Aktualisiert: 03.02.2021 - 22:07

Nachhaltiges Düngemittel Asche als Dünger verwenden: Geht das?

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Asche bringt als Düngemittel viele Vorteile mit. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Foto: imago-images.de/Westend61

Asche bringt als Düngemittel viele Vorteile mit. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Kann man Asche als Dünger verwenden? Die kurze Antwort auf diese Frage lautet: ja. Die lange Antwort ist: Ja, aber nur unter bestimmten Vorraussetzungen. Wir verraten Ihnen, was es bei der Düngung mit Asche zu beachten gibt.

Die Asche aus Kaminen und Öfen wird oftmals gedankenlos weggeschmissen, da viele Leute nicht wissen, dass man das verbrannte Holz noch als Dünger verwenden kann. Wir erklären Ihnen, was für Vorteile die Düngung mit Asche bringt und worauf Sie achten sollten.

Asche als Dünger verwenden: Wirkung und Eigenschaften

Nicht jede Asche ist zum Düngen geeignet. Verbranntes Holz, Stroh oder anderes Pflanzenmaterial kann jedoch bedenkenlos verwendet werden. Anders sieht das jedoch mit der Asche von Briketts, Kohle, behandeltem Holz und glänzendem, farbigen Papier aus. Diese sollte nicht im Garten verstreut werden, da sie oft Giftstoffe und Spuren radioaktiver Elemente enthält.

Die richtige Asche hat allerdings eine ganze Menge an Vorteilen: Sie beseitigt Moos und Algenbewuchs, lässt Wurzelunkräuter absterben und desinfiziert offene Pflanzenwunden. Im Wald kann Asche sogar die Vegetationsperiode bei Laubbäumen verlängern, den Nadelfall bei Koniferen verringern und die Feinwurzelbildung im Oberboden anregen.

Asche weißt einen hohen pH-Wert von 10 bis 13 auf, da sie basisch wirkendes Calcium und Magnesium enthält. Kränkelnden Pflanzen hilft sie bei Kaliummangel und das enthaltene Phosphor hilft den Pflanzen bei ihrer Entwicklung. Das sind die Bestandteile auf einen Blick:

  • Calciumoxid (26-40 %)
  • Kaliumoxid (7-12 %)
  • Phosphoroxid (4-7 %)
  • Magnesiumoxid (3-5 %)
  • Weitere Spurenelemente

Diese Werte sind nur eine Abschätzung und lassen sich von einem Laien nicht genau bestimmen. Man weiß nie, was in der Pflanzenasche enthalten ist: Das macht sie zu einem problematischen Dünger.

In mancher Holzasche werden auch oft gesundheitsschädliche Schwermetalle wie Cadmium, Blei und Chrom in kritischen Mengen nachgewiesen. Man kann den genauen Mengenanteil nicht abschätzen und läuft Gefahr, die Gartenerde mit giftigen Substanzen anzureichern.

Dem kann vorgebeugt werden, indem man weiß, woher das eigene Brennholz stammt. Wenn der Baum direkt an einer Autobahn oder in einem Industriegebiet stand, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Holz mit Schwermetallen belastet ist.

Für welche Pflanzen ist der Dünger geeignet?

Aufgrund des hohen pH-Werts können leichte Böden schnell überkalkt werden. Als Dünger eignet sich Pflanzenasche deshalb vor allem auf schweren, tonigen Böden. Machen Sie vor der Düngung am besten einen pH-Test: Wenn Ihr Boden nur schwach sauer, neutral oder gar leicht alkalisch ist, sollten Sie vorsichtig vorgehen oder von einer Düngung komplett absehen.

Ihren Obst- und Gemüsegarten sollten Sie nur mit Asche düngen, wenn Sie die Herkunft des Holzes genau kennen und wissen, dass dieses frei von Schwermetallen ist. Wenn das der Fall ist, dann freuen sich diese Sorten über den natürlichen Dünger:

  • Grünspargel
  • Himbeeren
  • Möhren
  • Rosenkohl
  • Porree (Lauch)
  • Sellerie
  • Stachelbeeren
  • Tomaten
  • Wein
  • Zwiebeln

Im Ziergarten ist die Anwendung für folgende Pflanzen geeignet:

  • Chrysanthemen
  • Fuchsien
  • Geranien
  • Gladiolen
  • Lavendel
  • Nelken
  • Phlox
  • Rosen

In geringen Mengen, kann die Asche auch den Zersetzungsprozess auf dem Kompost beschleunigen, insbesondere wenn es sich um saures Kompostgut handelt. Die Mikroorganismen werden durch den hohen pH-Wert aktiver. Und auch für den Rasen ist die Asche in kleinen Mengen geeignet und kann dabei helfen, einen sauren Boden zu neutralisieren.

So wenden Sie den Dünger an

Bei der Düngung mit Asche sollten Sie vorsichtig vorgehen, da es schnell zu einer Überdüngung kommen kann. Geben Sie etwa alle vier bis sechs Wochen 30 bis maximal 50 Gramm Asche pro Quadratmeter. Beginnen Sie mit der Düngung bereits im späten Winter oder Frühjahr, kurz bevor die Pflanzen mit dem Austrieb beginnen.

Ziehen Sie dünne Rillen um die Pflanzen und füllen Sie diese mit Asche. Wählen Sie am besten einen windstillen Tag, damit Ihnen der Dünger nicht direkt weggeweht wird. Es empfiehlt sich außerdem das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, damit die feinen Partikel nicht in die Atmewegen gelangen. Bedecken Sie die Asche dann mit Erde und gießen Sie diese vorsichtig.

Wie Sie sehen, ist Asche unter den richtigen Voraussetzungen also ideal als Dünger geeignet. Sogar Eierschalen können den Kompost aufwerten und der Pflanzenerde beim Setzen neuer Gewächse beigegeben werden. Erfahren Sie hier, wie man Eierschalen im Haushalt wiederverwertet.

Und auch Laub im Garten kann man nutzen: Beispielsweise als Dünger oder Unterschlupf für Tiere.

In einem Komposthaufen kann ganz einfach kostengünstiger und wertvoller Dünger selbst hergestellt werden. Doch Vorsicht: Diese Pflanzen sollten Sie nicht mit Kompost düngen.

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