Aktualisiert: 18.05.2020 - 21:50

Bienenparadies Wildblumenwiese anlegen und pflegen: So schaffen Sie Lebensraum

Eine bunte Vielfalt an Blüten sieht nicht nur toll aus: Eine Wildblumenwiese ist ein wahres Paradies für die für uns wichtigen Bienen und andere Insekten.

Foto: iStock/Kerrick

Eine bunte Vielfalt an Blüten sieht nicht nur toll aus: Eine Wildblumenwiese ist ein wahres Paradies für die für uns wichtigen Bienen und andere Insekten.

Bunte Wildblumen sind unterschätzt: Sie bieten Bienen und anderen wichtigen Insekten einen Lebensraum – und sehen auch noch ganz fantastisch aus.

Der englische Rasen ist out. Akkurat geschnittene Grünflächen ohne jegliche Farbenvielfalt machen darüber hinaus auch noch jede Menge Arbeit. Gut, dass der Trend in Richtung bunt und wild geht. Und das Beste daran: Wenn Sie statt Rasen einfach eine Wildblumenwiese anlegen, bieten Sie Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co einen wichtigen Lebensraum.

Wildblumenwiese: Für Bienen ein Fest!

Nicht nur Bienen kämpfen immer mehr ums Überleben. Sowieso geschwächt durch Pestizide finden sie und andere wichtige Insekten kaum Nahrung auf grünem, blumenleerem Rasen.

Warum also nicht einfach mal ein bisschen Farbe in den eigenen Garten (oder auf den Balkon) bringen und eine Wildblumenwiese säen? Die bietet Honigbienen, Schmetterlingen, Hummeln, Schwebfliegen und anderen Insekten ein wahres Festmahl, sieht toll aus und ist darüber hinaus auch noch echt pflegeleicht.

Ein paar Dinge gibt es trotzdem zu beachten – etwa die Wahl des Saatgutes.

Der richtige Zeitraum, eine Wildblumenwiese anzulegen, liegt übrigens zwischen März und Mai. Im Juni ist das Anlegen aber auch noch möglich.

Schritt 1: Saatgut kaufen

Schauen Sie sich gut um und lesen Sie genau, was auf der Verpackung des Saatgutes angegeben ist – oder holen Sie sich Rat im Gartenfachhandel. Denn nicht alle Blumen sind für Bienen und Schmetterlinge als Nektarquelle geeignet. Heimische Pflanzen sollten es sein – solche, die dem Insekt bekannt sind. Auf Saatgutmischungen ist in der Regel vermerkt, ob die Blumen bienenfreundlich sind.

Es gibt einjährige und mehrjährige Wildblumenmischungen. Letztere ist die ökologischere und einfachere Variante. Toll dabei: Die Blumen blühen zu unterschiedlichen Zeiten, möglicherweise wachsen manche Arten erst im zweiten Jahr. Eine einjährige Wiesensaat ist dagegen meist bunter, muss aber jedes Jahr neu ausgesät werden.

Schritt 2: Boden richtig vorbereiten

Wieder zuhause und bienenfreundliches Saatgut vorhanden? Dann suchen Sie sich jetzt die Stelle, die später in ein Blütenmeer verwandelt werden soll. Am besten ein sonniges Plätzchen – halten Sie sich dabei aber an die Angaben auf der Saatgut-Tüte. Dort steht, welche Art Standort die Blumen zum Wachsen benötigen. Dann heißt es: Boden gut auflockern und gerne mit etwas Sand mischen und ihn abmagern. Wildblüten mögen keinen humusreichen Boden. Abmagern bedeutet: Sie mischen die oberen 15 bis 20 Zentimeter des Bodens mit Sand oder Sie arbeiten eine Schicht Sand in der Dicke von fünf bis zehn Zentimetern Sand unter. Dabei wird dann auch direkt das Gras entfernt und der Höhenunterschied aufgrund der fehlenden Grasnarbe ausgeglichen.

Schritt 3: Saatgut aufbringen

Dann können Sie das Saatgut wie beim Rasen säen auf der Bodenfläche verteilen. Rechnen Sie bei Wildblumen etwa mit fünf bis zehn Gramm Saatgut pro Quadratmeter Fläche. Tipp: Vermischen Sie das Saatgut vorher mit etwas Sand, so lässt es sich besser verteilen.

Sobald alles ausgesät ist, nehmen Sie einen Rechen und arbeiten die Samen vorsichtig in den Boden ein.

Zum Schluss wird der Boden noch verdichtet, damit leichte Samen nicht vom Wind weggetragen werden. Entweder nehmen Sie dafür eine kleine Walze – oder einfach Ihre Gartenschuhe. Wichtig ist, dass alle Samen von der Erde umschlossen sind und nicht oben aufliegen.

Schritt 4: Boden wässern – und abwarten

Damit die Samen keimen können, brauchen sie jetzt natürlich noch ein bisschen Wasser. Achten Sie darauf, dass Sie die ausgesäte Fläche in den kommenden vier bis sechs Wochen immer feucht halten. Das ist vor allem wichtig, wenn es – wie so oft derzeit – wieder tagelang nicht regnet.

Jetzt heißt es nur noch abwarten. Die Samen haben meist unterschiedliche Keimzeiten, daher wird Ihre Wildblumenwiese mit der Zeit immer vielfältiger – auch, wenn sie anfangs vielleicht etwas karg aussehen mag.

Schritt 5: Wiese pflegen

Sie können Ihre Wildblumen jetzt einfach wachsen lassen. Aber der Blütenteppich wird noch dichter, wenn Sie ihn hin und wieder auch einmal mähen. Nach zehn Wochen sollten Sie dies zum ersten Mal tun. So hat Unkraut wenig Chance, die ausgesäten Blumen treiben aber schnell wieder in die Höhe. Mähen Sie im ersten Jahr ruhig mehrmals, um später eine richtig dichte, bunte Wiese zu erhalten. In den Folgejahren sollte es reichen, die Wiese einmal zwischen Juli und September abzumähen.

Extratipp für glückliche Bienen: Mähen Sie in zwei Durchgängen. Eine Hälfte bleibt noch eine bis zwei Wochen länger stehen. So finden Insekten trotzdem noch Nahrung, während die bereits abgemähte Fläche wieder austreiben kann. Warum wir das Bienensterben schleunigst aufhalten müssen, lesen Sie hier.

Das große Bienensterben und was wir dagegen tun können
Das große Bienensterben und was wir dagegen tun können

Die Wiese wird über die Jahre immer bunter und vielfältiger. Denn die Blumen entziehen dem Boden nach und nach Nährstoffe, weshalb sich dazwischenmogelnde Gräser irgendwann keine Chance mehr haben.

Tipp: Sie haben nur einen Balkon? Wildblumen lassen sich auch im Blumenkasten aussäen. Aber Vorsicht: Sie können sehr hoch werden!

Sie sehen, eine Wildblumenwiese anzulegen ist gar nicht schwer: Einfach säen, ein bisschen aufs Wasser achten und wuchern lassen, hin und wieder einmal abmähen und neu treiben lassen – und schon finden Bienen und Co wieder mehr Nektar. Pluspunkt: Hin und wieder können Sie sich so auch ein buntes Sträußchen für die Wohnung zusammenpflücken!

Bei uns lesen Sie außerdem, wie Sie einen Kräutergarten anlegen.

Mehr Informationen rund um den Garten und Balkon finden Sie auf unserer Themenseite.

Quellen: nabu.de, bienenstaat.net, geo.de, mein-schoener-garten.de

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