Aktualisiert: 26.10.2020 - 08:40

So blüht Ihnen was im Frühjahr Den Garten winterfest machen: Mit diesen 11 Tipps gelingt es!

Wann und wie Sie Ihren garten winterfest machen sollten, verraten wir Ihnen hier.

Foto: iStock.com/schulzie

Wann und wie Sie Ihren garten winterfest machen sollten, verraten wir Ihnen hier.

Die kalten Temperaturen und Wetterbedingungen im Winter stellen die Pflanzen und Tiere im Garten jedes Jahr auf eine harte Probe. Mit ein paar wenigen Handgriffen können Sie Ihre Pflanzen und Gewächse im Winter schützen und die Tiere unterstützen: Mit diesen 11 Tipps gelingt es Ihnen.

Jede Pflanze benötigt im Winter eine besondere Pflege. Einige müssen ins Haus geholt werden, andere verpackt, Blumenzwiebeln müssen gesetzt werden. Wie Sie Ihren Garten mit ein paar wenigen Handgriffen winterfest machen, lesen Sie hier.

11 Tipps, wie Sie Ihren Garten jetzt winterfest machen

Pflanzen zurückschneiden

  • Beschneiden Sie Sträucher und Bäume – so haben sie für den Austrieb im Frühjahr mehr Kraft. Entfernen Sie dafür alle abgestorbenen, kranken und sich überschneidenden Äste. Am besten immer über einem jungen Trieb abschneiden. Erledigen Sie das noch vor dem ersten Frost, damit sich die Schnittstellen noch rechtzeitig verschließen können. Damit das auch einwandfrei funktioniert, ist eine scharfe Gartenschere* von Vorteil.
  • Hecken sollten Sie jetzt nicht mehr schneiden, warten sie lieber bis zum nächsten Frühling. Kranke und beschädigte Ästen können Sie aber bedenkenlos entfernen.
  • Rosen vertragen im Herbst einen leichten Rückschnitt, den eigentlichen Schnitt sollten Sie aber erst im Frühling durchführen.
  • Mehrjährige Blumenstauden schneiden Sie am besten dann herunter, wenn die Blätter braun werden.

Welche Pflanzen draußen bleiben, welche es warm brauchen

Zunächst einmal: Die meisten Stauden, Gräser, Sträucher und Bäume in unseren Gärten sind winterhart und überstehen einen deutschen Winter ohne weitere Probleme – sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Hier haben Sie also kaum etwas zu tun, um den Garten winterfest zu machen.

Allerdings sollten Hobbygärtner laut Van Groeningen zum Beispiel eine größere Kamelie, einen Olivenbaum und andere nicht zweifelsfrei frostharte Gehölze am Anfang der Frostperiode mit Vlies einwickeln. "Der Wind- und Sonnenschutz, der dabei entsteht, erhöht die Überlebenschancen." Auch Rosen sollten mit gut abgelagertem Mist oder Kompost angehäufelt werden – besonders, wenn sie nicht tief genug gepflanzt wurden und die Veredlungsstelle nicht unter der Erde ist.

Frostempfindliche Pflanzen überleben die kalte Jahreszeit auch mit Verpackung nicht: Zwar überstehen Zitruspflanzen, Oleander, Oliven und Agapanthus auch einige Tage mit leichterem Frost oder sogar Schnee – allerdings keine wochenlangen heftigen Minustemperaturen. Diese Pflanzen überwintern deshalb an einem kühlen, aber frostfreien und hellen Lagerort. Aber Vorsicht: "Das Wohnzimmer ist zu warm", betont Van Groeningen.

Kübelpflanzen spät ins Winterlager räumen

Pflanzen im Topf, die den Winter im Freien nicht überstehen würden, sollten so spät wie möglich ins Winterlager geräumt werden, rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Wird es kälter, kann es zunächst noch reichen, die empfindlicheren Pflanzen wie Fuchsien, Engelstrompete oder Hibiskus von einer zugigen, ungeschützten Ecke dicht an eine Hauswand zu stellen, wo es für das Grün wärmer ist. Zugleich sollte man schon mal den Frostschutz, etwa Vlies, bereitlegen, um vor wirklich kalten Nächten den Topfpflanzen noch etwas zusätzlichen Schutz bieten zu können.

Garten winterfest machen: auch Topf-Regenschutz gehört dazu

Im Herbst regnet es viel. Feuchtigkeit im Topf kann aber Pilzbefall an den Pflanzen auslösen – für die Gartenakademie Rheinland-Pfalz ist das eine viel schlimmere Gefahr als die frostkalten Nächte. Daher sollten Hobbygärtner Topfpflanzen nun immer wieder auf welke Blätter und Blüten kontrollieren und diese entfernen.

