Aktualisiert: 06.11.2020 - 07:18

Rhododendron und Co. Diese Pflanzen sollten Sie nicht mit Kompost düngen

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Komposterde ist kostengünstig und nachhaltig – doch sie ist kein Universaldünger. Wir sagen Ihnen, welche Pflanzen keinen Kompost vertragen.

Foto: iStockphoto.com/malerapaso

Komposterde ist kostengünstig und nachhaltig – doch sie ist kein Universaldünger. Wir sagen Ihnen, welche Pflanzen keinen Kompost vertragen.

In einem Komposthaufen kann ganz einfach kostengünstiger und wertvoller Dünger selbst hergestellt werden. Dieser ist jedoch nicht für alle Pflanzen geeignet: Wir verraten Ihnen welche Bestandteile für welche Pflanzen schädlich sein können und welche Alternativen es gibt.

In einem Komposthaufen erhält Bioabfall eine besondere Verwertung: Durch Mikroorganismen, die das Pflanzenmaterial umwandeln, entsteht ein wertvoller und kostengünstiger Dünger, den Sie das ganze Jahr über geben können. Doch aufgrund seiner Zusammensetzung ist er nicht für alle Pflanzen geeignet. Welche Pflanzen Sie besser nicht mit Kompost düngen sollten, auf welche Alternativen Sie für diese zurückgreifen können.

Kompost: Darum kann er für Pflanzen schädlich sein

Neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Kalium und Phosphor, welche Pflanzen für eine optimale Versorgung brauchen, enthält Kompost außerdem Kalk. Nicht alle Pflanzen vertragen den aber – beispielsweise der Rhododendron, der eine kalkfreie, sehr lockere und humusreiche Erde benötigt. Kalk setzt zwar am Anfang Nährstoffe frei, fördert im Boden allerdings gleichzeitig den Humusabbau und laugt diesen auf Dauer aus.

Besonders in Kombination mit organischem Dünger können in Kompost im Verlauf des Pflanzenwachstums hohe Salzgehalte auftreten. Zwar wird Salz in gewissen Mengen für die Wasseraufnahme benötigt, doch wirkt es in zu hoher Konzentration in den Pflanzenzellen als Gift: Die Photosynthese und Aktivität von Enzymen wird unterdrückt, die Stoffwechselprozesse werden gestört und die Pflanze verkümmert.

Welche Pflanzen vertragen keinen Kompost?

Allgemein lässt sich sagen, dass alle Pflanzen, die einen sauren, kalkarmen oder mineralischen Boden zum Gedeihen brauchen, empfindlich auf Komposterde reagieren. Das sind beispielsweise:

  • Erdbeeren
  • Heidelbeeren
  • Rhododendron
  • Lavendel
  • Primeln
  • Hornveilchen
  • Adonisröschen
  • Sommerheide

Diese alternativen Düngemethoden können Sie nutzen

Laubhumus hat sich als Alternative zum herkömmlichem Kompost bewährt, da er besonders für kalk- und salzempfindliche Pflanzen unbedenklich ist. In Drahkörben lässt er sich unkompliziert aus Herbstlaub herstellen: Durch die Tätigkeit von Mikroorganismen werden die Blätter zu Erde umgewandelt, nach etwa zwei Jahren kann das entstandene Laubhumus als Düngemittel verwendet werden.

Wer den Vorgang beschleunigen möchte, kann einfach Rasenschnitt und Häckselgut in das Laub mischen. Durch den Stickstoff, der in den frischen Gräsern enthalten ist, können sich die Mikroorganismen rascher vermehren, das Herbstlaub wird so schneller zersetzt.

Besonders geeignet sind die Blätter von Obstgehölzen, Esche, Eberesche, Hainbuche, Ahorn und Linde. Das Laub von Birke, Eiche, Walnuss und Kastanie enthält hingegen viele Gerbsäuren, die den Zersetzungsprozess bremsen.

Eine weitere Alternative sind Hornspäne, die aus den Hörnern und Hufen von Rindern hergestellt werden. Durch ihre Zusammensetzung und ph-Neutralität können sie als Universaldünger verwendet werden und sind somit für alle Pflanzenarten geeignet.

Die Wirkungsweise hängt von der Partikelgröße ab: Fein zermahlenes Hornmehl zersetzt sich im Boden rasch und wirkt daher für einen organischen Dünger relativ schnell. Das gröber gemahlene Horngrieß gibt seine Nährstoffe langsamer und nachhaltiger ab.

Bei den Inhaltsstoffen überwiegt der Stickstoff, die Anteile an Schwefel, Kali und Phosphor sind vernachlässigbar klein. Das ist allerdings kein Problem, da diese Nährstoffe in unseren heimischen Böden bereits ausreichend vorhanden sind.

Auch Kaffeesatz eignet sich hervorragend für Pflanzen, die einen sauren Humusboden bevorzugen, beispielsweise Hortensien, Rhododendron und Heidelbeeren. Er ist reich an Stickstoff und gibt dem Boden einen leicht sauren ph-Wert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Regenwürmer von dem Kaffeesatz angeködert werden, die den Boden auflockern. Unliebsame Schädlinge wie Schnecken und Ameisen werden durch ihn auf der anderen Seite ferngehalten.

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