21.06.2019

Farbenfrohe Blütenpracht Hortensien: Das ist die richtige Pflege für kräftige Blüten

Einfach eine Blütenpracht. Lange galten sie als altbacken, jetzt sind die langjährigen, unkomplizierten Pflanzen zurück. Und mit der richtigen Pflege bringen Sie Ihre Hortensien zum Strahlen.

Foto: iStock/Maryna Andriichenko

Einfach eine Blütenpracht. Lange galten sie als altbacken, jetzt sind die langjährigen, unkomplizierten Pflanzen zurück. Und mit der richtigen Pflege bringen Sie Ihre Hortensien zum Strahlen.

Sie verwandeln Gärten und Wegränder in ein farbenfrohes Blütenmeer – wenn sie gesund sind und schön aussehen: Wie Sie Ihre Hortensien am besten pflegen, lesen Sie hier.

Was wäre der Frühsommer ohne die bunten Farbenmeere, die Gärten und Wege zieren? Damit Sie lange Freude an den hübschen Sträuchern haben, zeigen wir Ihnen hier die besten Tipps für die Hortensien-Pflege.

Die richtige Hortensien-Pflege: Auf die Arten kommt es an

Die Hydrangea, wie die Hortensie in der Botanik heißt, ist ein Halbschattengewächs, das es sich besonders gerne unter Bäumen sowie in der Nähe von Teichen gemütlich macht und die Nähe zu Azaleen und Rhododendren zu schätzen weiß. Manche Arten können aber auch etwas mehr Sonne vertragen, benötigen dann aber auch mehr Wasser. Robust ist sie schon, doch damit ihre meist weißen, blauen oder rosa bis violetten Blüten so richtig schön zur Geltung kommen und lange blühen, braucht sie ein paar Rahmenbedingungen.

Neben der viel genutzten Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) gibt es noch weitere Arten, etwa Rispenhortensien, Ballhortensien, Gartenhortensien, Tellerhortensien oder Samthortensien, die sich in der Regel in der Wuchsform, Farbgebung sowie Blütenform unterscheiden. Außerdem gibt es Unterschiede beim Anpflanzen, die kleinen Kniffe können Sie beim Kauf der Pflanzen aber genau erfahren. Grundsätzlich haben alle ähnliche Anforderungen an Boden, Platz und Gießfrequenz.

Hortensien pflanzen: Über Boden und Co

Kaufen können Sie Hortensien auch im Kübel, in dem sie sich auch wohl fühlen wie im Garten. Das ist etwa praktisch, wenn Sie mit der Pflanze Ihren Balkon oder die Terrasse schmücken wollen. Dann aber nicht in die pralle Sonne stellen – die Blätter verbrennen recht schnell. Später können Sie Kübel-Hortensien immer noch in den Garten umpflanzen.

Gepflanzt sowie umgepflanzt werden sollten Hortensien am besten im Frühjahr oder im Herbst. Wer umpflanzen will, sollte im Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst nach dem Laubfall tätig werden. Beim Umpflanzen gibt es noch ein paar Dinge zu beachten, auf die wir später zurückkommen.

Suchen Sie für Ihre Hydrangea einen windgeschützten Ort, damit sie nicht so schnell austrocknen kann. Auch greift dann im Winter der Frost nicht so an. Vor allem gilt das für junge Pflanzen. Ältere Pflanzen treiben aus basal sitzenden Knospen und sind dadurch robuster.

Der Boden, in den sie Ihre Hortensie pflanzen wollen, sollte im Garten humos und nährstoffreich sowie locker, feucht und tief sein. Für Kübelpflanzen eignet sich nebst spezieller Hortensienerde auch kalkfreie Blumen- oder Kübelpflanzenerde.

Das richtige Gießverhalten: Bei Trockenheit viel Wasser

In der jüngsten Vergangenheit hatten Deutschlands (Hobby-)Gärtner mit viel Trockenheit zu kämpfen. Gerade Hortensien benötigen in solchen Durstphasen viel Wasser. Am besten legen Sie rund um die Pflanze Gießmulden an, die das Wasser zur Wurzel leiten.

  1. Gießen Sie ausreichend, aber vermeiden Sie vor allem bei Kübelpflanzen Staunässe.
  2. Blüten und Blätter sollten Sie möglichst nicht gießen – besser direkt die Erde rund um den Stamm wässern, sonst kann Mehltau entstehen.
  3. Nutzen Sie, wenn möglich, Regenwasser. Zu kalkhaltiges Wasser schadet den Pflanzen.

An heißen Tagen gilt: Lieber einmal richtig wässern als mehrmals am Tag in kleinen Mengen.

Dünger ist überlebenswichtig

Hortensien gehören zu den pflegeleichten Balkon- und Gartenpflanzen. Wer lange Freude an den bunten Blüten haben möchte, sollte seine Hortensien düngen – regelmäßig. Nutzen Sie dafür einen stickstoffreichen und phosphorarmen Dünger. Sie können zum Beispiel speziellen Dünger für Hortensien, Rhododendron und Azaleen nutzen.

