren Zeitraum in einer Gießkanne stehen lassen, da dann das Kalk als Feststoff ausfällt. Um den Vorgang zu Beschleunigen, können Sie das Wasser auch einfach auf mindestens 60°C erhitzen. Vor dem Gießen muss es jedoch vollständig ausgekühlt sein.

Leitungswasser nutzbar machen: pH-Wert senken

Wenn Sie den Kalzium- und Magnesiumgehalt des Wasser nichts ändern, sondern lediglich den pH-Wert senken möchten, müssen Sie das Karbonat aus dem Wasser entfernen. Dieses ist hauptsächlich für die Bildung der Feststoffe verantwortlich. Bei dieser Methode bleiben die für die Pflanze wichtigen Nährstoffe erhalten.

Die Anwendung von Torftabletten ist hierbei auch für Anfänger*innen geeignet, da es nicht zu einer Überdosierung kommen kann. 100 bis 200 g Torf pro 10 Liter Wasser sind hierbei ausreichend.

Eine günstige und umweltbewusstere Alternative bildet Kaffeesatz: Ein bis zwei Löffel im Gießwasser wirken hierbei Wunder!

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