21.02.2020 - 14:51

Ganz ohne Chemie Kartoffelkäfer bekämpfen: Hausmittel, Tipps und Tricks

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Kartoffelkäfer – So werden Sie ihn los

Kartoffelkäfer – So werden Sie ihn los

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Sie fressen unser Gemüse im Garten an und können ganz schön lästig werden. Schlimm sind Kartoffelkäfer aber nicht. Wie Sie Kartoffeln und Co dennoch vor den gefräßigen Käfern und ihren Larven schützen, ohne gleich die Chemiekeule zu schwingen, lesen Sie hier.

Kartoffelkäfer sind extrem gefräßig. Und sie vermehren sich geradezu explosionsartig. Aus der Sicht von Hobby- und Profi-Gärtnern zählen die Tiere längst zu den gefährlichsten sogenannten Schädlingen überhaupt. Jetzt aber in Panik zu geraten, wenn Sie an Ihren Pflanzen Kartoffelkäfer ausgemacht haben, ist nicht nötig. Denn es gibt hocheffiziente Methoden, mit denen Sie Kartoffelkäfer bekämpfen können. Dabei ist hier aber nicht etwa von Chemiekeulen und aggressiven Pestiziden die Rede, sondern vielmehr von wirksamen Hausmitteln aus der Schatzkammer von Mutter Natur.

Kartoffelkäfer bekämpfen: So geht's

Überprüfen Sie – etwa ab Ende Juni – zunächst in regelmäßigen Abständen die Blattunterseiten Ihrer Pflanzen auf Kartoffelkäfer sowie auf deren Larven und Eier. Letztere zeichnen sich durch ihre leuchtend orange Farbgebung sowie die leicht zylindrische Form aus. Die meist rotbraunen oder gelblichen Larven mit ihren schwarzen Punkten auf der Körperoberfläche sind hingegen sowohl auf den Ober-, als auch auf den Blattunterseiten anzutreffen.

Der Gesundheit und der Umwelt zuliebe: Kartoffelkäfer bekämpfen mit "Pflanzenpower"

Ob auf Kartoffelpflanzen und Auberginenpflanzen oder auf Tomaten- und Paprika-Gewächsen – Sie sollten Kartoffelkäfer bekämpfen, indem Sie in erster Linie auf natürliche Mittel setzen. Chemische Präparate sollten hingegen nicht zum Einsatz kommen, damit Sie Ihre Ernte später auch noch genussvoll verzehren können – ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen in Kauf nehmen zu müssen. Außerdem muss es ja nicht sein, die Tiere unnötigen Qualen auszusetzen. Auch wenn sie als Schädlinge gelten, sind sie dennoch Lebewesen.

Die besten Tipps, um Kartoffelkäfer zu bekämpfen

Hilfreich sind also vor allem Hausmittel, ähnlich wie es beim Bekämpfen von Blattläusen auch ist. Das Schöne daran neben den gesundheitlichen und tierfreundlichen Aspekten ist auch, dass die gar nicht teuer sind. Aber lesen Sie selbst:

