17.04.2019

Sattgrün und gesund Rasen düngen: So geht es richtig und ohne Chemie!

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Ach, ist der Rasen schön grün! Ein gepflegter Rasen ist ein Traum und benötigt etwas Pflege. So düngen Sie Ihren Rasen richtig!

Foto: Shutterstock/Mila Supinskaya Glashchenko

Ach, ist der Rasen schön grün! Ein gepflegter Rasen ist ein Traum und benötigt etwas Pflege. So düngen Sie Ihren Rasen richtig!

Sattes Grün benötigt Dünger. Augen auf bei der Wahl Ihres Rasendüngers, denn damit entscheiden Sie nicht nur über das Erscheinungsbild des Rasens. Die besten Tipps.

Einer der Bereiche im Garten mit dem höchsten Nährstoffbedarf ist der Rasen. Gräser müssen nämlich nicht nur den permanenten Substanzverlust, also Blattmasse und Nährstoffe, durch das Rasenmähen ausgleichen, sie sind auch von Natur aus kleine Nimmersatte. Die richtige Rasenpflege sorgt dafür, dass das Gras gleichmäßig und kräftig wachsen kann, und zwar das ganze Jahr über. Rasen düngen: So geht es richtig und ohne Chemie!

Rasen düngen: Wann und wie oft?

In der Regel sind drei bis vier Düngergaben (je nach Zustand des Rasens) pro Saison ausreichend. Bevor Sie den Rasen zum ersten Mal düngen, sollten Sie mit einer Bodenanalyse (alle vier Jahre genügen) nachsehen lassen, welche Nährstoffe fehlen bzw. welche ausreichend vorhanden sind.

Der Rasendünger sollte gleichmäßig über das Jahr verteilt gegeben werden. Nach dem ersten Mähen, wenn die Forsythie blüht, wird der Rasen mit einem Langzeitdünger versorgt. Der erste Schnitt sollte nicht zu kurz sein, ca. vier Zentimeter sind empfehlenswert. Jetzt eignen sich organische Dünger besonders gut, da sie eine natürliche Depotwirkung haben.

Tipp: Sogenannte Mulchmäher oder Mähroboter lassen die abgeschnittenen Halme auf dem Rasen zurück, damit sie sich zersetzen können und die enthaltenen Nährstoffe den Gräsern wieder zur Verfügung stehen.

Im Juni, wenn der Rasen seine stärkste Wachstumsphase hat, kann die zweite Düngung erfolgen. Optional kann der Rasen im August ein drittes Mal gedüngt werden, das bietet sich zum Beispiel auf stark beanspruchten Flächen an.

Im Herbst, Ende September bis Mitte Oktober, bekommen die Gräser dann ihre letzte Düngung des Jahres. Der große Unterschied zu den Düngungen im Frühjahr und Sommer: Hier wird kein stickstoffdominanter Rasendünger verwendet, sondern ein spezieller Herbstrasendünger mit hohem Kalium-Anteil. Kalium stärkt die Zellwände der Gräser, wirkt hier wie ein Auftausalz und senkt den Gefrierpunkt der Zellflüssigkeit. Das macht den Rasen stark für den bevorstehenden Winter.

Das ist der beste meteorologische Zeitpunkt: Düngen vor Regen

Idealerweise wählen Sie für die Düngung einen bewölkten Tag mit der Wahrscheinlichkeit auf baldigen Regen. Mit dem Regenwasser können die Nährstoffe nämlich besonders gut in den Boden eindringen. Wer auf Natur pur setzen will, kann gesiebten Kompost als natürliches Düngemittel einsetzen.

Tipp: Wer seinen Rasen bisher nur mit dem Rechen bearbeitet und noch nicht vertikutiert hat, kann das Vertikutieren 10 bis 14 Tage nach der Düngung erledigen. Dieses Prozedere empfiehlt auch die Deutsche Rasengesellschaft. Der Hintergrund: Stoffwechsel und Wachstum der Gräser werden durch die Aufnahme von Nährstoffen angekurbelt. D.h., dass sich die entsprechend vorbereiteten Gräser nach dem Vertikutieren schnell wieder erholen.

