24.10.2018

Die perfekte Tanne Weihnachtsbaum kaufen – einfach! Oder?

Wer die Wahl hat, hat die Qual? Das muss nicht sein. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Weihnachtsbaum kaufen unbedingt achten sollten und wie Sie das Nadeln des Baumes hinauszögern können.

Foto: iStock/AleksandarNakic

Wer die Wahl hat, hat die Qual? Das muss nicht sein. Wir verraten Ihnen, worauf Sie beim Weihnachtsbaum kaufen unbedingt achten sollten und wie Sie das Nadeln des Baumes hinauszögern können.

Bald ziehen sie wieder ein in die warmen Stuben, unsere grünen, benadelten Freunde. Aber wie wird er ausgewählt, der richtige Baum? Was ist beim Kauf zu beachten? Und wie überleben die stachligen Zweige besonders lange?

Alle Jahre wieder beglückt er uns mit seinem Glanz vor dunklem Grün, schimmert in der Ecke oder mitten im Raum, bei den einen etwas bunter, bei den anderen mit kunstvollen Ornamenten, hier mal ganz klassisch, dort etwas kurioser. Aber erst einmal muss er her. Und damit wir lange Freude haben an seinem weihnachtlichen Charme: Was sollten wir beachten, wenn wir einen Weihnachtsbaum kaufen?

Den perfekten Weihnachtsbaum kaufen: Wo überhaupt

Baumverkäufer finden Sie in der Stadt mittlerweile an vielen Straßenecken, etwa in der Nähe von Einkaufszentren oder Bahnhöfen. Auch aufs Dorf verirrt sich oft der eine oder andere Händler.

Zudem bieten die meisten Blumenhändler oder Gartenbau-Center Weihnachtsbäume an, meist draußen vor der Tür auf dem Parkplatz.

Aber auch im Wald gibt es oft einen Weihnachtsbaumverkauf, etwa auch bei Bauern oder Baumschulen, manchmal können Sie Ihre Tanne sogar selbst schlagen.

Aber Vorsicht: Gehen Sie nicht einfach in den Wald und schlagen Sie drauflos. Das ist strafbar – in Naturschutzgebieten oder geschützten Wäldern kann Sie dies je nach Bundesland, Menge und Ort mehrere Tausend bis mehrere Zehntausend Euro kosten.

Wann ist die richtige Zeit?

Wann Sie sich zum Weihnachstbaumkauf aufmachen, liegt natürlich auch daran, wie lange Sie gedenken, Ihren Baum im Haus stehen zu lassen – und wie lange er bereits beim Händler gelegen hat. Und natürlich ist das alles wiederum stark davon abhängig, für welche Art Baum Sie sich entscheiden.

Die meisten kleinen Händler werden regelmäßig bis Weihnachten mit frischen Bäumen beliefert, bei größeren Baumärkten oder Gartencentern kann es vorkommen, dass diese nur bei Verkaufsstart Baumware bekommen. Die frischesten Bäume bekommen Sie bei Bauern, in der Baumschule oder direkt im Forst.

Ein Blick auf die Schnittstelle kann Ihnen mehr über die Frische des Baumes verraten. Wenn Sie keinen alten Weihnachtsbaum kaufen wollen, achten Sie darauf, dass die Schnittstelle hell ist und die Nadeln noch glänzen. Stark pieksende Nadeln weisen auf einen schon länger liegenden Baum hin.

Welcher Baum ist der Richtige? Ein Überblick:

  • Die Nordmanntanne: Der Klassiker unter den Christbäumen und mit Abstand der beliebteste Baum in weihnachtlichen deutschen Wohnzimmern. 75 Prozent der Deutschen greifen am liebsten zur Nordmanntanne. Sie nadelt – wie alle Tannen – wenig und duftet typisch, dafür aber nur wenig. Deshalb harzt sie aber auch nicht sehr. Die Nadeln zeichnen sich durch ein tiefes Dunkelgrün aus und die weit auslandenden Astkränze lassen den Baum sehr stattlich und voll aussehen. Da sie aber nur zehn bis 15 Zentimeter pro Jahr wächst, ist sie recht teuer. Für Nordmanntannen geben Sie pro Meter 20 bis 25 Euro aus.
  • Die Blaufichte: Mit 15 Prozent der zweitliebste Baum der Deutschen, zeigt sie sich besonders schön mit stahlblauen bis leicht grünlichen Nadeln – die aber sehr kräftig und spitz sind. Die Blaufichte ist sehr robust – haben Sie sie einmal im Haus aufgestellt (ohne größere Stichverletzungen davongetragen zu haben), können Sie die kräftigen Äste mit viel Schmuck behängen. Auch für Echtwachskerzen eignet sich der stabile Baum. Blaufichten kosten zwischen 10 und 15 Euro pro Meter.
  • Die Edeltanne: Noch etwas teurer als die Nordmanntanne ist die Edeltanne – dafür aber auch besonders prächtig. Sie duftet besonders stark, da sie viel Harz in kleinen Täschchen unter der Rinde lagert. Dabei sollten Sie aber auch aufpassen, dass Ihnen beim Aufstellen kein Harz auf Boden oder Wände gelangt. Ihr silbrig-grüner Schimmer und der meist gerade, symmetrische Wuchs machen Sie zum König unter den Weihnachtsbäumen. Mit 23 bis 27 Euro sind Sie pro Meter dabei.
  • Die Rotfichte: Hätten Sie gewusst, dass die Rotfichte die älteste als Christbaum genutzte Baumart ist? Mittlerweile hat ihr Ruf aber nachgelassen, denn sie nadelt schnell. Dafür ist sie als Kurzzeit-Weihnachtsbaum geeignet mit ihren sattgrünen Nadeln und dem kegelförmigen Wuchs. Außerdem ist sie mit sechs bis zehn Euro pro Meter recht günstig.