Außerdem sollten Sie die Kübel-Untersetzer umdrehen, um Staunässe zu vermeiden. Denn die ist häufig der Auslöser für faulende Wurzeln oder Pilzbefall – oft sind die Pflanzen dann unrettbar verloren.

Gemüsebeet: nur manche Böden umgraben

Ob Sie Ihren Gemüsegarten jetzt noch umgraben müssen, kommt auf den Boden an, erklärt Isabelle Van Groeningen. Schwere Böden mit Lehm sollten mit der Grabgabel* bearbeitet werden, damit der Frost, der ein guter Helfer des Hobbygärtners ist, auch eindringen kann. Denn die kältebedingte Ausdehnung des Wassers macht die Erde krümelig – man spricht hierbei von Frostgare. Der Boden ist nach dem Winter also gut aufgelockert, außerdem kann Regen schneller abfließen, und der Boden wärmt sich dadurch schneller auf.

Bei ohnehin schon lockeren Böden, etwa mit einem hohen Sandanteil, würde Van Groeningen auf das Umgraben im Herbst allerdings verzichten. Die Expertin gibt auf ihr eigenes Gemüsebeet einfach eine Lage Kompost und lässt ihn den restlichen Herbst und Winter über von Würmern verarbeiten und in die Tiefe einbringen. "Sie sind meine besten Mitarbeiter." Außerdem geht man heute davon aus, dass die natürlichen Bodenstrukturen durch das Umgraben zerstört werden.

Besser Laub als Zweige zum Winterschutz für Pflanzen nutzen

Laub hilft besonders dort, wo Blumenzwiebeln im Frühjahr sprießen werden: "Das Problem ist, dass die Zwiebeln plötzlich austreiben, wenn es warm genug ist. Das geschieht dann gefühlt über Nacht", erklärt Van Groeningen. Verpasst man es, zu dem Zeitpunkt die Zweige abzunehmen, wachsen die Frühlingsblüher – etwa Krokus, Schneeglöckchen oder Hyazinthe – durch die Zweige hindurch. "Man bekommt dann oft die Äste nicht mehr heraus, ohne die Pflanzen zu zerstören."

Junge Gewächse brauchen bei reichlich Minusgraden einen gewissen Schutz, auch wenn sie eigentlich winterhart sind. Auch hier kann man die Wurzeln mit einer Schicht Laub gut schützen.

Laub darf also ruhig auf Beeten liegen bleiben, dort dient es außer als Winterschutz nach dem Verrotten auch als Dünger und Bodenverbesserer. Doch auf dem Rasen müssen Hobbygärtner tätig werden und das Laub entfernen, sonst faulen die Gräser. Für eine effiziente Entfernung des Laubs auf den Gräsern empfehlen wir einen guten Laubbesen*.

Überzieher für Stauden und Kronen nur als Sonnenschutz verwenden

Üppiger Winterschutz aus Vlies, das manche über Stauden oder Kronen ziehen, ist in der Regel nicht notwendig. Pflanzen, die für unsere Gegenden geeignet seien, schafften es auch ohne, erklärt Van Groeningen – etwa Rosen. "Und wenn es mal wirklich über sechs Wochen minus zehn Grad gibt, hilft auch ein Vlies nichts mehr."

Lieber sollte man bei intensiver Sonnenstrahlung an kalten Tagen die Pflanzen eher punktuell vor dem Verdursten mit einem Vlies schützen, rät Van Groeningen. Denn immergrüne Kübelpflanzen verdunsten bei Sonnenschein auch im Winter Feuchtigkeit über ihre Blätter. Ist aber die Erde um ihre Wurzeln gefroren, können sie keinen Nachschub aufnehmen.

Wer seinen Garten winterfest macht, vergisst darüber womöglich, dass in den Wintermonaten trotzdem auch mal wässern angesagt ist: Immergrüne muss man nämlich auch dann regelmäßig gießen, wenn der Boden nicht gefroren ist. Zugleich aber bitte auch im Auge behalten, dass sich in den Kübeln keine Nässe aufstaut.

Düngen im Herbst? Nur bedingt

Gartenpflanzen sollten den Herbst und Winter über nicht gedüngt werden, denn dadurch wird das Wachstum gefördert: Die Pflanzen schieben neue Triebe, noch vorhandene wachsen ausgiebig weiter. Doch dieses Grün ist weich und zart – und anfällig für Frost. Außerdem sind im Gartenboden in der Regel ausreichend Nährstoffe vorhanden, merkt die Sächsische Gartenakademie an.