Gleichmäßig düngen - so geht's

Wenn Sie mit einer Streumaschine düngen, sollten Sie mit System vorgehen. D.h. fahren Sie nicht kreuz und quer über die Rasenfläche, sondern verteilen Sie den Rasendünger Bahn für Bahn, in Längs- oder in Querrichtung, gleichmäßig. Zwischen den Bahnen sollten keine größeren Lücken entstehen, die Bahnen sollten sich aber auch nicht überlappen. Der Grund: Überlappende Bahnen hinterlassen gelbe überdüngte Streifen im schönen Grün, und die verschwinden oft erst nach einigen Wochen.

Wer von Hand düngt, braucht etwas Übung. Der Dünger wird hier in gleichmäßigen Armschwüngen aus der halb offenen Hand auf der Rasenfläche verteilt.

Organisch oder mineralisch: Welcher Rasendünger ist besser?

Mineralischer Rasendünger hat auf den ersten Blick Vorteile: Er ist vergleichsweise preiswert, hat einen sehr konzentrierten Nährstoffgehalt und wirkt sofort. ABER: Er hat auch viele Nachteile.

  • Er reduziert die Vielfalt und Aktivität des Bodenlebens, das wirkt sich auch negativ auf die Bodenstruktur aus.
  • Die hohen Nährstoffgehalte sorgen für einen Humusabbau, die Bodenqualität sinkt also.
  • Mineralischer Rasendünger stellt, unabhängig von der Witterung, eine hohe Nährstoffkonzentration bereit, das steigert die Wahrscheinlichkeit von Überdüngung und der Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.
  • Er wirkt nicht als Depot, d.h. er hat keine Langzeitwirkung. Mineralische Depotdünger gibt es zwar, sie sind aber erheblich teurer.
  • Mineralischer Rasendünger wirkt sehr schnell, die Folge ist stoßweises Wachstum der bedüngten Stellen.
  • Die ökologische Bilanz ist schlecht, da er unter hohem Energiebedarf hergestellt oder in zum Teil begrenzten fossilen Lagerstätten abgebaut wird.
  • Mineralischer Dünger überspringt etliche Schritte in der natürlichen Nährstoffbereitstellung des Bodens, was zu unerwünschten Änderungen des pH-Wertes führen kann.
  • Er enthält nur eine feste Anzahl an Nährstoffen, die Folge kann ein Mangel an Spurennährstoffen sein, der in der Folge nur schwer erkennbar ist.
  • Die anfänglichen finanziellen Einsparungen sind nur kurzfristig. Bodenschäden, Auswaschung, Pflanzenschäden und ein erhöhter Wasserbedarf sind langfristig kostspieliger.

Organischer Rasendünger: Düngen ohne Chemie

Bei organischem Rasendünger sind die für den Rasen wichtigen Nährstoffe organisch verpackt. Diese tierischen oder pflanzlichen Verpackungen können aus Schlachtabfällen wie Blut, Horn und Knochen hergestellt sein. Besser: Immer häufiger gibt es inzwischen rein pflanzliche Ausgangsstoffe, das können Abfallprodukte aus der Lebensmittelindustrie oder Tierkot in getrockneter Form sein.

Ein organischer Dünger enthält alle Nährelemente, die die darin enthaltene Pflanze selbst aufgenommen hat. Dementsprechend liegen in einem Rasendünger aus Pflanzen auch alle Nährstoffe vor, die Pflanzen benötigen. Natürlich in variablen Mengen. Düngemittelhersteller passen das Bedürfnis für verschiedenste Kulturpflanzen dementsprechend an.

An die Bedürfnisse des Rasens angepasst sind die Nährelemente Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Schwefel (S) und Calcium (Ca). Nur in Spuren enthalten sind Eisen (Fe), Zink (Zn), Molybdän (Mo), Mangan (Mn), Bor (B), Chlor (Cl), Nickel (Ni) und Kupfer (Cu), da sie auch nur in geringsten Mengen benötigt werden. Da Rasen vor allem Stickstoff, Kalium und Magnesium benötigt, sind diese Nährelemente in organischen Rasendüngern besonders stark vertreten.

