12.02.2019 - 07:50

Hartnäckige Parasiten Bettwanzen bekämpfen: Was Sie gegen die Plagegeister tun können

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Bettwanzen können Sie ganz leicht aus dem Urlaub ins heimische Bett anschleppen. So bekämpfen Sie die Parasiten effektiv...

Foto: iStock (2) Collage BILD der FRAU

Bettwanzen können Sie ganz leicht aus dem Urlaub ins heimische Bett anschleppen. So bekämpfen Sie die Parasiten effektiv...

Seit Jahren steigt der Befall und der Zuwachs an Bettwanzenbehandlung. Wie Sie die Parasiten erkennen und wieder loswerden...

Diese Insekten sind ein echtes Problem: Sie kommen und vermehren sich schnell, sind nicht einfach aufzuspüren und belasten Psyche und Haut. Wie die Parasiten aussehen, wo sie herkommen und wie Sie sie wieder loswerden können, lesen Sie hier. So können Sie Bettwanzen bekämpfen...

Bettwanzen bekämpfen: Wie fängt man sich diese Parasiten ein?

Es gibt verschiedene Ursachen für einen Bettwanzenbefall. Viele Schädlinge haben die Heimreise in Urlaubskoffern angetreten, bevor sie es sich bei Ihnen gemütlich machen. Sie reisen auch gern auf alten Möbelstücken oder gebrauchter Kleidung. Auch Vogelnester sind wahre Brutstätten von Bettwanzen, die dann auf der Suche nach menschlicher Wärme und Blut an Häuserwänden entlang krabbeln.

So sehen die Plagegeister aus

Bettwanzen sind zwischen vier und neun Millimetern lang und von rotbräunlicher Farbe. Typisch für die sechsbeinigen und behaarten Parasiten ist ihre flache Körperform, woher auch ihr umgangssprachlicher Namen "Tapetenflunder" rührt. Aufgrund ihrer Größe erkennen Sie ausgewachsene Bettwanzen also mit bloßem Auge.

Und hier verstecken sie sich

Wie der Name verrät, fühlen sich Bettwanzen vor allem in Matratzen und Betten wohl. Die nachtaktiven Tierchen werden von der körpereignen Wärme und dem Geruch des schlafenden Menschen angelockt. Bei sehr starkem Befall breiten sich die Parasiten aber auch in der Wohnung aus und nisten sich hinter Tapeten, Lichtschaltern und Steckdosen, Bildern, Gardinen und Jalousien sowie in Ritzen von Möbeln und unter Teppichen ein.

Bettwanzenbefall erkennen

In der Regel wird ein Bettwanzenbefall erst dann entdeckt, wenn Menschen von den kleinen Plagegeistern gebissen wurden. Da sich die Tiere erst zum Ernähren, also in ihrer nachtaktiven Phase, aus Ihren Verstecken bewegen, sind sich nicht einfach aufzuspüren. Das Bettwanzen-Bekämpfen wird so schnell zum Katz-und-Maus-Spiel.

Ein weiteres Problem: Bettwanzen sind hart im Nehmen und können mehrere Monate hungern. Das bedeutet, dass auch Räume, die eine längere Zeit nicht bewohnt wurden, noch mit Wanzen befallen sein können.

Typisch für Bettwanzenbisse ist die so genannte Wanzenstraße, das ist eine reihenartige Anordnung von Bissen.

Auch Blutspuren können ein Indiz sein, da beim Bettwanzenbiss einige Tropfen Blut austreten, die sich auch auf Bettlacken oder Bettbezug befinden.

Kotspuren: Nach Ihrem Abendmahl hinterlassen Bettwanzen Kot, der sich als kleine schwarze Punkte auf der Bettwäsche wiederfinden kann.

Neben lebenden Bettwanzen können auch abgestorbene Tiere auf den Laken ein Hinweis auf einen Bettwanzenbefall sein. Bettwanzen leben in der Regel zwischen sechs bis zwölf Monaten.

Bettwanzenbisse: So unterscheiden Sie sich von Flohbissen

Bettwanzen stechen nicht, sie beißen und ernähren sich ausschließlich von Blut. Das Blutsaugen dauert zwischen drei und zwanzig Minuten und ist abhängig vom Entwicklungsstadium des Parasiten. Während des Saugens bemerkt der Mensch im Schlaf nichts, da die Tierchen ein anästhesierendes Sekret absondern.

Die Reaktionen auf diese Bisse sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während bei einigen Rötungen und Quaddeln zu sehen sind, haben andere keinerlei Symptome. Die Wanzenstraßen befinden sich an in der Nacht unbedeckten Körperpartien wie Gesicht, Nacken, Hals, Schultern, Armen und Händen, aber auch an Beinen und Füßen.

Oft ist es schwierig zwischen Floh- und Bettwanzenbissen zu unterscheiden. Die Faustregel: Flohbisse jucken stärker und können bis zu erbsengroße Verdickungen auf der Haut hinterlassen. Ein Indiz: Wer keine Haustiere hat, ist eventuell bei solchen Sypmptomen von einer Bettwanzenplage heimgesucht worden, denn Flöhe werden hierzulande in der Regel durch Hunde und Katzen übertragen.