  1. Sammeln Sie die Larven, die Eier und die Käfer regelmäßig ab. Es ist problemlos möglich, die kleinen Tierchen in die Hand zu nehmen, um sie hernach zu entfernen. Am besten setzen Sie sie an ganz anderer Stelle in der Natur aus, damit sie sich an anderen Pflanzen laben können, die nicht auf Ihrem eigenen Speiseplan stehen. Sollten Sie sie doch gänzlich loswerden wollen, können Sie sie auch in ein verschließbares, luftdichtes oder in ein mit Wasser gefülltes Gefäß geben. Dort sterben sie allerdings. Wir raten davon ab.
  2. Nutzpflanzen, die mit Kartoffelkäfern bzw. mit Eiern oder Larven besiedelt sind, sollten eine möglichst schnelle "Erste Hilfe" erfahren. Entfernen Sie zunächst die Käfer sowie die sichtbaren Larven und Eier und umhüllen Sie die Pflanzenteile danach mit einer Klarsichtfolie. Diese fixieren Sie an der Pflanze, sodass keine Luft hindurchdringen kann. Mögliche noch vorhandene Käfer werden angesichts des Sauerstoffmangels allerdings nach etwa zwei bis drei Tagen ersticken.
  3. Mit Kaffeesatz können Sie ebenfalls leicht Kartoffelkäfer bekämpfen. Wenn sich in den frühen Morgenstunden noch etwas Tau auf den Blättern befindet, haftet das Pulver besser. Weder den Geruch noch den Geschmack schätzen die kleinen Plagegeister. Sie werden daher schon bald von den Pflanzen ablassen und keinen Schaden mehr anrichten.
  4. Pfefferminztee ist ein weiteres "Wundermittel", um Kartoffelkäfer zu bekämpfen: Zwei Hände voll mit zerkleinerten Pfefferminzblättern werden mit etwa drei bis fünf Litern Wasser übergossen. Kochen Sie das Ganze kurz auf und lassen Sie es dann etwa eine halbe Stunde lang ziehen. Nach dem Erkalten des "Tees" seihen Sie die Pflanzenteile ab. Danach sprühen Sie die Flüssigkeit im Verhältnis 1 : 10 mit Wasser verdünnt oben und unten auf die Blätter der befallenen Pflanzen. Je häufiger die Pflanzen damit behandelt werden, desto rascher werden Sie die Kartoffelkäfer los.
  5. Um die Kartoffelkäfer zu bekämpfen, bietet sich auch Urgesteinsmehl geradezu an. Es handelt sich dabei um sehr fein gemahlenes Gestein mit einem hohen Anteil an Kieselsäure und Nährstoffen. Insofern ist es zusätzlich ein sehr guter Dünger. Andererseits greifen Gartenbesitzer gerne auf das Naturprodukt zurück, weil sich damit hervorragend Kartoffelkäfer bekämpfen lassen. Sie müssen nichts weiter tun, als die befallenen Gewächse mit dem Mehl zu bestäuben. Die so entstehende dünne Schicht auf den Blättern verabscheuen die Schädlinge. Ihnen steht folglich keine Nahrung mehr zur Verfügung, sodass sie über kurz oder lang absterben oder wegkrabbeln werden. Die Tatsache, dass das Urgesteinsmehl den Kartoffelkäfern Körperflüssigkeit entzieht, ist dabei ein weiterer Effekt. Die Schädlinge trocknen im Zuge dessen sukzessive aus.

Befall durch Kartoffelkäfer vorbeugen

Statt Kartoffelkäfer zu bekämpfen, können Sie ihnen durchaus auch vorbeugen. Beim Aussäen der Saat oder beim Setzen der Pflänzchen sollten Sie in ihrer direkten Umgebung entweder Kümmel oder Zwiebelknollen ins Erdreich geben. Beide sondern unterirdisch einen Geruch ab, den Kartoffelkäfer so gar nicht mögen. Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie mit Meerrettich, Pfefferminze und Spinat. In jedem Fall reduziert sich durch die "stinkenden Nachbarn" die Gefahr, dass Ihr kostbares Pflanz- oder Saatgut von Kartoffelkäfern heimgesucht wird.

Frei nach dem Motto: "Je früher, desto besser", ist es ratsam, Kartoffeln, Paprika, Tomaten und Co jedes Jahr in einem anderen Beet anzupflanzen. Kartoffelkäfer haben die Angewohnheit, in der Erde zu überwintern – in nächster Umgebung zu ihrer Lieblingsnahrung. Um einem Befall vorzubeugen, wählen Sie also jedes Jahr aufs Neue den Standort mit Bedacht aus.

Fazit: Statt auf Gift auf natürliche Mittel setzen

Kartoffelkäfer richten oft erheblichen Schaden an. Dennoch ist es nicht erforderlich, gleich schwere Geschütze in Form chemischer Substanzen aufzufahren. Durch eine solche Maßnahme kommen die Nutzpflanzen direkt mit dem Gift in Berührung und müssen vor dem Verzehr gründlich gereinigt werden. Auch für die Umwelt sind Chemiekeulen alles andere als vorteilhaft. Und vernichten müssen Sie die Käfer auch nicht gleich. Wählen Sie Ihre Waffen, mit denen Sie Kartoffelkäfer bekämpfen wollen, daher lieber mit Bedacht und setzen Sie auf natürliche Methoden. Es lohnt sich!

Weitere Haushaltstipps sowie Tipps für den Garten und den Balkon finden Sie auch auf unseren Themenseiten. Dort geben wir Ihnen auch Tipps, wie Sie etwa eine Marienkäferplage im Haus sanft loswerden.

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