Rasen allerdings kann eine weitere Düngung im Oktober, sogar noch im November erhalten – aber in einer speziellen Mischung mit viel Kalium, die den Gräsern hilft, besser über den Winter zu kommen*, erklärt die Deutsche Rasengesellschaft.

Zwiebeln und Stauden schon fürs nächste Frühjahr setzen

Solange der Boden nicht gefriert, können Hobbygärtner neue Pflanzen setzen. Das bringt einen Vorteil: Solange es im Winter nicht zu kalt ist, wachsen noch die feinen Wurzelhaare des jungen Grün. Sie sind für die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen wichtig, erklärt der Bund deutscher Baumschulen. Pflanzen, die im Herbst Wurzeln schlagen, sind im Frühjahr im Vorteil gegenüber jenen, die dann erst in den Boden kommen.

Auch die im Frühling blühenden Zwiebelblumen müssen sogar zwingend jetzt noch in die Erde. Das ist ebenfalls so lange möglich, bis der Boden gefriert.

Tipp der Gartenexpertin: verschiedenste Pflanzen, etwa Narzissen, Zierlauch, kleine Anemonen, Blausterne und ganz viele Tulpen zusammen mischen und mit ins Staudenbeet setzen. Da die Stauden erst spät im Frühjahr richtig austreiben, überdecken die Zwiebelblumen bis dahin die Lücken. Die Blumen sollten wiederum hinter die Stauden gesetzt werden, damit diese später das Laub der Zwiebelblumen überdecken können.

Gartengeräte und -zubehör präparieren

Den Garten winterfest zu machen, bezieht sich nicht nur auf Pflanzen: auch die dazugehörigen Gerätschaften gehen in die Winterpause! Damit Sie auch weiterhin mit ihnen arbeiten können und Freude daran haben, hier die wichtigsten Punkte:

  • Gartengeräte und -möbel sollten den Winter nicht draußen verbringen. Stellen Sie sie in die Garage oder in den Keller. Vorher aber gründlich reinigen und eventuell auch warten.
  • Drehen Sie Ihren Außen-Wasseranschluss ab und lassen Sie das Restwasser aus dem Hahn laufen, um möglichen Frostschäden vorzubeugen. Denn wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus und kann Leitungen, auch im Putz, zum Platzen bringen! Ausnahme: Sie haben ein frostsicheres Außenwasserhahnsystem.
  • Gleiches gilt für Gartenschläuche. Deshalb: komplett entleeren. Am besten aufrollen und einlagern, denn die enthaltenen Weichmacher im Kunststoff leiden unter starkem Licht- und Temperaturwechsel, die Schläuche werden spröde und undicht.

Die tierischen Garten-Mitbewohner im Winter unterstützen

Der Winter ist für viele Tiere eine echte Herausforderung. Während einige Tiere, wie Igel oder Murmeltiere in den Winterschlaf verfallen und außer einem guten Unterschlupf nichts brauchen, sind viele Vögel und auch Eichhörnchen auf Nahrung angewiesen – und die ist im Winter durch Frost und Schnee natürlich schwerer zu finden, als in den warmen Jahreszeiten. Es gibt aber so einige Tipps, wie Sie Ihre tierischen Mitbewohner im Winter unterstützen können:

Igel und Murmeltiere nutzen im Winter als Unterschlupf gerne Laub. Entsorgen Sie nicht das gesamte Laub im Garten sondern sammeln Sie es an einer ruhigen Stelle – das bieten den perfekten Unterschlupf. Und wenn Ihr Garten gar nicht so viel Laub zum Zusammenharken hat, können Sie den kleinen Tierchen auch mit einem Igelhaus* eine Freude bereiten.

Viele Vögel wie Meisen, Rotkehlchen und Amseln bleiben den Winter über hier in Deutschland. Mit einem schicken Vogelhaus* und reichlich Vogelfutter* können Sie auch die zwitschernden Tiere unterstützen. Weitere Tipps zur Vogelfütterung im Winter lesen Sie hier.

Eichhörnchen verfallen nicht wie Igel und Murmeltiere in den Winterschlaf, sondern in die Winterruhe. Das bedeutet, dass Sie auch auf Nahrungssuche gehen müssen, um den Winter zu überleben. Mit kleinen Futterstellen im Garten* erleichtern Sie Eichhörnchen das Überleben – und haben noch dazu vielleicht die Gelegenheit diese faszinierenden Tiere von nahem zu beobachten.

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Sie haben keinen Garten, Ihre Pflanzen befinden sich in der Wohnung? Sehen Sie's positiv: So können Sie sich die Arbeit sparen, einen Garten winterfest machen zu müssen. Wie Sie Ihre Zimmerpflanzen richtig pflegen, verraten wir Ihnen hier.

Zimmerpflanzen
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