20.12.2018

Blumenpflege Amaryllis richtig pflegen: So blüht der Ritterstern lange

Die Amaryllis, oder Ritterstern, ist eine relativ pflegeleichte Pflanze. Was Sie trotzdem beachten sollten und warum Sie sie besser von Kindern und Tieren fernhalten, lesen Sie hier.

Foto: iStock/ballycroy

Die Amaryllis, oder Ritterstern, ist eine relativ pflegeleichte Pflanze. Was Sie trotzdem beachten sollten und warum Sie sie besser von Kindern und Tieren fernhalten, lesen Sie hier.

Der Ritterstern, die Amaryllis, ist eine beliebte Winterpflanze, die vor allem an Weihnachten gerne verschenkt wird. Zum Glück ist sie pflegeleicht, doch es gibt trotzdem einiges zu beachten.

Sie haben einen Ritterstern zu Weihnachten bekommen? Dann fragen Sie sich jetzt vielleicht, wie Sie die Amaryllis richtig pflegen können, um lange Freude an der Pflanze zu haben. Unser Pflanzen- und Gartenexperte Thorsten Emmermann vom Gartencenter Emmermann gibt Tipps zur richtigen Pflege und erklärt Hintergründe zur Zwiebelpflanze.

Amaryllis-Pflege: Dem Weihnachtsstern nicht unähnlich

Wie der Weihnachtsstern, die wohl klassischste Weihnachts-Topfpflanze, stammt auch der Ritterstern aus dem Süden: Ursprünglich wächst er in mittel- und südamerikanischen Ländern wie Mexiko, Paraguay und Brasilien. Und das schlägt sich auch in der Pflege nieder, erklärt Thorsten Emmermann: "Die Pflanze bildet eine Zwiebel, die in sandreiche, luftige Erde gesetzt wird. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Zwiebel zu etwa 50 Prozent aus dem Substrat herausragt."

Beim Kauf erhält man mit dem Ritterstern eine Art Fertigprodukt: "Grundsätzlich ist die Amaryllis-Zwiebel eine von Natur aus bereits fertige Pflanze in gestauchter Form. Das bedeutet es handelt sich um eine Zwiebel, die bereits die Anlagen für Blüten und die ersten Blätter beinhaltet, quasi in gestauchter Miniaturform. Diese warten förmlich darauf, aus der Zwiebel hervorzukommen", beschreibt der Experte. Bekommen Sie eine Amaryllis geschenkt, kommt sie meist in dieser Miniaturform daher, damit Sie lange Freude an der später blühenden Pflanze haben. "Um dies voranzutreiben benötigt die Amaryllis nur etwas Wärme."

Amaryllis nicht direkt gießen

Damit die Pflanze gerade am Anfang nicht ertrinkt, rät Thorsten Emmermann: "Die Zwiebel enthält genügend Feuchtigkeit, die für die erste Zeit der Wachstumsphase ausreicht. Dementsprechend sollte erst mit dem Gießen der Amaryllis begonnen werden, sobald sich eine Blüte öffnet und die Blütenfarbe zu sehen ist. Diese trockenere Haltung hat den positiven Effekt, dass der Blütenstiel nicht unnötig lang wird."

Eine Amaryllis kann nämlich ganz schön groß werden: "Es empfiehlt sich die Amaryllis in einen etwas schwereren Übertopf zu stellen, da sie durch die hohen Blüten dazu neigt kopflastig zu werden und zum Umkippen neigt."

Der Standort ist der Pflanze fast egal

Was den richtigen Standort betrifft, so ist die Pflanze sehr pflegeleicht: "Die Amaryllis verträgt fast alle Temperaturen in der Wohnung. Je wärmer, desto schneller wird die Blüte angetrieben", erklärt Thorsten Emmermann. "Nach der Blüte sollte man den Blütenstiel so nah wie möglich an der Zwiebel anschneiden. Oft kommt es zu einem zweiten und dritten Blütenflor."

