02.08.2017 - 11:03

Wie Sie Beete vom restlichen Garten abgrenzen

Von Anja Winnes

Ob Granitwürfel, Leistensteine oder Rasenkante: Die Beeteinfassung bestimmt den Look des Gartens mit – und kann äußerst praktisch sein

Ein Beet deutlich vom Rest des Gartens abzugrenzen macht Sinn. Denn so fällt die Pflege beider Bereiche leichter. Abgrenzungen aus Stein oder Metall, die in den Boden reichen, haben grundsätzlich etwa den Vorteil, dass sie Substrate voneinander trennen. Das ist zum Beispiel wichtig zwischen humushaltiger Erde und Kies, oder um ausläufertreibende Gräser und Stauden im Zaum zu halten. 8 Möglichkeiten der Beetbegrenzung stelle ich Ihnen vor – aus Beton, Metall oder Naturstein. Auf Abgrenzungen aus Holz und Kunststoff gehe ich wegen der geringeren Haltbarkeit und Robustheit nur am Rande ein.

1. Einzeiler als Beeteinfassung
Der Klassiker unter den Beetbegrenzungen heißt Einzeiler und besteht oft aus Natursteinwürfeln, die am besten vor Ort in Beton gesetzt und verfugt werden. Ein Einzeiler ergibt eine klare Linie, gerade oder geschwungen, und verhindert, dass der Rasen sich im Beet breitmacht. Die klare Linie ist auch beim Rasenmähen von Vorteil.


Im Bild wird eine sogenannte Mixed Border aus Stauden durch einen Einzeiler aus Naturstein vom Rasen abgegrenzt. Ein paar Zentimeter des Steins können wie hier über die Bodenoberkante herausschauen, der Rest liegt unter der Erde in einem Bett aus Kies und Beton.

Auch dieses Gemüse- und Sommerblumenbeet, angelegt von Surrounds , wird von einem Einzeiler begrenzt. Es grenzt zwar kein Rasen an, der sich in den Fugen ausbreiten könnte, sondern nur ein Weg aus Riesel. Trotzdem ist es technisch sinnvoll, dass der Einzeiler zumindest grob die humushaltige Erde vom Unterbau und der Rieselschicht des Weges trennt. Auf die aufwändige Verfugung wurde hier verzichtet. Nachteil: Wenn sich mit der Zeit Erde in den Fugen sammelt, können anfliegende Samen dort keimen und Pflegemaßnahmen erfordern.

Ein Einzeiler aus Granit trennt in diesem Schlossgarten von Natur Art rechteckige Beete mit Kräutern und Stauden vom Weg mit wassergebundener Decke.


Einzeiler sind oft aus Kleinstein, das heißt, dass die Naturstein-Würfel eine Kantenlänge von acht bis zehn Zentimetern haben. Kleinstein gibt es beispielsweise aus Granit oder anthrazitfarbenem Basalt im Handel. Manchmal kann man auch recyceltes Pflaster finden, das eine abgenutzte Seite mit glatter Oberfläche aufweist.

Auch rötliches Klinkerpflaster macht als Beetabgrenzung eine gute Figur. Bei diesem Gartenhof-Projekt der Landschaftsarchitekten Droll & Lauenstein wiederholt die Einfassung den Belag des Sitzplatzes und des Wasserbeckens.


Tipp : Denken Sie bei der Beeteinfassung auch an den Winter, wenn von Stauden nicht viel zu sehen ist. Die Struktur von Einzeilern und Pflasterbändern hingegen macht zu jeder Jahreszeit im Garten was her!

2. Leistensteine als Beetbegrenzung
Eine kostengünstigere Variante, ein Beet vom Rasen abzugrenzen, wären Beton-Leistensteinen. Diese gibt es ab eine Breite von vier bis fünf Zentimetern. Leistensteine sorgen für klare Kanten und erleichtern so die Pflege.

Besonders häufig kommt diese Variante in Gemüsegärten zum Einsatz. Auch Leistensteine sollten in ein Betonbett gesetzt werden. Wem dies zu aufwändig ist, kann natürlich auch darauf verzichten – muss dann aber je nach Boden und Belastung mit Verschiebungen rechnen.

Eine höherwertige Variante der Leistensteine ist aus Granit, wie sie etwa in diesem Garten in Massachusetts eingesetzt wurden.

3. Metallprofile als Beeteinfassung
Abgrenzungen aus Metall haben mehrere Vorteile. Sie sind schmal, fallen kaum auf und setzen trotzdem einen Akzent, der gut zu modernen Gärten passt. Diese Methode der Beeteinfassung ist aber nicht neu! Metallbänder zur Beetabgrenzung setzte man schon in barocken Gärten ein. Metallbänder lassen sich sowohl gerade als auch geschwungen verlegen.

