09.03.2017

Tisch-Deko Hübsch eingedeckt: Nadine Villmann liebt das Dekorieren

So schön könnte auch Ihr Tisch aussehen!

Foto: Kathrin Hester

So schön könnte auch Ihr Tisch aussehen!

So holen Sie sich den Frühling ins Haus! Sie haben Freunde zum Essen eingeladen – aber noch keine Idee für die Deko? Nadine Villmann gibt Tipps!

Von der Tischdekoration bis zur Hochzeitstorte

bildderfrau.de: Liebe Nadine Villmann, Sie sind Wedding- und Eventstylistin – was muss man sich als Laie genau hinter dieser Berufsbezeichnung vorstellen?

Nadine Villmann: Wedding- und Event-Styling ist das visuelle Konzept, das sich wie ein roter Faden durch ein Fest zieht. Eine durchgehende Ästhetik, bei der jedes Detail Hand in Hand geht. Von der Raum- und Tischdekoration über Floristik und Papeterie bis hin zur Hochzeitstorte und den Gastgeschenken passt alles sowohl vom inhaltlichen Gedanken wie auch der Optik zusammen.

Sie lieben Ihren Beruf – wo hatte Ihre Faszination fürs Dekorieren ihren Ursprung?

Vor einigen Jahren gründete ich Deutschlands ersten Vintage-Porzellanverleih. Das Porzellan wurde fast hauptsächlich für Hochzeiten und große private Feiern gebucht und so kam ich mit dem Bereich immer mehr in Berührung.

Ich habe dann den Verleih von Dekorationsgegenständen zu meinen Services ergänzt und begann Konzepte für Hochzeiten zu entwickeln. Den Verleih habe ich mittlerweile nicht mehr, aber die Liebe für wunderschöne Dekokonzepte ist geblieben, so dass ich nun als Wedding- und Event-Stylistin tätig bin.

In Ihrem gerade erschienenen Buch „Hübsch eingedeckt“ präsentieren Sie 13 verschiedene Tischdekorationen. Welche Idee steckt hinter dem Buch?

Die Tischdekorationen in „Hübsch eingedeckt“ drehen sich allesamt um den Modern-Vintage-Stil – aber 13 Mal anders. Ich erzähle alte Geschichten dabei aus einer aktuellen Perspektive und kombiniere Vintage-Elemente mit neuen Vasen, modernem Porzellan und angesagten Stoffen.

Die Idee ist, dass nicht alles original Vintage und vom Flohmarkt sein muss, um einen Tisch im Vintage-Stil einzudecken. Akzentuiert eingesetzt, schaffen Vintage-Gegenstände einen spannenden Kontrast zum Beispiel zu Porzellan, das man vielleicht schon zu Hause hat. In dem Buch zeige ich den Lesern, wie sie selbst diese Brücken schlagen können.

Über ihr Buch "Hübsch eingedeckt"

Welche Inspirationen erwarten die Leser in Ihrem Buch?

Das Buch deckt nicht nur verschiedene Anlässe wie Gartenparty, Hochzeit, Geburtstag, Weihnachten oder den besonderen Abend mit Freunden ab, sondern auch 13 ganz verschiedene Deko-Themen.

Vom schwarz-weiß-goldenen Glamour-Tisch über eine französische Tischdekoration und eine good old english tea time bis hin zu botanischem Wildwuchs oder maritimen Ideen auf dem Tisch. Cookie- und Candy-Bars, Gastgeschenkideen und Raumdekorationen runden die Deko-Themen ab.

In Ihrem Buch setzen Sie sich vor allem mit dem aktuellen Vintage-Trend auseinander. Was, meinen Sie, macht die anhaltende Faszination für diesen Mega-Trend aus?

Es gibt ja den Spruch „früher war alles besser“ – ich glaube, da steckt ein bisschen Wahrheit drin, wenn es um den Vintage-Stil geht. Ich denke, dass die Menschen mit dem Vintage-Stil eine Behaglichkeit, Persönlichkeit und Wärme verbinden, die sie in der heutigen Zeit so nicht mehr unbedingt überall finden oder empfinden. Mit Vintage-Gegenständen holt man sich etwas Wahres, Originales ins Haus, aus einer Zeit, in der alles – im Gegensatz zu heute – noch wesentlich entschleunigter war.

