13.04.2018

Süß, vitaminreich und gesund Selbst Erdbeeren pflanzen: Frisches Obst aus dem Garten

Erdbeeren pflanzen erfordert ein wenig Arbeit – lässt sich aber durchaus bewerkstelligen, zum Beispiel zusammen mit der Familie beim gemeinsamen Gartentag.

Foto: iStock/Halfpoint

Erdbeeren pflanzen erfordert ein wenig Arbeit – lässt sich aber durchaus bewerkstelligen, zum Beispiel zusammen mit der Familie beim gemeinsamen Gartentag.

Aus dem eigenen Garten schmecken Obst und Gemüse doch einfach am besten – da machen auch Erdbeeren keine Ausnahme. Einfach sind sie nicht in der Pflege, aber wenn Sie sich einer kleinen Herausforderung stellen wollen, werden Sie mit süß-saftigen Früchten belohnt!

Sie sind im Sommer die Stars unter den Früchten – und vor allem aus dem eigenen Garten oder vom Balkon ein Genuss: Erdbeeren pflanzen ist kein Hexenwerk, aber zugegeben auch nicht spielend einfach. Denn die Pflänzchen benötigen ein wenig Pflege. Mit unseren Tipps kommen Sie bald in den Genuss der wunderbar aromatischen Früchte.

Eines vorweg: Ein wenig Geduld müssen Sie schon mitbringen. Denn die Pflanzen tragen erst im Folgejahr die ersten Früchte – es sei denn, sie kaufen bereits größere Pflanzen, die Sie nur noch einbuddeln müssen. Aber der Reihe nach.

Erdbeeren pflanzen: Mit diesen Arten klappt‘s

Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse – das erkennen Sie unter anderem an den einfachen Blüten mit fünf Blättern. Wenn Sie sich in der Botanik ein wenig umsehen, werden Sie feststellen, dass dem unter anderem auch bei Apfel, Kirsche und Quitte so ist. Die Pflanzen sind nämlich verwandt.

Anders als der Apfel aber ist die Erdbeere quasi zu den Nüssen zu zählen – genau genommen die kleinen Kerne, die auf der Frucht sitzen. Und die gibt es auf jeder Sorte.

Die weitverbreitetsten Sorten sind die Gartenerdbeeren, die einmal im Jahr Früchte tragen, zum Beispiel:

  • Daroyal, Elsanta, Elvira, Korona, Polka und Senga Sengana

Diese Sorten sind die frühen bis mittelfrühen, die aber viele Früchte tragen.

Später reife Früchte gehören zu Sorten wie

  • Salsa, Symphonie und Thuriga.

Alle diese Sorten können sich selbst befruchten. Es gibt aber auch noch ältere Sorten, die eher unter Gartenprofis verbreitet sind. Sorten wie Mieze Schindler und Königin Louise benötigen nämlich für die Blütenbestäubung noch eine andere Sorte in der Nähe.

Dann gibt es noch mehrmals tragende Sorten, die im Juni oder Juli zum ersten Mal, im Spätsommer oder sogar Herbst dann ein zweites Mal Früchte tragen – dann aber meist mit geringerer Ausbeute. Die Früchte bestechen durch ein intensiveres Aroma als die der einmal tragenden Pflanzen, sind aber auch kleiner.

  • Ostara, Selva und Sweetheart gehören zu diesen Sorten.

Es gibt aber auch noch Monats-Erdbeeren, die von der Walderdbeere abstammen. Hier können Sie zwischen Mai bis zum ersten Frost im Herbst immer wieder kleine Früchte ernten.

Profitipp: Wie bei den Liebhabersorten lohnt es sich auch, modernere Sorten zu kombinieren – denn dann können Sie Ihre Ausbeute und die Erntezeit durchaus verlängern.

Los geht’s: Wann darf der Anbau starten, wie muss das Beet aussehen?

Haben Sie sich für eine Sorte entschieden? Dann sollten Sie Ihre Gartenausrüstung ab Mitte Juli bis August bereit halten. Dann finden Sie junge Pflänzchen im Handel – das ist auch die beste Zeit, die Erdbeerpflanze zu setzen. Mehrmals tragende Sorten lassen sich aber sogar bis September einsetzen. Die Monatssorten sowie Kletter-Erdbeeren hingegen setzen Sie im Frühjahr.

