Aktualisiert: 10.12.2020 - 19:01

Achtung, Kälte-Schock Frostschäden an Pflanzen: Das können Sie tun!

Von Franziska Wohlfarth

Während der kalten Jahreszeit erleiden viele Pflanzen Frostschäden. Lesen Sie, was Sie dagegen tun können.

Foto: gettyimages.de/VCG

Während der kalten Jahreszeit erleiden viele Pflanzen Frostschäden. Lesen Sie, was Sie dagegen tun können.

Eingerollte Blätter, herunterhängende Triebe und matschige Stauden: Daran erkennen Sie eine Pflanze, die Frostschäden davongetragen hat. Doch keine Panik: Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Pflanzen bei Kälte schützen und pflegen.

Frostschäden sind ein Albtraum für jeden Hobby-Gärtner. Die erste Kältewelle kommt oft überraschend, die Pflanzen sind den eisigen Temperaturen wehrlos ausgeliefert. Als Folge hängen die Triebe leblos herunter, Zweige von Bäumen und Sträuchern erscheinen braun bis schwarz, Stauden machen einen matschigen Eindruck, die Blätter haben sich zusammengerollt. Doch keine Panik: Mit diesen Tipps retten Sie Ihre Pflanzen vor Frostschäden.

Frostschäden an Pflanzen: Das können Sie tun!

Der Frost zerstört zuerst das junge, wasserreiche Gewebe der Blätter und Triebspitzen. Wenn man früh genug reagiert, können der verholzte Teil der Pflanze und die Wurzeln noch gerettet werden.

Holen Sie die betroffenen Pflanzen zunächst ins Haus und stellen Sie sie an einen hellen Ort mit einer Lufttemperatur von 5 bis 7 Grad Celsius. Gießen Sie sparsam und beobachten Sie die Pflanze. Triebspitzen die sich in dieser Zeit nicht wieder aufrichten, können entfernt werden. Abgefrorene Blätter sollten erst abgeschnitten werden, wenn diese komplett eingetrocknet sind.

Als Nächstes kann die Pflanze ins Winterquartier umziehen, wo sie sich über die Wintermonate erholen kann. Es empfiehlt sich, die Pflanze im Frühjahr umzutopfen und besonders gründlich auf Schädlinge zu kontrollieren.

Was tun bei Frostschäden an Rasen und Beetpflanzen?

Pflanzen im Beet lassen sich nicht so einfach retten wie Kübelpflanzen. Die erfrorenen Teile sollten erst abgeschnitten werden, sobald sie neu austreiben.

Doch nicht nur Beet- und Kübelpflanzen können vom Frost geschädigt werden: Auch Rasen kann unter den kalten Temperaturen leiden. Vermeiden Sie es unbedingt, auf dem gefrorenem Gras zu laufen. Dabei brechen die einzelnen Halme bis ganz nach unten ab und erholen sich danach nur noch sehr schlecht. Wenn ein frostbeschädigter Rasen betreten wurde, erkennt man das im Frühjahr an dunklen, matschigen Stellen im Gras.

Nach dem ersten Schnee ist es noch nicht zu spät, den Rasen zu retten: Sobald die Schneeschicht wieder abgetaut ist, sollte das letzte Laub unbedingt entfernt werden, damit sich keine Pilzerkrankung darunter bildet.

Wenn die Temperaturen steigen und das Wachstum des Rasens wieder einsetzt, dauert es etwa vier Wochen, bis neues Grün nachwächst und die Frostschäden nicht mehr sichtbar sind.

Frostschaden oder Frosttrocknis?

Obwohl Pflanzen im Winter weniger Wasser brauchen als im Sommer, sollte das Gießen nicht vernachlässigt werden. Wenn die Pflanzen durstig sind, zeigt sich das durch herunterhängende Blätter. Hier wird schnell ein Frostschaden vermutet, obwohl es sich tatsächlich um Trockenheit handelt.

Diese sogenannte Frosttrocknis entsteht dadurch, dass die Pflanzen zwar Wasser durch Transpiration verlieren, durch den gefrorenen Boden jedoch kein neues aufnehmen können.

So können Sie Ihre Pflanzen schützen!

Frostempfindliche Pflanzen können mit einem Vlies oder einer Decke abgedeckt werden. Bei kleinen Balkonpflanzen reicht auch manchmal nur eine Tasse. Hauptsache ist, dass sich die Luft um die Pflanze erwärmen kann.

Um die Verdunstung über die Topfwände zu reduzieren und die Wurzeln vor den kalten Temperaturen zu schützen, ist bei Kübelpflanzen eine zusätzliche dicke Ummantelung aus Jute, Schilf- oder Kokosmatten hilfreich. Leichtere Blumenkübel können auch über Nacht in den Hausflur umziehen.

An Bäumen empfiehlt sich eine etwa fünf Zentimeter dicke Mulchschicht aus humusreichem Reifkompost als Schutz vor Bodenfrost. Die Profis im Wein- und Obstbau nutzen in der kalten Jahreszeit sogenannte Frostschutz-Kerzen. Das sind mit Paraffin-Wachs gefüllte Eimer, in denen ein Docht steckt. Wenn die Temperatur unter Null rutscht, werden die Eimer angezündet und so lange am Brennen gehalten, bis es wieder etwas wärmer wird.

Auch Rasen kann auf Frost vorbereitet werden: Er sollte vor dem Winter noch einmal zurückgeschnitten und vertikutiert werden. Auch Herbstdünger ist ein gutes Stärkungsmittel, damit Stauden, Gehölze und auch der Rasen gut durch den Winter kommen. Er enthält besonders viel Kalium, was den Triebabschluss bei Pflanzen fördert.

Beginnen Sie also frühzeitig damit, Ihren Garten auf die eisigen Nächte vorzubereiten. Und verlieren Sie nicht die Hoffnung, wenn der Winter dieses Jahr unerwartet kam: Wenn frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden, erholen sich die meisten Pflanzen im Frühjahr wieder.

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