Legen Sie keinen Wert auf besonders gerade gewachsene Bäume, können Sie, egal bei welcher Sorte, ein Schnäppchen schlagen.

Bio-Bäume: Warum sich die Investition lohnt

Mittlerweile können Sie sogar darauf achten, Bio-Tannenbäume zu kaufen. Einen umweltfreundlichen Christbaum erkennen Sie am Ökosiegel – etwa Naturland, Bioland oder FSC). Viele Forste in Deutschland sind zertifiziert. Aufgrund der nachhaltigen Forstwirtschaft können neue Nadelbäume gut nachwachsen. Auf Monokulturen, die den Boden auslaugen, sowie Pestizide und Insektizide wird bei solchen Bäumen verzichtet. Und das wiederum tut später auch Ihrem Raumklima gut.

Achten Sie zudem darauf, dass Ihr gekaufter Baum aus der Nähe kommt – so werden unnötig lange Transportwege vermieden, was wiederum auch wieder die Umwelt schont.

Bäume mit Ballen – später wieder einsetzen?

Es ist auch möglich, Weihnachtsbäume mit Wurzelballen zu kaufen, um sie später im Garten einzupflanzen. Dazu muss jedoch beachtet werden, dass der Baum schon im Topf herangezüchtet wurde. Bei frei gewachsenen Bäumen nehmen die Wurzeln beim Stechen meist Schaden, daher wachsen sie nicht mehr richtig an.

Ein Baum mit Wurzelballen sollte nur kurz in der Wohnung stehen. Einpflanzen sollten Sie ihn wiederum erst dann, wenn der Boden frostfrei ist. Dann heißt es, Wurzeln vor späterem Frost schützen.

So bleibt der Baum lange frisch

Wer sich einen Weihnachtsbaum im Haus aufstellt, sollte nach dem Kauf direkt dafür sorgen, dass es dem Gesellen weiterhin gut geht. Das heißt: Haben Sie eine längere Fahrt vor sich, schlagen Sie den Baum in Folie ein, damit ihm der Fahrtwind nicht bereits früh zu viel Feuchtigkeit klaut.

Wenn Sie den Baum früh kaufen und nicht allzu lange im beheizten Wohnzimmer stehen lassen wollen, können Sie ihn kühl, wind- und sonnengeschützt und frostfrei lagern, am besten in der Garage – und am besten im Netz, um ihn später besser aufstellen zu können.

Schneiden Sie den Stamm nach dem Kauf noch einmal etwas an und lagern Sie ihn dann in einem Eimer mit Wasser. Auch die Zweige und Nadeln können Sie hin und wieder besprühen, damit diese frisch bleiben. Das verringert auch die Brandgefahr, wenn Sie später echte Kerzen nutzen wollen.

Im Haus stellen Sie den Baum dann am besten in einem Baumständer auf. Diese gibt es zum Beispiel mit sogenannten Schnellspannern. So sitzt der Baum fest, kann nicht umfallen und ist stets gut gewässert. Nachgießen natürlich nicht vergessen! Ein zwei Meter hoher Baum trinkt gut und gerne zwei Liter Wasser am Tag.

Von Wärmequellen wie Heizung oder Ofen sollten Sie den Baum fernhalten, das trocknet ihn nur aus.

Nadelfreie Bäume – gibt’s sowas?

Klar gibt es die eine oder andere Baumart, die relativ wenig nadelt. Wer aber gar nicht kehren will und sich auch das Baumkaufen Jahr für Jahr sparen möchte, kann natürlich auch auf einen künstlichen Weihnachtsbaum zurückgreifen. Die lassen sich meist auch noch auseinandernehmen und so über das restliche Jahr platzsparend auf dem Speicher oder im Keller verstauen. Und ganz billig sehen qualitativ hochwertige Kunstbäume heute auch nicht mehr aus. Beachten Sie: Sie tätigen hier immerhin eine Investition für mehrere Jahre.

Der Duft fehlt zugegeben, aber hier lässt sich notfalls mit ätherischen Ölen nachhelfen. Doch der Charme eines richtigen Weihnachtsbaumes, der kommt wirklich nicht ganz so gut herüber. Außerdem belasten Plastikbäume bei Herstellung und Entsorgung die Umwelt stark. Diese Fakten sollten Sie beachten, bevor Sie einen künstlichen Weihnachtsbaum kaufen. Vielleicht schauen Sie sich auch unsere außergewöhnlichen Alternativen zum Weihnachtsbaum an? Oder Sie basteln sich Ihren Weihnachtsbaum einfach selbst oder lassen sich von unseren besonderen Weihnachtsbäumen aus Holz einfach selbst? Nadelt dann auch garantiert nicht.

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