So schön macht der Frühling Ihr Zuhause

Der Frühling klopft endlich wieder an der Tür – vermutlich ein Traum für eine Eventstylistin. Wie wichtig sind Blumen für Sie und Ihre Arbeit?

Das stimmt – mit dem Frühling kommt wieder Farbe und Lebendigkeit in unsere Räume. Blumen sind tatsächlich für mich persönlich und meine Arbeit das A und O. Denn Blumen stehen einfach immer im Zentrum jeder Raum- und Tischdekoration.

Auf welche Blumen freuen Sie sich besonders im Frühling?

Ich bin ein ganz großer Frühlings-Fan und ziehe eine große Positivität aus dem Aufblühen rund um uns herum. Auch wenn der Frühling dann eigentlich noch weit entfernt ist, bin ich jedes Jahr wieder total aus dem Häuschen, wenn ich die ersten Schneeglöckchen sehe. Im Frühling finden Sie dann bei mir auf dem Tisch unter anderem Traubenhyazinthen, Tulpen, Anemonen und Ranunkeln.

Braucht man als Laie viele Materialien für eine schöne Deko – oder liegt das Besondere eher in der Kombination der einfachsten Elemente, die man bereits daheim und im Garten vorfindet?

Es ist mir ganz wichtig – und das stelle ich auch in meinem Buch heraus – zu vermitteln, dass man eine schöne Tischdeko nicht komplett irgendwo einkaufen muss. Grundsätzlich lassen sich viele Dinge, die man zu Hause und im Garten hat, für eine Tischdeko, die Gäste begeistert, einsetzen.

Hier hilft es oft mit neuem Blick auf die Dinge zu schauen, die schon da sind und zu überlegen, wie sie sich neu oder anders einsetzen lassen, um so zum Blickfang zu werden.

Aus alt wird neu

Sie zaubern auch mal aus alten Buchseiten wunderschöne Dekorationen – woher beziehen Sie Ihre Ideen und Inspirationen?

Ich halte immer die Augen offen und lasse mich durch die Dinge um mich herum inspirieren. Irgendwann ploppt auf einmal ein Gedanke oder eine Idee auf und ich fange an, im Kopf darum herum ein Deko-Konzept zu entwickeln.

Dann steige ich in eine ausgiebigere Recherche im Internet ein und schaue, wie sich das Konzept umsetzen lässt. Oft komme ich dadurch auch wieder auf zusätzliche Ideen, die in das endgültige Konzept einfließen.

Verwenden Sie auch das Internet für Ihre Recherche? Wie sehr nutzen sie etwa Pinterest zum Finden und Sammeln von Deko-Ideen?

Definitiv. Das Internet ist eine großartige Ansammlung von Inspirationen und ich bin ein großer Fan von Pinterest und Interior-Blogs.

Was ist Ihr Tipp für unsere LeserInnen, die ihre erste Tischdeko des Frühlings in Angriff nehmen wollen?

Spielen Sie mit dem Thema Frühlingserwachen, in dem Sie Traubenhyazinthen und Osterglocken als Pflanzen (noch in der Erde) auf dem Tisch einsetzen. Wählen Sie ungewöhnliche Gefäße, aus denen die Pflanzen herauswachsen, zum Beispiel alte Porzellan- oder Suppentassen, Tee- oder Kaffeedosen.

Dazwischen können Sie lose Tulpen, noch mit der Wurzel, auf dem Tisch dekorieren. Alternativ könnten Sie kleine, dichte Sträußchen aus Weidenkätzchen und dazu kleine Sträußchen aus Tulpen binden. Jeweils mit einem hübschen Band abbinden und in einem kleinen Gefäß, z.B. eine Tasse oder Windlicht, gegen den Rand lehnen, so dass das Band noch zu sehen ist und locker herab fällt.

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