02.08.2019

"Waschen derart miserabel" Waschnüsse: Stiftung Warentest fällt schlechtes Urteil

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Waschnüsse enthalten von Natur aus waschaktive Stoffe und werden deshalb immer häufiger im Haushalt verwendet. Aber wie gut funktionieren Sie wirklich? Das sind die Ergebnisse von Stiftung Warentest.

Foto: iStock/humonia

Waschnüsse enthalten von Natur aus waschaktive Stoffe und werden deshalb immer häufiger im Haushalt verwendet. Aber wie gut funktionieren Sie wirklich? Das sind die Ergebnisse von Stiftung Warentest.

Sie kommen ohne chemische Zusätze aus und sollen die Wäsche dennoch sauber machen. Stiftung Warentest hat das untersucht. Und die Ergebnisse sind erschreckend.

Waschnüsse und Waschkastanien sollen eine umweltschonende Alternativen zu handelsüblichen Waschmitteln sein. Stiftung Warentest hat das untersucht. Das Ergebnis: Alle Naturprodukte sind beim Test durchgefallen. Die Wäsche wurde nicht nur nicht sauber, sondern sogar grau! Waschnüsse: Wie gut sind sie wirklich?

Waschnüsse: So waschen sie wirklich

Heimische Kastanien und asiatische Nüsse, um Wäsche umweltschonend sauber zu bekommen. Der Gedanke ist so schön wie verführerisch. Waschnüsse vom asiatischen Seifenbaum und sogar die heimische Rosskastanie besitzen sogenannte Saponine – das sind Substanzen, die unter Wasserzugabe schäumen. Im Gegensatz zu industriell gefertigten Waschmitteln verbrauchen sie keine Ressourcen und ihre Substanzen sind biologisch abbaubar.

Stiftung Warentest machte die Probe aufs Exempel. Getestet wurden die Walnussschalen von Cliir Nature und das Rosskastanien-Granulat von Nature Gut. Diese beiden Produkte traten im Test gegen das flüssige Colorwaschmittel Aldi Tandil Color an.

Das Ergebnis überraschte selbst die Tester und fiel sehr ernüchternd aus: 20 alltägliche Flecken wie Spinat, Tee und Schoko-Dessert wurden von den Waschnüssen und Waschkastanien so gut wie gar nicht entfernt. Und noch schlimmer: Nach gerade einmal 20 Waschgängen hatte sich die Prüfwäsche auch noch verdunkelt. Aus einem Weiß wurde ein sattes Grau.

Enttäuschende Ergebnisse auf der ganzen Linie

Der Grund: Laut Stiftung Warentest konnten die Nüsse und Kastanien die Schmutzpartikel, die sich im Waschwasser gelöst hatten, nicht in der Schwebe halten. Diese legten sich vielmehr sofort auf die Wäsche und färbten sie nach und nach grau. Außerdem fehle den Waschnüssen eine wirksame Kombination an schmutzzerstörenden Enzymen und fettlösenden Tensiden, um echte Flecken überhaupt entfernen zu können.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) betont, dass für wirklich weiße Wäsche Waschkastanien nicht geeignet seien, da sie die Wäsche mit einem leichten Gelbschimmer versehen könnten. Die Empfehlung für helle Wäsche: Beim Einsatz von Kastanien sollte die Schalen entfernt und etwas Backpulver oder Natron mit in die Trommel gegeben werden.

Waschnüsse durchgefallen – auch bei Preis und Umweltschutz

Während gute Colorwaschmittel ca. 14 Cent pro Waschgang kosten, sind für Waschnüsse rund 15 Cent pro Waschgang fällig. Beim Kastaniengranulat müssen Verbraucher noch tiefer in die Tasche greifen: 70 Cent sind hier pro Waschgang zu zahlen.

Das Fazit: Die vermeintlich ökologischen Produkte wuschen nicht nur schlecht, sie seien auch keinesfalls umweltfreundlich, so die Stiftung Warentest. "Sie waschen derart miserabel, dass Nutzer vermutlich einen zusätzlichen Waschgang durchführen – mit erneutem Strom- und Wasserverbrauch", heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe August 2019).

Waschnüsse im Test: So waschen sie also wirklich. Und wie wäre es mit einer Alternative? Machen Sie Ihr Waschmittel doch einfach selbst. Das schont Umwelt und Geldbeutel. Lesen Sie auch, was hilft, wenn frisch gewaschene Wäsche stinkt und wie Sie schwarze Kleidung waschen sollten, damit Ihr Lieblingsteil länger schön bleibt.

Noch mehr hilfreiche Artikel finden Sie auf unserer Themenseite Haushaltstipps. sowie unter Nachhaltig leben.

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