24.12.2019 - 11:31

Loxosceles tenochtitlan Neue Spinnenart entdeckt: Ihr Biss kann unser Fleisch verwesen lassen

Die Geigenspinne, Loxosceles tenochtitlan, kommt in Mexiko vor und ihr Biss kann schlimme Wunden verursachen.

Foto: Biologischen Institut der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM)

Die Geigenspinne, Loxosceles tenochtitlan, kommt in Mexiko vor und ihr Biss kann schlimme Wunden verursachen.

Der Horror eines jeden Arachnophobikers: Ein Spinnenbiss, der dazu führt, dass sich das Fleisch um die Wunde herum auflöst. Und das kann durchaus passieren...

Sie versteckt sich gerne in Möbeln und Ritzen, ihr Biss ist zwar nicht tödlich, kann aber für den Menschen äußerst unangenehm enden: Forscher haben in Mexiko eine neue Spinnenart entdeckt, deren Gift menschliches Fleisch zersetzen kann. Das Gruselige: Die Spinne mit dem klangvollen Namen Loxosceles tenochtitlan, umgangssprachlich Geigenspinne, könnte auch nach Europa kommen.

Geigenspinne: Loxosceles tenochtitlan hinterlässt nekrotische Wunden

Eigentlich soll sie eher zu den schüchternen Zeitgenossen gehören, erklären die Forscher vom Biologischen Institut der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM). Doch bei Bedrohung kann sie schnell zubeißen. Vor allem in Häusern macht es sich die Spinnenart während der Regenzeit demnach gerne gemütlich, genau dann, wenn die Männchen auf der Suche nach den Weibchen sind. In Möbeln, zwischen Kleidern, in Sofaritzen oder im Bett – überall da, wo angenehme Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und genügend Nahrung vorhanden zieht. "Dadurch laufen wir Gefahr in Kontakt mit ihnen zu kommen", erklärt Alejandro Valdez-Mondragón vom UNAM.

Sauberkeit und möglichst keine Abfälle im Haus lagern: Das ist die Empfehlung der Wissenschaftler. Denn wenn die Spinne da ist und sich einmal angegriffen fühlt, kann es schmerzhaft werden – aber erst nach einiger Zeit.

Denn der Biss schmerzt anfangs gar nicht, wird gerne mit einem Insektenstich verwechselt. Doch wenn das Gift sich ausbreitet, kann sich das Fleisch rund um die Bisswunde geradezu auflösen. Solche nekrotischen Wunden können bis zu 40 cm groß werden und brauchen laut Forscher eine lange Zeit, um wieder zu verheilen. Das durch die Nekrose abgestorbene Gewebe ist dann allerdings nicht mehr zu retten, tiefe Narben bleiben zurück.

Die Wissenschaftler empfehlen zur Prävention, das eigene Haus immer sauber und frei von Abfällen zu halten. Bei einem Biss ist Vorsicht geboten: Weil dieser anfänglich nicht schmerzt und einem Insektenstich ähnelt, würden diese oft zu lange ignoriert. Im Zweifelsfall solle man sofort einen Arzt aufsuchen.

Bisher in Mexiko gefunden – Europa in Gefahr?

Entdeckt haben die Forscher die Spinnenart unter anderem in Mexiko Stadt – und die Geigenspinne erst mit einer anderen Art verwechselt. Man nahm an, dass sie durch Pflanzen eingeschleppt wurde. Doch alles deutet darauf hin, dass Loxosceles tenochtitlan natürlich in der Gegend vorkommt. Und aufgrund von Handel und Klimawandel könnte sie sich durchaus weiter ausbreiten, wie Forschende vermuten. Über Nordamerika könnte sie den Weg auch in unsere Gefilde finden und hier ein Zuhause finden, wenn es weiter wärmer und feuchter wird. Allerdings müsste sie den Transport erst einmal überleben.

Spinnen mit nekrotischem Gift gibt es aber hier durchaus schon: etwa die Dornfingerspinne. Und auch andere Giftspinnen wie die Hauswinkelspinne sind häufige Besucher in deutschen Wohnungen und Häusern. Zwar auch nicht tödlich, aber dafür sehr schmerzhaft ist etwa der Biss der "Falschen Witwe". Also: Lieber immer alles gut sauber halten und aufräumen. Dann fühlen sich Krabbeltiere aller Art auch nicht ganz so wohl.

Rund ums Weihnachtsfest sollten Sie aber auch regelmäßig putzen – denn in Weihnachtsbäumen können sich unglaublich viele Insekten verstecken.

Quelle: https://www.dgcs.unam.mx/boletin/bdboletin/2019_852.html

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