Bettwanzenbisse behandeln

Die gute Nachricht vorweg: Bettwanzen übertragen nach heutigem Wissen keine Krankheiten. Rezeptfreie Salben oder Medikamenten reichen oft zur Symptombehandlung aus. Wirkstoffe wie Cortison oder Hydrocortison können leichten Juckreiz und Rötungen lindern. Manchmal reichen auch die üblichen Hausmittel gegen Insektenstiche. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt beraten. ABER: Sind die Bissstellen geschwollen, bilden sich sogar Quaddeln und leiden Sie unter starkem Juckreiz, könnte eine allergische Reaktion auf den von der Bettwanze abgesonderten Speichel der Grund für eine heftige Reaktion sein. Hier müssen Sie in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen.

WICHTIG: Auch wenn der Juckreiz stark ist, kratzen Sie die betroffenen Stellen auf gar keinen Fall auf, da sich durch eindringende Bakterien Entzündungen und größere Wunden bilden können, die den Körper stark belasten.

Bettwanzen loswerden: der professionelle Weg

Symptome behandeln können Sie vielleicht selbst, bei einem starken Wohnungsbefall benötigen Sie aber professionelle Hilfe. Nur mit Einsatz eines Schädlingsbekämpfers können Sie sicher sein, auch keine Eier mehr in Ihrer Wohnung zu beherbergen. Diese sind kaum aufzuspüren, da sie nur etwa einen Millimeter groß sind. Die Masse macht's: Die Weibchen legen pro Tag etwa zwölf dieser milchig-weißen Eier – in ihrem ganzen Leben sind das pro Miniparasit bis zu 200 Stück.

Tipp: Sprechen Sie zunächst mit einem Fachmann, der abschätzen kann, um welchen Parasiten es sich handelt und welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die Bettwanzen zu bekämpfen.

Temperaturmethode zur Bekämpfung von Bettwanzen

Auch Schädlingsbekämpfer verfügen über Alternativmethoden zu Insektiziden, die – wenn sie auch für Mensch und Tier ungiftig sind – doch zu allergischen Reaktionen wie Husten und Schnupfen führen können.

Wie bei anderen Schädlingen wächst auch bei Bettwanzen die Resistenz gegen Pestizide. Daher setzen Schädlingsbekämpfer vermehrt auf Alternativen wie die Temperaturmethode.

Das Prozedere: Der befallene Raum wird mit circa 50 Grad heißer Luft befüllt. In Laborversuchen des Umweltbundesamtes hat sich gezeigt, dass Bettwanzen schon 45 Grad nicht überleben, da die Stoffwechselvorgänge bei diesen Temperaturen gestoppt werden. Auch extreme Kälte ist eine Möglichkeit, denn Temperaturen unter -18 Grad überleben die Tiere ebenso wenig. Schädlingsbekämpfer in Ihrer Nähe finden Sie u.a. auf den Internetseiten des Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verbands.

Tipp: Die Kosten für die Bekämpfung varriieren je nach Methode, Befallstärke und Dauer der evtl. zu wiederholenden Methode. Fragen Sie den Eigentümer von Haus oder Wohnung, ob er eventuell für die Kosten aufkommt, da sich ein Befall natürlich auch auf weitere Wohnungen erstrecken kann.

Bettwanzen vorbeugen: Gebrauchte Möbel und Hotelzimmer kontrollieren

Bettwanzen vorzubeugen ist nicht einfach und es gibt keine Garantie, sich vor den Parasiten hundertprozentig zu schützen, sie können das Risiko des Bettwanzenbefalls aber minimieren, wenn Sie diese Tipps beherzigen.

  • Wer ein Hotel- oder Pensionszimmer bezieht, sollte es vorher auf einen möglichen Befall untersuchen. Bei Anzeichen verlangen Sie eine andere Unterbringung.
  • Koffer sollten Sie im Hotelzimmer NICHT auf den Boden oder in die Nähe des Bettes stellen und stets verschlossen aufbewahren.
  • Bewahren Sie Ihre Kleidung auf Reisen in luftdichten Beuteln beziehungsweise speziellen Taschen auf. Der Grund: Bettwanzen suchen Dinge auf, die den menschlichen Geruch tragen und nisten sich gern in getragener Kleidung ein.
  • Nach dem Urlaub sollten Sie Ihre Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen oder ihnen bei empfindlicherer Faser einen zweitägigen Aufenthalt im Tiefkühler gönnen. Dasselbe Prozedere gilt für gebrauchte Kleidung vom Flohmarkt oder aus dem Internet. Tipp: Packen Sie Ihre Taschen oder Koffer in der Badewanne aus. So lassen sich die ungeliebten Mitreisenden schneller identifizieren.
  • Wer gern auf Flohmärkten oder im Internet nach dem einen oder anderen Schnäppchen stöbert, sollte erst dann kaufen, wenn er durch eine Untersuchung der Stücke einen Bettwanzenbefall ausschließen kann. Wer ganz sicher gehen will, stellt die Möbel bei Frost für 48 h nach draußen.

Hinweis: Wenn Sie von Bettwanzen betroffen sind, sollten Sie sich immer durch einen Arzt behandeln lassen und im Zweifel einen Kammerjäger beauftragen. Die Informationen dieses Artikels, um Bettwanzen zu bekämpfen, ersetzen keine professionelle Behandlung durch einen Arzt oder professionelle Schädlingsbekämpfung durch einen Kammerjäger.

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Mit Parasiten ist nicht zu spaßen. Jüngst wurde die Hyalomma-Zecke erstmals in Norddeutschland entdeckt.

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