Organischer Rasendünger: Das sind die Vorteile von natürlichem Dünger

In organischen Produkten ist vorwiegend organisch gebundener Stickstoff enthalten. Das schont die Umwelt und belastet das Grundwasser nicht. Außerdem muss der gebundene Stickstoff erst einmal von Bodenorganismen zersetzt werden, das bewirkt eine natürliche Langzeitwirkung und reichert den Boden mit Humus an. Es handelt sich also um einen biologischen Prozess, bei dem Insekten, Würmer und andere mehrzellige Bodenbewohner die grobe Zerkleinerung übernehmen bevor Bodenbakterien aktiv werden, um die Strukturen auf zellulärer Ebene zu bearbeiten. Das braucht seine Zeit, somit setzt die Wirkung organischer Rasendünger zeitverzögert ein, ca. einen Monat nach der Ausbringung des Düngers.

Die Umsetzung erfolgt witterungsabhängig, da die Lebewesen von ihrer Umgebung beeinflusst werden: Sauerstoff, Feuchtigkeit und Wärme kurbeln die Zersetzung an, während Kälte und Sauerstoffmangel die Organismen in ihrer Arbeit hemmen. Ein Problem? Ganz im Gegenteil! Durch diese natürliche Wirkweise sind immer dann viele Nährstoffe verfügbar, wenn sie vom Rasen auch benötigt werden.

Produkte mit hohem Kalium-, Eisen- und Kalkgehalt stärken die Widerstandskraft der Rasengräser und drängen so das Moos auf ganz natürliche Weise zurück. Ein weiterer Vorteil des organischen Düngers: Wer aus Versehen zu viel gedüngt hat, riskiert kein "Verbrennen" des Rasens, da der Nährsalzgehalt aufgrund der organischen Verbindung geringer ist als bei reinen Mineraldüngern.

Organischer Dünger auch im Herbst?

Nicht nur im Frühjahr, auch im Herbst benötigt Ihr Rasen etwas mehr! Auch zur Vorbereitung auf den Winter eignen sich organische Dünger. Organische Herbstrasendünger sind nicht mehr stickstoff-, sondern kaliumbetont. Der Grund: Kalium sorgt für eine hohe Frosttoleranz und die Senkung des Stickstoffgehalts verhindert, dass frische Halme kalten Temperaturen zum Opfer fallen. Wenn die Temperaturen sinken, wird die Nährstofffreisetzung gestoppt. So riskieren Sie weder Auswaschungen noch Fehldüngungen. Bei wiederansteigenden Temperaturen im Frühjahr, werden die Nährstoffe wieder vermehr freigesetzt. Die Depotwirkung ist also bei organischem Rasendünger inklusive.

Organischer Rasendünger: Sehen Sie genau hin

Wer sich für organischen Rasendünger entschieden hat, hat die Qual der Wahl. Es gibt sie in verschiedenen Ausgangsstoffen und Nährstoffbetonungen, sie unterscheiden sich in der Körnung und im Preis. Ein weiteres Problem: Der Handel unterscheidet oft nicht deutlich zwischen Frühjahrs- und Herbstdüngung, obwohl das für den Verbraucher wichtig ist. Hier hilft ein Blick auf die Inhaltsstoffe.

Augen auf auch bei Mogelpackungen wie z.B. organisch-mineralischem Dünger, der als organisches Produkt beworben wird, ohne seine Eigenschaften zu besitzen. Einigen Düngern werden außerdem Schlachtabfälle beigemischt, ein No Go für Umweltschützer und Tierfreunde. Kontrollieren Sie auch hier immer die Liste der Inhaltstoffe!

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Rasen düngen erledigt? Diese Gartenarbeit im April stehen auch noch an. Lesen Sie auch, welche ersten Aufgaben für Beet und Rasen zu erledigen sind.

Mehr hilfreiche Tipps bekommen Sie auf unserer Themenseite Garten und Balkon.

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