04.11.2018

Sinnvoll und entspannt heizen Heizkörperthermostat: Das bedeuten die Zahlen

Je höher, desto schneller warm? Stimmt nicht. Wie Sie das Thermostatventil richtig einstellen und Ihre Wohnung schlau heizen...

Foto: iStock/LCalek

Je höher, desto schneller warm? Stimmt nicht. Wie Sie das Thermostatventil richtig einstellen und Ihre Wohnung schlau heizen...

Je höher, desto schneller warm? Nicht ganz. Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was genau die Zahlen am Thermostat Ihrer Heizung eigentlich bedeuten? Hier gibt's die Antwort!

Den Heizkörper einstellen ist doch eigentlich ganz einfach: Regler hochdrehen und schon läuft’s – oder? Prinzipiell ja. Aber wissen Sie auch, was die Zahlen auf dem Thermostat überhaupt bedeuten und wie Sie das Thermostatventil so einstellen, dass es auch so warm wird, wie Sie es wollen? Wir verraten es Ihnen!

Thermostatventil einstellen: So wird’s kuschlig warm und nicht brüllend heiß

Einfach die Heizung aufdrehen ist ja schnell gemacht. Dann gemütlich aufs Sofa – und kurz später herrschen saunaartige Zustände im Raum? Zugegeben, auch wenn es draußen kalt ist, das muss dann doch nicht sein. Zum einen nicht aus Komfortgründen und zum anderen auch nicht aus Kosten- sowie vor allem Umweltgründen.

Auf dem Thermostat ist nicht umsonst eine Skala vermerkt. Und die hat ihre ganz eigene Bedeutung.

Wenn Sie allerdings bereits elektronische bzw. programmierbare Thermostatventile an Ihrer Heizung angebracht haben, können Sie jetzt getrost weiterscrollen und sich stattdessen weiter unten mit dem Thema "Richtig heizen" befassen. Dabei können Sie nämlich einmal mehr Energie und Heizkosten sparen und die Umwelt schonen.

Ansonsten geht’s hier weiter mit der Skala:

"Stufe 5" heißt nicht automatisch schneller warm

Die meisten – darunter übrigens auch wir – dachten lange Zeit, dass eine auf Stufe 5 aufgedrehte Heizung besonders schnell warm wird und damit auch den Raum besonders schnell aufheizt. Das ist allerdings ein weit verbreiteter Irrtum.

Dazu müssen wir uns den Aufbau eines Heizungsthermostats einmal bewusst machen. Ein solches besteht aus einem innen sitzenden Thermostatventil und dem Thermostatkopf, mit dem sich die Heizung einstellen – also das Ventil öffnen und schließen lässt.

Dabei dürfen Sie sich den Vorgang dahinter aber nicht vorstellen wie einen Wasserhahn. Wenn Sie es ganz aufdrehen, kommt nicht automatisch schneller Wärme durch.

Die Wärmezufuhr wiederum wird über einen Temperaturfühler im Thermostatkopf geregelt und ist abhängig von der vorherrschenden Raumtemperatur. Es wird also immer wieder die Differenz zwischen Raumtemperatur und Wärme der Heizung gemessen. Dieser Fühler bemerkt übrigens auch Schwankungen, wenn sich viele Menschen im Raum befinden, Sonneneinstrahlung den Raum erwärmt oder das Fenster offen ist. Die Heizung gibt dann für jeden einzelnen Heizkörper nur dann Wärme ab, wenn die gemessene Temperatur unter der über das Thermostatventil eingestellten Temperatur liegt.

Die Zahlen auf dem Thermostatregler, die von 1 bis 5 reichen, sagen Ihnen nämlich, welche Raumtemperatur mit welcher Zahl erreicht wird. Dass keine genauen Temperaturen, sondern stattdessen eine Zahlenskala abgebildet ist, hat dabei einen einfachen wie logischen Grund: Räume sind verschieden: mal klein, mal groß, mal sehr vollgestellt, mal fast leer, mal gut nach außen abgedichtet, mal mit nicht ganz schließenden Fenstern oder Türen. Daher kann die Raumtemperatur von Raum zu Raum abweichen. Man geht also lieber von Richtwerten aus.

Was bedeutet nun welche Zahl?

Eine genaue Temperatur kann man einer Zahl also nicht zuordnen. Dennoch können Sie sich an gewissen Richtwerten orientieren. Steht die Heizung etwa auf 3, entspricht das im Schnitt einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius – also in etwa der normalen Raumtemperatur für Wohnräume. Halten Sie den Thermostatregler also durchgängig auf 3, dann sollte die Temperatur im Raum auch im Winter etwa konstant in diesem Bereich bleiben.

Grob können Sie sich folgende Skala merken:

  • Stufe 1: heizt einen kalten Raum auf etwa 12 Grad auf
  • Stufe 2: Heizt den Raum auf etwa 16 Grad auf (perfekt fürs Schlafzimmer)
  • Stufe 3: Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad (perfekt für Wohnräume)
  • Stufe 4: Die Temperatur bleibt bei etwa 24 Grad stehen
  • Stufe 5: Lässt die Temperatur auf rund 28 Grad steigen, wenn Sie lange genug heizen.

Diese Richtwerte helfen, das Thermostatventil einstellen zu können – je nach Ihren persönlichen Wünschen. Zwischen jedem Wert liegen also etwa 4 Grad Celsius. Manche Thermostate haben noch eine Skalierung zwischen den Zahlen, dabei steht jeder Strich etwa für 1 Grad Celsius.

Und was bedeutet die Schneeflocke?

Neben der ersten Stufe gibt es auf einem Thermostatkopf noch ein Schneeflockensymbol – und das kommt beispielsweise zum Einsatz, wenn Sie in den Urlaub fahren und gar nicht groß heizen wollen. Denn diese Einstellung stellt sicher, dass sich die Rohre nie auf unter 6 Grad Celsius abkühlen. Gerade im Winter ist das wichtig, damit das Heizungswasser in den Rohren nicht gefriert. Denn gefrorenes Wasser dehnt sich aus und kann Rohre zum Platzen bringen – und Sie erwartet nach dem Urlaub ein schöner Wasserschaden zu Hause.

Sollten Sie aber im Winter tatsächlich länger weg sein, lohnt es sich, beim Thermostatventil einstellen etwas höher zu planen. Lassen Sie die Heizung dann ruhig auf 1, damit Heizung und Rohre im Zweifelsfall etwas zu tun haben. Außerdem vermeiden Sie so, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus zu sehr auskühlen und Sie dann nach dem Urlaub in eine Eiszeit zurückkehren.

Sie wollen endlich richtig heizen und dabei Geld sparen und die Umwelt schonen ? Dann schauen Sie sich unsere Tipps an! Übrigens spielt da auch richtiges Lüften eine große Rolle. Gerade zur kalten Jahreszeit ist das nämlich eine ebenso große Herausforderung wie Wäsche trocknen im Winter.

Und auf unserer Themenseite finden Sie viele weitere praktische Haushaltstipps für ein entspanntes Leben Zuhause.

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