13.06.2018

Pflanzentipps Orchideen pflegen: Fensterbank in voller Blüte

Orchideen pflegen: Fensterbank in voller Blüte

Keine Frage: Wenn Orchideen blühen, sehen sie richtig toll aus. Anders ist das, wenn sie gerade keine Blüten tragen. Wie Sie Ihre Orchideen richtig pflegen, lesen Sie hier.
Mo, 01.10.2018, 13.20 Uhr

Orchideen pflegen: Fensterbank in voller Blüte

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Keine Frage: Wenn Orchideen blühen, sehen sie richtig toll aus. Anders ist das, wenn sie gerade keine Blüten tragen. Wie Sie Ihre Orchideen richtig pflegen, lesen Sie hier.

Hübsch sehen sie aus – jedenfalls dann, wenn sie in voller Blüte stehen. Wie Sie Ihre Orchideen pflegen, damit genau das auch regelmäßig passiert, verraten wir Ihnen hier. Das Gute: Die richtige Pflege der beliebten Topfpflanze ist kein Hexenwerk, wenn Sie ein paar Dinge beachten. Vielmehr möchten Orchideen auch gerne einmal in Ruhe gelassen werden. Aber der Reihe nach:

Orchideen pflegen: Welche Art wird wie behandelt?

Orchideen zieren viele Fensterbänke, gibt es sie doch in fast unzähligen Farben und Formen. Und wenn sie in voller Blüte stehen, sieht das auch noch richtig schön aus. Die "Königin der Blumen" gehört zu den sogenannten bedecktsamigen Blütenpflanzen und macht dort neben den Korbblütlern die zweitgrößte Gruppe aus. Rund 1000 Gattungen gibt es, darunter bis zu 30.000 botanisch anerkannte Arten.

Die Blütenpflanzen sind aufgrund ihrer Vielfalt und Farbfreude sehr beliebt, sehen aber zugegeben ohne Blüten schnell nicht mehr so schön aus. Um prächtige Pflanzen zu haben, sollten Sie wissen, wie Sie mit diesen umgehen.

Je nach Art den Standort wählen

Die wohl pflegeleichtesten unter den Orchideen sind die, die auch mit am häufigsten die hiesigen Fensterbänke zieren: die Phalaenopsis, die Schmetterlings-Orchideen. Richtig gepflegt, sind sie wahre Dauerblüher, da sie regelmäßig neue Knospen ausbilden können.

Es gibt aber noch eine ganze Menge anderer Orchideen-Arten, die immer beliebter als Zimmerpflanzen werden – auf der Fensterbank aber ein heimischeres Klima benötigen. Und das bedeutet: es sollte möglichst feuchtwarm sein, ähnlich dem Urwaldklima, aus dem die Orchideen einst hervorgegangen sind.

Besitzen Sie zum Beispiel eine Cattleya-Orchidee oder eine Vanda, sollten Sie diese am besten ins Badezimmer an ein helles Fenster stellen. Hier ist die Luftfeuchtigkeit in der Regel ausreichend. Trockene Heizungsluft sollten Sie vermeiden oder die Pflanze regelmäßig mit handwarmem Wasser einsprühen. Schmetterlings-Orchideen hingegen kommen heute auch mit Heizungsluft ganz gut klar. Hin und wieder einsprühen tut aber auch diesen gut.

Phalaenopsis: der richtige Standort

Die richtige Orchideen-Pflege geht übrigens schon beim Kauf los: Wenn Sie sich eine neue Orchidee zulegen wollen, achten Sie darauf, eine solche zu wählen, die noch geschlossene oder nur leicht angeblühte Knospen trägt, keine offenen Blüten. Achten Sie dabei außerdem auf feste, grüne Blätter. Das Wurzelwerk sollte im Topf sein und nicht herauswachsen. Ist es draußen kalt, schützen Sie die Pflanze auf dem Nachhauseweg.

Als Standort wählen Sie im besten Fall ein Ost- oder Westfenster. Da Schmetterlings-Orchideen auch im Urwald eher im Schatten wachsen, ist auch ein Nordfenster möglich.