Selbst eine Amaryllis verschenken: Kauftipps

Achten Sie beim Auswählen einer bereits angewachsenen Pflanze darauf, dass Sie ein Exemplar mit dicken Knospen und vielen durchgefärbten Blüten wählen.

Sie können aber auch lediglich die Zwiebel kaufen. Hier gibt es verschiedene Sorten, die sich für unterschiedliche Anzucht-Arten eignen: im Topf oder im Glas. Sollten Sie im Glas anzüchten wollen, nehmen Sie eine kurzstielige Sorte, etwa Arctic Nymph oder Baby Star.

Anzucht im Glas

Eine Amaryllis gedeiht auch im Glas. Am besten nutzen Sie ein unten bauchiges, oben enger zulaufendes Glas, das Sie im unteren Teil mit abgekochtem Wasser füllen.

Tipp: Ein Stück Holzkohle schützt die Zwiebel gegen Fäulnis. Dann kommt die Zwiebel ins Glas – aber nicht in das Wasser. Rund fünf bis sechs Zentimeter Abstand sollte zwischen Zwiebel und Wasser liegen. Nach einmaliger Blüte muss die Zwiebel aber in einen Topf umgepflanzt werden.

Anzucht im Topf

Spätherbst und Winter eignen sich am besten zum Setzen einer Amaryllis-Zwiebel im Topf. Ziehen Sie Handschuhe an, bevor Sie die Zwiebel anfassen und im Topf bis zur Hälfte mit Erde bedecken. Zwischen Topf und Zwiebel sollte etwa eine Daumenbreite Platz sein.

Dann ganz minimal angießen und an einen warmen Ort stellen, optimal sind Temperaturen zwischen 20 und 23 °C. Wie erwähnt muss dann erst einmal kaum bis gar nicht gegossen werden.

Erst, wenn Blütenschäfte und Blütenstummel hervorragen, können Sie langsam anfangen zu gießen. Nun darf auch ein wenig gedüngt werden. Der Ritterstern benötigt etwa sechs bis acht Wochen, um aufzublühen.

Der Pflegezyklus einer blühenden Pflanze sieht wie folgt aus:

  • Dezember bis Januar: mäßig gießen (nur in den Übertopf oder Unterteller), Raumtemperatur 18 bis 20 °C
  • Februar: welk gewordene Blätter entfernen
  • März bis Juli: an einem warmen Standort regelmäßig ausreichend gießen und düngen, überschüssiges Wasser abgießen
  • Ab August: nicht mehr gießen
  • September bis Oktober: vertrocknete Blätter abschneiden, kühlerer, dunklerer Standort (15 °C, etwa Keller)
  • November: eignet sich zum Umtopfen in einen größeren Topf

Vorsicht: Welke und trockene Blütenblätter sollten Sie vorsichtig von der Pflanze entfernen. Fallen sie ab, können sie Flecken verursachen.

Vorsicht bei Kindern und Haustieren

So schön die Amaryllis ist, so sehr sollten Sie sie aber vor Kindern und Haustieren fernhalten. Schon bei Hautkontakt kann sie Reizungen hervorrufen. Wird sie verzehrt, können Übelkeit und Erbrechen sowie Speichelfluss, Benommenheit und Durchfall auftreten. In schlimmen Fällen kann sie sogar die Nieren schädigen und Lähmungen hervorrufen.

Bei Tieren können zusätzlich zu den beim Menschen typischen Vergiftungserscheinungen noch Herzrhythmusstörungen auftreten.

Mit diesen Tipps zur richtigen Amaryllis-Pflege sollten Sie lange Freude an der Pflanze haben, die Sie in den verschiedensten Blütenfarben erfreuen kann. Neben dar Hauptfarbe Rot sind auch reinweiße Blüten und Rosatöne möglich.

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Unser Experte Thorsten Emmermann ist Inhaber des Gartencenter Emmermann in der Klarenthaler Straße in Wiesbaden. Er führt das Center bereits in vierter Generation, ist gelernter Gärtner mit Meisterbrief und Kreisgärtnermeister.

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