Aktualisiert: 21.12.2020 - 21:44

Mischung aus Pflanze und Tier Wieso ernähren sich fleischfressende Pflanzen eigentlich von Fleisch?

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Fleischfressende Pflanzen haben eine ganz schön raffinierte Art an ihre Beute zu kommen!

Foto: imago-images.de/Frank Sorge

Fleischfressende Pflanzen haben eine ganz schön raffinierte Art an ihre Beute zu kommen!

Fleischfressende Pflanzen sind ganz schön faszinierend: Sie können dort überleben, wo andere Pflanzen keine Chance hätten. Das liegt daran, dass sie ihre Nährstoffe nicht aus dem Boden ziehen, sondern durch den Verzehr von Insekten aufnehmen. Erfahren Sie mehr über die außergewöhnlichen Gewächse.

Naturforscher Charles Darwin setzte sich 1876 in seinem Buch "Insektenfressende Pflanzen" als einer der ersten Wissenschaftler mit fleischfressenden Pflanzen auseinander. Sie haben sich an lebensfeindliche Umgebungen angepasst und fühlen sich auf nährstoffarmen Böden am Wohlsten, was Darwin als Beweis für seine Evolutionstheorie angesah.

Doch wieso ernähren sich fleischfressende Pflanzen eigentlich von Fleisch? Und wie pflegt man die Pflanzenart richtig? Alles, was Sie über die faszinierenden Karnivoren wissen müssen.

Fleischfressende Pflanzen: Herkunft und Lebensweise der faszinierenden Gewächse

Fleischfressende Pflanzen leben nicht nur auf fernen Kontinenten wie Afrika, Australien oder Asien – einige Arten sind auch in Europa heimisch. Sie leben vor allem in feuchten, nährstoffarmen Moorgebieten, Sümpfen oder Gewässern.

Wie alle anderen Pflanzen benötigen auch die Karnivoren wachstumsrelevante Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Im Unterschied zu herkömmlichen Pflanzen, nehmen sie diese jedoch nicht über den Boden, sondern durch das Fressen von Kleinlebewesen wie Insekten zu sich.

Man unterscheidet bei fleischfressenden Pflanzen zwischen drei Fang-Strategien: Es gibt Klappfallen, Klebfallen oder Fallgruben.

Venusfliegenfalle: Eine bekannte Vertreterin der Klappfallen

Die wohl bekannteste Vertreterin der fleischfressenden Pflanzen ist die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula). Die Innenseite ihrer Fangblätter sondert eine Lockflüssigkeit ab, die hauptsächlich fliegende Insekten wie Schweb- oder Stubenfliegen in die Falle tappen lässt.

Am Ende ihrer Fangblätter befinden sich spitz zulaufende Borsten, die sich auf der Innenseite zu kleinen Auslöseborsten verjüngen. Werden diese zweimal berührt, so wird der Schließmechanismus des Blattes ausgelöst und es klappt innerhalb weniger Millisekunden zu. Die Borsten am Blattrand verzahnen sich ineinander, was ein Entkommen der Beute unmöglich macht.

Mittels chemischer Prozesse überprüft die Venusfliegenfalle, ob die Beute "schmeckt" und sich die Verdauung lohnt. Wenn die Rückmeldung positiv ist, versiegelt die Pflanze die Ränder des Fangblattes und beginnt, ein Verdauungssekret hineinzuleiten.

Nach mehreren Tagen ist die Beute zersetzt und das Blatt öffnet sich wieder. Dieser Vorgang kann etwa sieben Mal wiederholt werden, bevor das Blatt abstirbt.

Sonnentau und Fettkraut kleben ihre Beute fest

Auf den Blättern des Sonnentaus (Drosera) wachsen eng aneinanderliegende Tentakel, an deren Spitzen die Pflanze ein zuckriges, klebriges Fangsekret absondert. Das Fettkraut (Pinguicula) scheidet die Flüssigkeit direkt über ihre Blätter aus.

Das süße Sekret lockt Insekten wie beispielsweise Mücken an und ist so klebrig, dass die Beute daran kleben bleibt. Die Blätter beziehungsweise Tentakel sondern dann Verdauungsenzyme ab, welche das Insekt an Ort und Stelle zersetzen und in aufnehmbare Nährstoffe umwandelt.

Besonders raffiniert: Fallgruben

Fleischfressende Pflanzen wie Kannen-, Krug- oder Schlauchpflanzen tragen Fallen, die eine Kannen-, Krug- oder Schlauchform aufweisen. Insekten werden durch den süßlichen Geruch der Verdauungsenzyme angelockt und lassen sich auf am Rand des Gefäßes nieder. Aufgrund einer speziellen Flüssigkeit ist dieser jedoch sehr glatt, sodass die Tiere ins Innere der Pflanze abrutschen und dort verdaut werden.

Die richtige Pflege für fleischfressende Pflanzen

Obwohl die Gewächse auf nährstoffarmen Böden gut überleben, ist die Pflege der Zimmerpflanzen nicht ganz so einfach. Informieren Sie sich deshalb ausreichend über die Bedürfnisse ihres Karnivors.

Eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent ist das absolute Minimum für fleischfressende Pflanzen. Je nach Art kann auch eine Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100 Prozent für eine erfolgreiche Kultur nötig sein.

Für manche Arten ist ein geschlossenes Terrarium die ideale Kulturumgebung. Andere, wie beispielsweise die Wanzenpflanzen (Roridula), brauchen bewegte Luft. Hier kann ein Nebler, der Wasser via Ultraschall in feinen Nebel verwandelt, Abhilfe verschaffen.

Kein Dünger und kalkarmes Wasser!

Experten raten davon ab, eine normale Blumenerde als Substrat zu verwenden. Geeigneter ist eine Mischung aus Hochmoortorf – am besten Weißtorf – und Quarzsand. Auf Dünger soll generell verzichtet werden.

Gegossen werden darf nur mit kalkarmen Wasser, wie beispielsweise Regenwasser. Eine Mischung aus destilliertem Wasser mit einem zehnprozentigen Anteil von Leitungswasser ist auch in Ordnung.

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Fleischfressende Pflanzen können bis zu einem gewissen Grad auch dabei helfen, Fruchtfliegen los zu werden.

Ebenso wie fleischfressende Pflanzen leben Sukkulenten dort, wo andere Gewächse keine Chance hätten. Obwohl sie so pflegeleicht sind, gibt es doch ein paar Dinge zu beachten: Das sind die besten Tipps und Tricks!

Wenn die Tage dunkler werden, bekommen Pflanzen immer weniger Tageslicht. Eine Pflanzenlampe kann Ihnen dabei helfen, Ihre Pflanzen sicher über den Winter zu bringen.

Ein grünes Zuhause tut einfach gut – doch was, wenn der grüne Daumen einfach nicht vorhanden ist? Sehen Sie im Video sehr robustes Grünzeug!

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