20.06.2018

Gesundes aus dem Garten Ingwer selbst anbauen: So züchten Sie die scharfe Knolle

Sieht auch noch schön aus: Ingwer anzubauen ist gar nicht so schwierig und begeistert Sie nach einigen Monaten mit einer frischen, scharfen Knolle.

Foto: iStock (2) Collage BdF Digital

Sieht auch noch schön aus: Ingwer anzubauen ist gar nicht so schwierig und begeistert Sie nach einigen Monaten mit einer frischen, scharfen Knolle.

Ingwer ist der Star in der Küche und beliebte Zutat nicht nur in Speisen, sondern auch Getränken. Kein Wunder, die scharfe Knolle ist sehr gesund. Wie Sie sie sogar selbst anbauen können, lesen Sie hier.

Ingwer gibt es mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt im Gemüseregal. Da liegen sie, die Knollen – leider nicht immer so frisch, wie man es sich wünscht. Dabei hält sich Ingwer schon sehr lange. Man kann sich also je nach Schrumpeligkeits-Grad ausrechnen, wie lange die Wurzeln bereits unterwegs sind oder im Regal liegen.

Warum also nicht selbst züchten? Das ist nämlich gar nicht so schwer – und spart jede Menge Geld. Das Beste aber: Sie können wirklich frische Wurzeln ernten, die geschmacklich nochmal viel intensiver sind als gekaufte Ware. Wie Sie selbst Ingwer anbauen, lesen Sie hier Schritt für Schritt:

Ingwer selbst anbauen: Robuste Pflanze mit scharfer Wurzel

Der Ingwer ist eigentlich ein Gewächs aus Südostasien: Es handelt sich um die Wurzel einer schilfähnlichen Pflanze. Rund 80 Arten gibt es, mit unterschiedlicher Qualität.

Mittlerweile ist Ingwer auch aus deutschen Küchen kaum noch wegzudenken. Das liegt einerseits am Geschmack der leckeren Knolle, aber auch an den heilenden Eigenschaften. So soll Ingwer vor Krebs schützen, er kurbelt außerdem die Verdauung an und stärkt das Immunsystem.

Mit seinem scharf-fruchtigen Aroma, das an Zitrone und Kampfer erinnert, passt Ingwer als Gewürz zu zahlreichen Fleisch- und Fischgerichten, peppt aber auch Gemüse auf und ist mittlerweile essenzieller Bestandteil diverser Getränke. Eingelegt, getrocknet und gemahlen ist er gut nutzbar, frisch kommt er aber auch oft zum Einsatz.

Die Gingerole und Shogaole in der Wurzel sind die Scharfstoffe und damit für die fruchtige Schärfe verantwortlich. Daneben stecken die Knollen voller Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor und ätherischer Öle.

Übrigens: Ingwer wird zwar umgangssprachlich als Wurzel bezeichnet, biologisch gesehen handelt es sich aber um ein sogenanntes Rhizom.

Anbau von eigenem Ingwer: die Vorbereitungsphase

Aber wie funktioniert das denn jetzt mit dem Anbau?

Wer schon einmal über längere Zeit eine Ingwerwurzel zu Hause liegen hatte, wird nach einigen Wochen bemerkt haben, dass sich kleine Triebe bilden. Ingwer ist nämlich sehr wuchsfreudig – und das zahlt sich beim Eigenanbau aus.

Das Praktische: Um eigenen Ingwer anzubauen, benötigen Sie keinen Garten. Im Gegenteil, die Pflanze braucht es warm, gedeiht damit also in unseren Breitengraden am besten im Topf auf der Fensterbank.

Was Sie brauchen:

  • Frischen Ingwer, am besten in Bio-Qualität; ruhig ein paar Tage alt mit ersten Trieben, aber nicht zu trocken; etwa 5 cm groß
  • Einen Topf – am besten breit und flach (die Wurzeln breiten sich nach außen aus)
  • Pflanzenerde mit hohem Nährstoffgehalt
  • Evtl etwas Hummus

Los geht's mit dem Pflanzen: Ingwerzucht ganz leicht

Und dann kann’s losgehen:

  1. Legen Sie die Ingwerknolle über Nacht in lauwarmes Wasser. Das hilft, die Keimbildung anzukurbeln.
  2. Füllen Sie die Schale bzw. den Topf zu 2/3 mit der Erde.
  3. Legen Sie das Rhizom in die Erde – sollte es Schnittstellen aufweisen, diese nach unten zeigen lassen – und bedecken Sie es mit etwa 2 cm Erde oder Hummus.
  4. Dann feuchten Sie die Erde mit einer Sprühflasche mit handwarmem/zimmerwarmem Wasser an – aber nicht zu sehr nässen.
  5. Ingwer wächst in tropischem Klima am besten. Sie können die Luftfeuchtigkeit im Bereich der Pflanze ganz einfach erhöhen, indem Sie ein Folienkonstrukt über dem Topf bauen. Dazu stecken Sie ein paar Holzstäbe rund um die eingepflanzte Knolle und spannen Klarsichtfolie (Frischhaltefolie) darüber. Stechen Sie kleine Löcher in die Folie, damit die Pflanze dennoch atmen kann.
  6. Stellen Sie Ihre Ingwer-Zuchtkonstruktion an einen hellen Platz, ohne die Pflanze aber direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen. Auch Zugluft sollte sie nicht abbekommen.
  7. Ihre Pflanze sollten Sie täglich mit der Sprühflasche leicht mit kalkfreiem Wasser befeuchten. Übertreiben Sie es aber nicht, sonst schimmelt sie. Gerne können Sie die Folie täglich für ein paar Minuten öffnen.

Zeit für mehr Platz: das Umtopfen

Die beste Zeit, um mit dem Ingweranbau zu beginnen, ist der Frühlingsanfang. Jetzt wird es auch bei uns in der Regel wärmer. Nach ein paar Wochen, im Sommer, sind dann die ersten Triebe da. Dann geht’s ans Umtopfen:

Wächst die Pflanze langsam in die Höhe, benötigt sie auch im Topf mehr Platz. Stellen Sie sich also einen größeren, nun auch gerne tieferen Topf bereit und setzen Sie die Pflanze vorsichtig in frische, nährstoffreiche Erde.

Nun darf das Pflänzchen auch umziehen: Im Sommer können Sie dem Ingwer mehr Sonne gönnen: Gewöhnen Sie die Pflanze vorsichtig an die vermehrte Sonneneinstrahlung – jeden Tag ein paar Minuten mehr, damit sie nicht verbrennt.

Täglich weiterhin mit der Sprühflasche befeuchten, und nach acht bis zehn Monaten ist die neue Ingwerknolle erntereif: Sobald sich die Blätter langsam gelb färben, ist das Rhizom soweit entwickelt, dass es essbar ist.

Die Ernte: So kommen Sie an frischen Ingwer

Ist Ihre Knolle reif, können Sie sie einfach vom Rest der Pflanze befreien und wie ganz normalen Ingwer weiterverarbeiten. Sie können aber auch nur einen Teil des Rhizoms abschneiden und den Rest überwintern. Sobald der obere grüne Pflanzenteil abgefallen ist und beginnt, sich einzuziehen, können Sie das Rhizom in seiner Erde an einen dunklen, etwa 10 °C kalten Platz stellen und müssen nicht mehr gießen – bis zum Frühjahr. Dann kann das Prozedere von Neuem beginnen.

Extratipp: Wenn Sie das geerntete Ingwer-Rhizom noch ein paar Tage an der Luft trocknen lassen, entwickelt sich die Schärfe noch ein bisschen weiter, und sie können die Knolle verarbeiten – zum Beispiel zu leckeren Gerichten dazugeben oder das Trend-Getränk Switchel kredenzen. Oder aber Sie nutzen frisches Ingwer-Wasser, um mit dem Ayurveda-Trick abzuspecken. Brauchen Sie noch mehr Ideen? Wir hätten noch sieben Gründe, Ingwer toll zu finden!

Na, Lust bekommen, selbst Ingwer anzubauen? Dann los! Denn wenn Sie sich die Wurzel ab sofort selbst züchten, sparen Sie nicht nur Geld, sondern schützen auch die Umwelt – denn die Ingwerwurzel ist eine ganze Weile unterwegs, bis sie bei uns im Handel landet. Außerdem werden Sie mit einer hübschen Pflanze, vor allem aber mit frischem, aromatischem Ingwer belohnt – und können mit Ihrem Ingwer alles machen, was unsere Themenseite vorschlägt. Wussten sie zum Beispiel, dass Ingwer die Heilpflanze 2018 ist?

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