Pflanzen im Garten kommen am besten mit festem Langzeit-Dünger klar – Düngezeit ist im Frühjahr und im Frühsommer. Bei Topfpflanzen sollten Sie von März bis August mit Flüssigdünger arbeiten.

Hortensien schneiden: Nicht zu stark rückschneiden

So mancher Hobbygärtner sieht das Schneiden von Hortensien als Herausforderung – aber im Grunde gibt es nur eine Regel: Es reicht bei den meisten Arten, wenn Sie im Frühjahr, etwa bei Ihren Gartenarbeiten im April, abgestorbene Pflanzenteile abzwicken und Blütentrieben aus dem Vorjahr über der folgenden, neuen Knospe abgeschnitten werden. Wer zu viel abschneidet, riskiert unter Umständen eine geringere Blütenpracht.

Lediglich Rispen-Hortensien können etwas stärker zurückgeschnitten werden, damit sie buschiger wachsen.

Bei Kletter-Hortensien können Sie im Herbst nach der Blütezeit nachschneiden, verblühte Triebe kürzen und die Pflanze wieder in Form bringen.

Überwintern: Robust, wenn sinnvoll gepflanzt

Sie können Ihre Hortensien problemlos im Garten überwintern lassen, wenn sie an einem wind- und frostgeschützten Ort stehen. Vor allem ältere Pflanzen kommen mit den meisten heimischen Wintern gut klar, lediglich Jungpflanzen benötigen Extraschutz, etwa durch Kiefernnadeln oder einen Frostschutz aus Vlies.

Topf-Hortensien lassen sich leicht an einen geschützten Ort stellen. Auch sie können Sie mit einem Vlies oder mit Kokosmatten oder Reisig umwickeln, damit der Kübel bzw. die Erde nicht einfriert.

Nicht nur für Profis: Hortensien vermehren ist einfacher als Sie denken

Ihnen ist der eine Busch nicht genug oder Sie wollen auch Ihre Familie und Freunde mit bunter Blütenpracht begeistern? Dann können Sie Ihre Hortensien auch vermehren und selbst ziehen. Am einfachsten geht das mit Stecklingen – und zwar so:

  1. Im Juli ist die beste Zeit, um neue, noch nicht verholzte Triebe ohne Blütenknospen zu schneiden und zu teilen. Dazu teilen Sie die Triebe in Abschnitte mit je einem Blattpaar oben und unten.
  2. Schneiden Sie die unteren Blätter ab und schneiden Sie die oberen zur Hälfte ab.
  3. Nun die Triebe ein paar Zentimeter tief in einen kleinen Kübel mit Anzuchterde stecken und alles gut anfeuchten. Die Erde muss in der folgenden Zeit immer feucht gehalten werden.
  4. Decken Sie die Stecklinge mit etwas Folie ab und stellen Sie die Kübel an einen schattigen Platz draußen. Dann können Sie nach drei bis vier Wochen mit ersten Wurzeln rechnen. Die Stecklinge wachsen bereits.
  5. Prüfen Sie nach dieser Zeit, ob sich genügend Wurzeln entwickelt haben. Dann können Sie jedem Steckling einen eigenen Topf zur Verfügung stellen. Die Abdeckung kann ab.

Wichtig: Holen Sie die Setzlinge über den Winter in den Keller, draußen wird ihnen zu kalt. Im Frühjahr können Sie sie dann umpflanzen. Gießen und Düngen nicht vergessen!

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Blaue Hortensien: Eine Besonderheit, die Sie selbst beeinflussen können

Übrigens: Die blaue Farbe blauer Hortensien ist nicht natürlich. Sie ist zurückzuführen auf die Bodenbeschaffenheit. Blau blühen bestimmte Pflanzen bei einem aluminiumhaltigen und dadurch sauren Boden. Ist der Boden eher neutral, blühen sie rosa. Das bedeutet aber auch, dass Sie eine rosafarbene Hortensie auch selbst blau färben können. Für knallige Farben müssen Sie aber ein paar Jahre Zeit mitbringen. Bei weißen und roten Hortensien funktioniert das Umfärben nicht.

Wer seine Hortensien blau färben will, kann etwa dem Gießwasser 2 Esslöffel Aluminiumsulfat zugeben. Dafür sollten Sie aber sehr weiches Wasser oder zuvor aufgefangenes Regenwasser nutzen, vor allem, wenn die Hortensie in einem Kübel steht. Der pH-Wert des Bodens sollte dann zwischen 4 und 4,5 liegen. Nach und nach wird sich die Blüte dann blau färben. Blaue Hortensien halten Sie zudem mit Torf oder saurer Nadelerde blau.

Ein zu hoher pH-Wert verursacht übrigens, dass sich die Blätter nach und nach gelb färben.

Mit ein bisschen Übung werden Sie zum echten Profi und die Hortensien-Pflege geht Ihnen im Nu von der Hand. Dann können auch weitere Tipps für Garten und Balkon nicht schaden. Schauen Sie doch mal auf unserer Themenseite vorbei!

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