Den Süden sollten Sie nur wählen, wenn Sie den Blumen ausreichend Schatten spenden können. Sie sollten dann nicht direkt am Fenster stehen, sondern 40-50 cm weiter weg – denn die Blätter können schnell Sonnenbrand bekommen, der sich durch braune Flecken bemerkbar macht.

Zugluft sollten Sie ebenfalls vermeiden, darauf reagieren Orchideen schnell, indem sie ihre Knospen abwerfen. Wenn Sie Ihre Orchideen pflegen wollen, lieber einen relativ windstillen Ort wählen.

Richtig gießen: am besten tauchen

Ihre Orchideen gießen Sie nicht von oben – am besten tauchen Sie die Innentöpfe in Wasser. Im Sommer wöchentlich, im Winter alle zehn bis 14 Tage. Die Phalaenopsis können Sie dabei in normales Leitungswasser tauchen, besser – vor allem für alle anderen, nicht so kalkresistenten Arten – ist aber lauwarmes Regenwasser oder auch abgekochtes, lauwarm abgekühltes Leitungswasser. Und so gehen Sie vor:

  1. Füllen Sie einen Eimer mit ausreichend Wasser. Der Orchideentopf sollte bis zum Rand ins Wasser tauchen.
  2. Stellen Sie Ihren Orchideentopf in das Wasser und lassen Sie ihn dort zehn Minuten stehen.
  3. Nehmen Sie den Topf danach heraus und lassen ihn gut über mehrere Minuten abtropfen.

Lassen Sie Ihre Orchidee ruhig hin und wieder in Ruhe. Zu häufiges Wässern kann zum Pilzbefall führen. Sehen Sie schwarze Punkte auf Blättern und Stängel, handelt es sich um die Schwarzfleckenkrankheit. Befallene Stellen sollten Sie mit einer sauberen, desinfizierten Schere abschneiden. Neben Fungiziden können Sie dem Pilz auch mit einer Zimt-Wasser-Mischung auf die Pelle rücken.

Und wenn die Orchidee dann doch mal zu trocken geworden ist? Im Video gibt's Tipps dazu, wie Sie vertrocknete Pflanzen noch retten können:

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Düngen nur im Sommer

Ein spezieller Orchideen-Flüssigdünger lässt sich dem Wasser beimischen. Dabei ist allerdings wichtig, dass Sie am besten nur von März bis Oktober alle 14 bis 28 Tage düngen, im Winter gar nicht.

Das Wasser, mit dem Sie Ihre Orchideen gewässert und auch gedüngt haben, müssen Sie danach nicht wegschütten. Auch andere Zimmerpflanzen freuen sich darüber.

Umtopfen: Wann ist es notwendig?

Zur richtigen Orchideen-Pflegen gehört auch regelmäßiges Umtopfen – ein Horror für viele Orchideenbesitzer, aber gar nicht so schwierig. Übers Umtopfen sollten Sie entweder alle zwei bis drei Jahre nachdenken – oder dann, wenn die Wurzeln aus dem Topf herauswachsen.

Warten Sie mit dem Umtopfen auf einen Zeitpunkt, an dem die Pflanze nicht blüht. Ansonsten sollten Sie die Blüten vorher abschneiden, damit die Pflanze all ihre Kraft in die Ausbildung neuer Wurzeln stecken kann.

  • Besorgen Sie sich Orchideen-"Erde", die rein organisch und grobkörnig ist. Diese Substrate bestehen meist aus Rinde, Torf und sogar Holzkohle. Außerdem sollten Sie einen Orchideen-Innentopf wählen, der eine sogenannte Innenstufe enthält. Ein Wasserreservoir im Übertopf – diese sind meist höher als normale Töpfe –, verhindert Staunässe. Sie können auch gerne einen transparenten Topf wählen, denn auch den Orchideen-Wurzeln tut Licht gut – sie betreiben Photosynthese.
  • Holen Sie die Pflanze aus ihrem bisherigen Topf, entfernen Sie vorsichtig die alte Erde und schneiden Sie vertrocknete oder faule Wurzeln ab. Auch sehr lange Wurzelstücken können Sie kürzen. Dann geht es mit der Spezialerde in den Topf. Sie benötigen nicht zwingend einen größeren Topf. Achten Sie auf die Wurzelmenge: Bei vielen Wurzeln muss der Topf größer sein als bei wenigen.
  • Sind die Orchideen umgetopft, sollten Sie sie nicht in die pralle Sonne stellen und erst am Folgetag wässern. Mit dem Düngen warten Sie, bis sich neue Wurzelspitzen gebildet haben. Das dauert im Schnitt etwa sechs Wochen.