Die Beetbegrenzung aus Metall kann aus silbrigem Edelstahl sein; oder wie hier bei den Landschaftsarchitekten von Orel + Heidrich aus rötlichem Kortenstahl.


Für die Befestigung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Je nach Boden wird das Metallprofil meist einfach nur mit einem Gummihammer in die Erde geklopft oder auch mit vereinzelten Ankern an Ort und Stelle gehalten. Für die Verbindung von mehreren Bändern sollte man schweißen können oder auf fertige Systeme zurückgreifen. Es gibt natürlich auch Systeme aus Kunststoff.

4. Beetabgrenzung bei Steinbelägen
Beete schließen im Garten oft direkt an den Weg- oder Terrassenbelag an. Entscheidend ist dann die Frage, wie das anschließende Pflaster benutzt wird. Ein zusätzlicher Einzeiler oder Leistensteine sind nicht notwendig, wenn die Terrasse oder der Weg leicht belastet, das heißt, nur begangen und nicht mit einem Auto befahren werden. Der Belag sollte jedoch auf jeden Fall mit einem Keil aus Beton fixiert werden, der aus optischen Gründen etwas tiefer als die Belagsobergrenze ansetzt und später vom Substrat überdeckt wird.

Je höher die Belastung des Belags, desto dicker muß der Betonkeil sein, will heißen: Bei einem Beet neben einem Parkplatz ist ein dicker Keil oder extra Leistenstein vonnöten, liegt das Beet jedoch neben der Terrasse ist ein einfacher Betonkeil völlig ausreichend.

Es gibt auch die Möglichkeit, Beet und Rasen nur durch einen Plattenstreifen zu trennen. Stabil wird auch diese Bauweise mit einem Betonkeil auf beiden Seiten.


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5. Einfache Rasenkante als Beetbegrenzung
Eine Grenze aus Stein oder Metall ist aber nicht unbedingt notwendig; auch eine einfache Rasenkante kann ihren Zweck erfüllen. Sie ist aber deutlich arbeitsaufwändiger. Denn diese Form der Rasenkante, die auch „Englische Rasenkante“ genannt wird, muss je nach Wachstum mehrmals pro Jahr nachgestochen werden, um zu verhindern, dass sich der Rasen im Beet ausbreitet.

Die Vorteile einer schlichten Rasenkante liegen auf der Hand: Diese Lösung ist kostengünstig, naturnah und kann jede Form annehmen!

6. Hoch- und Kastenbeete
Natürlich können Sie Beete auch höher legen und damit noch deutlicher vom Rest des Gartens abgrenzen. Richtige Hochbeete bringen viele Vorteile mit sich: Man kann sie im Stehen bearbeiten, muss sich also nicht so sehr bücken oder zum Unkrautzupfen auf dem Boden knien, und man kann den Substrataufbau selbst bestimmen.


Als Material kommen etwa Trockenmauern aus Naturstein wie in diesem Beispiel von Shades Of Green in Frage. Die Steine sorgen für wärmeres Mikroklima – besonders gut für mediterrane Kräuter.

Alternativ kann man auch Hoch- oder Kastenbeete aus Holz bauen. Doch Vorsicht bei günstigem Fichten- oder Kiefernholz: Bei unserer feuchtkalten Witterung hält dieses Holz nur ein paar Jahre. Eiche, Robinie und wärmebehandeltes Thermoholz sind haltbarer. Etwas Abhilfe schafft auch Noppen- oder Teichfolie, wenn man sie innen an den Brettern befestigt.


DIY-Anleitung: Einfaches Kastenbeet bauen

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7. Niedrige Hecken oder Weidengeflecht um das Beet
Beeteinfassungen aus immergrünem Buchs oder Weidengeflecht sind zwar auch eine Hürde, die Besucher, Kinder und Tiere aus einem Beet fernhält – hauptsächlich jedoch eine gestalterische Bereicherung, Besonders in historisierenden Gärten, romantischen Gärten im Landhausstil und mediterranen Gärten ist diese Art der Einfassung anzutreffen.

8. Fließende Übergänge zwischen Wegen und Beeten
Falls Weg und Beet ein ähnliches Substrat aufweisen, kann man die Abgrenzung auch locker handhaben. Dieser Weg hat keinen gesonderten Aufbau, es wurde einfach Rindenmulch aufgeschüttet.

Und bei diesem Beispiel von D-Crain wachsen die Gräser in stark trockenem Substrat. Das Ergebnis ist eine Gestaltung, die von der Verschmelzung der lockeren Bepflanzung aus vielen Gräsern mit dem streifenförmigen Belag lebt. Diese Art der Gestaltung braucht volle Sonne, es sollten möglichst keine laubabwerfenden Gehölze in der Nähe sein.


Wie sehen Ihre Ideen aus, um Beete zu begrenzen?

Dieser Artikel ist bereits erschienen auf Houzz .

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