Aktualisiert: 14.11.2020 - 14:15

Störenfried für Mensch und Natur Laubbläser: Tödliche Bedrohung für Igel und Co.

Bitte nicht benutzen: Warum Laubbläser für Igel und Co. eine tödliche Bedrohung darstellen – und auch sonst nicht zum einsatz kommen sollten.

Foto: imago images / Panthermedia

Bitte nicht benutzen: Warum Laubbläser für Igel und Co. eine tödliche Bedrohung darstellen – und auch sonst nicht zum einsatz kommen sollten.

Der Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern kann nicht nur in der Nachbarschaft für Unmut sorgen: Die lärmigen Geräte bedrohen viele tierische Gartenbewohner wie den Igel, können ihnen sogar den Tod bringen. Natuschützer raten dringend davon ab, sie zu benutzen.

Laubsauger haben einen zweifelhaften Ruf: Ihr ohrenbetäubender Lärm bringt viele zur Weißglut, ihre Abgasbelastung ist happig – vor allem aber sind sie für Kleintiere, die in unseren Gärten Zuflucht vor der winterlichen Kälte suchen, eine tödliche Bedrohung. Allen voran der Igel. Laubbläser sollten deshalb bitte nicht verwendet werden, raten Naturschützer eindringlich. Außerdem haben die lärmigen Geräte auch noch weitere Nachteile...

Warum Laubbläser für Igel und Co. eine tödliche Bedrohung darstellen

Mit dem Einsatz von Laubsaugern tut man der Umwelt sicherlich keinen Gefallen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) etwa prangert die tödliche Wirkung von Laubsaugern auf viele nützliche Insekten an. Das Gerät kann einen Sog von bis zu 220 Stundenkilometern erzeugen, die folgende Häckselfunktion gibt den Tieren endgültig den Rest. Auch Tiere, die sich im Laub oder auf den bodennahen Schichten befinden, haben keine Chance – es endet tödlich für sie.

Nicht nur Käfer oder Spinnen werden zerstückelt, es kann auch Frösche oder kleine Igel treffen. Laut Bund Naturschutz in Bayern sollte man sich der wichtigen Funktionen bewusst sein, die die Tiere und das Laub erfüllen. Das Fehlen dieser führe zu einer Verarmung des Bodenlebens sowie zu einer Unterbrechung der Humusbildung. Wenn das Laub restlos entfernt und entsorgt wird, fehlt den Tieren auch ein wichtiger Unterschlupf für den Winter und der Kampf ums Überleben wird für die nützlichen Insekten, Schmetterlingslarven und Igel noch härter, als er sowieso schon ist.

Nasses Laub: Besen und Rechen sind die bessere Wahl

Wie der Bund Naturschutz (BN) auf seiner Seite informiert, rät auch das Umweltbundesamt vom Einsatz der Geräte ab – und empfiehlt stattdessen,das Laub zu Haufen aufzurechen: "Das freut den Igel ebenso wie Schmetterlingslarven, Glühwürmchen, Marienkäfer, Molche und Falter, die hier über den Winter Unterschlupf finden."

Auch der NABU rät, nach Möglichkeit komplett auf den Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern zu verzichten. Es störe ja nicht, Laub unter Bäumen oder in Sträuchern liegenzulassen. Im Sommer kann man sich dann zudem über einen bewohnten und bunten Garten freuen, wenn die Schmetterlinge den heimischen Garten mit ihrer Anwesenheit schmücken.

Wer also unbedingt das Laub entfernen will, sollte zu Rechen und Besen greifen. Gerade bei nassem Laub eignen sich die "altmodischen" Gerätschaften besser und sind für Mensch und Tier erträglicher und verträglicher.

Laubbläser: Ohrenbetäubende Lärmmacher

Laubbläser und Laubsauger fallen den meisten Menschen sicherlich vor allem wegen ihres ohrenbetäubenden und störenden Lärms auf, wenn in der Nachbarschaft mal wieder die Säuberung von Straßen und Grünflächen von Laub ansteht. Je nachdem, welches Modell eingesetzt wird, können die Geräte bis zu 110 Dezibel erzeugen und sind somit lauter als so mancher Presslufthammer oder gar die ein oder andere Kreissäge. Ihr Einsatz ist nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz geregelt. Dieses sieht vor, dass Laubbläser nur an Werktagen zwischen 9 und 13 Uhr, sowie zwischen 15 und 17 Uhr zum Einsatz kommen dürfen. Laubbläser mit dem EG-Umweltzeichen CE dürfen hingegen auch werktags zwischen 7 und 20 Uhr eingesetzt werden. Es kann allerdings noch regionale Unterschiede geben.

Wer sich nicht an die Regelungen zur Benutzung von Laubbläsern und Laubsaugern hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Laut Bußgeldkatalog können dafür bis zu 5.000 Euro fällig werden.

Abgasbelastung durch Laubbläser für Mensch und Umwelt

Gerade ältere Geräte werden oft mit einem Zweitaktmotor betrieben und erzeugen Abgase, die nicht unbedingt sein müssten. Die Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) aus dem Jahr 2002 besagt, dass ein Laubbläser mit Zweitaktmotor in der Stunde 270 Gramm unverbrannte Kohlenwasserstoffe ausstößt. Diese Menge entspricht der 200-fachen Menge des Ausstoßes eines PKW mit geregeltem Katalysator. Die neueren Modelle der Geräte stoßen zwar nur noch 60 Gramm aus, doch auch dieser Wert ist noch zu hoch. Zudem setzen Laubbläser auch Stickoxide frei, die die Bildung von bodennahem Ozon begünstigen.

Feinstaubbelastung durch eingesetzte Laubbläser

Nicht nur die Gartenanlagen werden mit den Laubbläsern "gereinigt", sondern auch Gehwege und Straßen werden mit den Geräten vom Laub befreit. Der Bund Naturschutz in Bayern sieht den Einsatz kritisch, da durch das Aufwirbeln des Laubes eben auch der auf der Straße befindliche Feinstaub herumgewirbelt werde. Der enthaltene Dieselruß sowie der Abrieb von Reifen und Bremsen sind krebserregende Substanzen, die dann eingeatmet werden.

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