Sie sollten luftig umtopfen, die Wurzeln der Cattleya zum Beispiel benötigen viel Luft.

Orchideen pflegen: Was noch zu beachten ist

Neben dem Wässern und Umtopfen sollten Sie Ihre Orchideen auch so pflegen: Reinigen Sie die Blätter regelmäßig von Staub – wischen Sie sie dazu vorsichtig mit einem weichen Tuch ab. Danach können Sie sie gerne auch noch besprühen, entweder mit Wasser oder mit speziellem Orchideenspray, mit dem Sie aber nur die Blätter besprühen sollten. Auch abduschen und abtropfen hilft, die Blätter vom Staub zu befreien, so dass sie ungestört Photosynthese betreiben können.

Sind Ihre Orchideen verblüht, schneiden Sie die Stängel ab – und zwar nach dem dritten sogenannten "Auge", einem kleinen blattähnlichen Vorsprung bzw. einer Verdickung am Stängel. Daraus entsteht ein neuer Trieb. Ist auch der verblüht, schneiden Sie den gesamten Stängelteil am Ansatz ab. So können Sie Ihre Orchideen von Zeit zu Zeit richtig ausgiebig pflegen.

Schädlingsbefall: Schnelles Handeln und Quarantäne

Auch Orchideen können Opfer von Schädlingen werden.

  • Blattläusen ist dabei recht einfach der Garaus zu machen: Duschen Sie die Pflanze ab und sprühen Sie sie bei Bedarf mit einem Gemisch aus Wasser, Spiritus und Spülmittel ein – sollten die Läuse nach dem Abspülen nicht fernbleiben. Wie Sie Blattläuse noch bekämpfen können, erfahren Sie hier.
  • Spinnmilben erkennen Sie an kleinen Netzen an der Blattunterseite. Einfach die Blätter vorsichtig mit einem feuchten Tuch abwischen. Setzen Sie die Pflanze nach Möglichkeit kurz sehr hoher Luftfeuchtigkeit aus, etwa im Bad. Das tötet die Spinnmilben.
  • Auch Woll- oder Schmierläuse können die Pflanzen befallen. Sie machen sich durch weißen Belag kenntlich. Quarantäne sowie ein Gemisch aus Olivenöl, Spülmittel und Wasser sind angesagt. Wechseln Sie die Erde bzw. das Substrat und säubern Sie den Topf gründlich bzw. topfen Sie gleich um. Auch Schildläuse bekämpfen Sie am besten durch Umtopfen.

Andere Krankheiten: Fäulnis und Viren

Falsche Orchideen-Pflege kann sogar einen Virus hervorrufen – nämlich dann, wenn beispielsweise das Schneidewerkzeug beim Zuschneiden nicht sauber ist. Streifen-, ring- oder pfeilförmige Flecken geben einen Hinweis. Dann ist die Pflanze leider nicht mehr zu retten.

Wässern Sie die Pflanze mit von Bakterien befallenem Wasser, kann es zu Wurzel- bzw. Stammfäule kommen – übrigens auch, wenn Sie zu stark gießen. Die Orchidee reagiert mit gelben Blättern und lässt keine mehr nachwachsen. Auch jetzt ist die Pflanze leider nicht mehr zu retten. Wer seine Orchideen pflegen und schützen will, sollte also auch unbedingt Staunässe vermeiden.

Mehr Haushaltstipps gesucht? Besuchen Sie doch unsere Themenseite – dort finden Sie auch viele weitere Artikel zur Pflanzenpflege in Haus und Garten.

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