Suchen Sie sich einen sonnigen Platz mit humusreichem, lockerem Boden, idealerweise mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Je mehr Sonne die Pflanzen abbekommen, desto süßer sind später die Früchte. Staunässe sollten Sie verhindern, damit keine Wurzelkrankheiten entstehen. Eine Gründüngung kann helfen – oder aber ein wenig lockeres Sand-Humus-Gemisch, das Sie rund 20 cm aufschichten und die Pflanzen dort einsetzen. Tipp: Üblicher Gartenkompost ist zu salz- und kalkreich für Erdbeeren.

  1. Nehmen Sie sich eine Schaufel und graben Sie den Boden tief um.
  2. Mischen Sie vier bis fünf Liter Humus oder Laubkompost pro Quadratmeter sowie rund 30 Gramm Hornmehl unter – aber nur flach.

Tipp: Beete, auf denen vorher Erbsen oder Bohnen, Kohlrabi, Radieschen oder Salat gewachsen sind, eignen sich gut. Erdbeeren sollte der Boden allerdings mindestens vier Jahre lang nicht gesehen haben.

Dann heißt es zwei Wochen warten, bis sich der Boden gesetzt hat. Harken Sie das Beet glatt. Dann können Sie die Erdbeeren pflanzen.

Sie sollten zwischen den Pflanzen einen Abstand von 40-60 cm zwischen den Reihen und 25 cm in der Reihe geben. Das Herz der Pflanze sollte über dem Boden bleiben, die Wurzeln möglichst senkrecht in der Erde stecken.

Dann dürfen die Pflänzchen erst einmal wachsen. Achten Sie darauf, dass der Boden immer feucht genug bleibt und niemals ganz austrocknet. Auch sollten Sie die Erde regelmäßig auflockern und Unkräuter entfernen – aber passen Sie auf die empfindlichen Wurzeln auf! Stroh auf dem Boden schützt vor Unkraut und Schädlingen. Unkraut lässt sich aber auch mit einer dünnen Schicht Rasenschnitt verhindern.

Hübsch sehen die blühenden und Früchte tragenden Pflanzen dann auch noch aus – und damit lassen sich tolle kreative Gartenideen umsetzen, denn sie ergänzen jedes Grünstück.

Erdbeerpflanzen pflegen und überwintern: So geht’s am besten

Später im Jahr geht’s ans richtige Erdbeeren-Überwintern. Sie müssen die Pflanzen zum Winter hin nicht wieder ausbuddeln. Schützen Sie sie einfach mit einer dünnen Lage Stroh oder Mulch vor Frost.

Nach der Ernte schneiden Sie die Blätter ab und entfernen alle Tochterpflanzen, die Sie nicht vermehren wollen. So hat die Mutterpflanze wieder genügend Platz zum Wachsen. Lockern Sie den Boden und streuen Sie einen organischen Beerendünger aus. Jetzt noch etwas Laubkompost und in Ruhe lassen, bis der Frühling wieder kommt.

Nach drei Jahren sollten Sie neue Jungpflanzen setzen – dann sinkt der Ertrag der alten Pflanzen.

Ableger: Erdbeeren vermehren leicht gemacht

Sind Ihre Erdbeerpflanzen gesund, können Sie auch Ableger setzen. Suchen Sie sich die ertragreichsten Vertreter aus und stechen Sie Tochterpflanzen mit dem Spaten ab. Diese können Sie entweder direkt setzen oder im Topf vorkultivieren. So wachsen sie leichter an.

Wer keinen eigenen Garten hat, muss übrigens nicht verzagen. Auch im Blumenkasten auf dem Balkon machen sich die roten Früchte gut. Erdbeeren pflanzen können Sie aber sogar im Topf, wenn auch gerade einmal kein Balkon zur Hand ist. Achten Sie aber darauf, dass die Wurzeln der Pflanze genügend Platz bekommen. Ein großer Topf muss also her. Am besten eignen sich übrigens mehrfach tragende Sorten.

Viel Spaß beim Erdbeeren pflanzen! Was Sie dann nach der Ernte beachten müssen, verraten wir in unseren sieben Erdbeer-Tipps. Und wenn Sie jetzt noch tolle Rezepte und Tipps rund um Erdbeeren suchen, lohnt sich ein Blick auf unsere Themenseite. So können Sie Ihre eigenen Früchte direkt verarbeiten.

Und dann sind Erdbeeren auch noch gesund! Wobei die süßen Früchte alles helfen? Sie hemmen zum Beispiel Entzündungen. Auch ein ganzer Beerengarten lohnt sich nicht nur kulinarisch, sondern auch für die Gesundheit. Was heimische Beeren alles können, lesen Sie auch bei uns.

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