21.10.2016 - 11:50

SICH WOHLFÜHLEN MIT HOUZZ Arbeitsplatten und Schneidebretter aus Holz richtig pflegen

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Ein feiner Schaber oder Spachtel aus Edelstahl ist hilfreich, um den Hackblock sauber zu halten.

Foto: Houzz/R. Olson Design

Ein feiner Schaber oder Spachtel aus Edelstahl ist hilfreich, um den Hackblock sauber zu halten.

Ein Arbeitstisch, ein Hackblock oder ein massives Schneidbrett aus Holz gehört in jede Küche. Ein Tischler erklärt uns die fachgerechte Pflege.

Schneideflächen aus Holz müssen viel aushalten, sauber sein und dann noch gut aussehen. Und wie bei gusseisernem Kochgeschirr gilt: reger Gebrauch adelt das Material; es altert in Schönheit.

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Holz hat eine lange Lebensdauer, schont die Messerklingen und kann immer wieder aufgearbeitet werden. Wenn Sie Ihre hölzerne Arbeitsplatte oder ihr Schneidebrett aus Holz richtig pflegen, können Sie sie noch als Erbstück weitergeben.

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Holz, das direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, darf keinesfalls die gleiche Oberflächenbehandlung erhalten wie Holz, das in Schränken oder Regalen verbaut wird.


In der Küche kommen nur Öle in Frage, die frei von schädlichen Substanzen sind, denn Spuren davon können in die Nahrung gelangen. Ein solches lebensmittelechtes Finish ist allerdings weniger lange haltbar. Kommen dann noch Feuchtigkeit und häufige Nutzung dazu, kann das Holzbrett im schlimmsten Fall so trocken und porös werden, dass es Feuchtigkeit aufsaugt wie ein Schwamm. Aber keine Bange: Es reichen im Grunde drei Schritte, um Arbeitstische, Bretter und Hackblöcke aus Holz richtig zu pflegen und lange zu erhalten.

1. Schritt: Sauberkeit

Es gibt viel, was Sie für Ihren Hackblock tun können, aber am wichtigsten ist es, ihn sauber zu halten. Bei Arbeitsplatten aus Stein oder mit Beschichtung verbleiben Flecken meist nur auf der Oberfläche – um wirklich einzudringen, bräuchten die meisten Flüssigkeiten mehrere Tage. Anders ist es bei Holz, das Flecken schnell annimmt und die Spuren manches Malheurs noch lange danach zur Schau stellt.

Die einfachste Methode, Flecken auf Holzflächen zu verhindern, besteht darin, alle Überbleibsel zu entfernen und den Block mit einem Neutralreiniger oder milder Seife zu säubern, um alles zu entfernen, was noch am Holz haftet. Anschließend trocknen Sie das Holz ab, um überschüssige Feuchtigkeit zu beseitigen. Schon diese einfache Maßnahme trägt dazu bei, die Lebensdauer des Hackblocks oder Schneidbretts entscheidend zu verlängern.

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Ein gutes Erscheinungsbild ist aber noch nicht alles; der Block sollte auch hygienisch einwandfrei sein. Starke chemische Reinigungsmittel würden Rückstände hinterlassen, die das Material angreifen und Ihre Gesundheit gefährden. Benutzen Sie solche Mittel nur, wenn es gar nicht anders geht. Halten Sie stattdessen eine Sprühflasche mit unverdünntem Essig bereit. Studien konnten belegen, dass die Säuren in Weißweinessig eine desinfizierende Wirkung haben – selbst gegen Kolibakterien oder Salmonellen.


Auch ein feiner Schaber oder Spachtel aus Edelstahl ist hilfreich, um den Hackblock sauber zu halten. Ziehen Sie den Schaber unter Druck an der Oberfläche entlang. Dadurch entfernen Sie nicht nur hartnäckige Rückstände, sondern beseitigen auch noch bis zu 75 Prozent mehr Feuchtigkeit als durch bloßes Abtrocknen.


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2. Schritt: Fleckenentfernung

Und wenn es trotzdem passiert ist? Nehmen wir an, die dunkle Soße hat sich auf dem Hackblock schon unangenehm breit gemacht. Das ist uns allen schon passiert – auch die sorgsamste Köchin übersieht mal etwas, und früher oder später steht sie einem hartnäckigen Fleck gegenüber. Es gibt einige Möglichkeiten, solchen Flecken auf den Leib zu rücken. Alle haben etwas für sich, aber einige Techniken haben sich in meiner Praxis bewährt. Bei allen nun vorgestellten Methoden (außer der mit Zitronensaft) sollten Sie anschließend Öl auftragen, denn die Behandlungsmittel könnten das Holz sonst zu sehr austrocknen.

  • Zitrone
    Der natürlichste Fleckentferner ist eine Kombination aus Salz und Zitronensaft. Streuen Sie Salz über den Fleck, halbieren Sie eine Zitrone und reiben Sie mit der Schnittfläche das Salz an der betroffenen Stelle gründlich in das Holz ein. Lassen Sie diese Mischung einen Tag lang (oder über Nacht) stehen und wischen Sie sie anschließend mit einem feuchten Schwamm ab. Mit dieser Methode werden Sie auch Gerüche los, die sich in der Schnittfläche eingenistet haben (zum Beispiel von Knoblauch oder Zwiebeln).
  • Natron
    Streuen Sie Natron über den Fleck und arbeiten Sie unter gehörigem Druck möglichst viel davon ein. Warten Sie einige Minuten und wischen Sie das überschüssige Natron ab. In vielen Fällen ist Natron in der Lage, den Fleck komplett aus dem Holz zu ziehen.
  • Bleichmittel
    Wenn wirklich alle anderen Hilfsmittel versagen, mischen Sie Wasser und Bleichmittel zu gleichen Teilen. Tragen Sie die Mischung dann vorsichtig mit einem Schwamm oder einem Lappen auf, der mit der Flüssigkeit nur angefeuchtet und keinesfalls getränkt sein sollte. Entpuppt sich der Fleck als hartnäckig, lassen Sie die behandelte Stelle über Nacht einweichen. Sobald Sie die Oberfläche danach gesäubert haben, behandeln Sie sie mit Essig, um das Bleichmittel zu neutralisieren. Vorsicht : Bleichmittel kann die Holzfarbe verändern.
  • Abschaben
    Wie bereits erwähnt, kann ein guter Schaber Wunder wirken – zum Beispiel in Fällen, in denen Sie noch nicht zu Schleifpapier greifen möchten.
  • Abschleifen
    Wenn alle Stricke reißen, können Flecken fast immer mit Sandpapier aus dem Holz geschliffen werden. Papiere mit mittelgrober Körnung (80, 100) können Ihnen am Anfang einige Arbeit sparen, wenn sie die gröbsten Verunreinigungen entfernen. Feinere Körnungen (180, 220) geben dem Block anschließend wieder seine alte Geschmeidigkeit zurück. Beim Abschmirgeln entsteht unvermeidlich eine Vertiefung im Holz. Damit die Delle möglichst wenig auffällt, behandeln Sie auch den Umkreis des Flecks mit Sandpapier. Arbeiten Sie sich hier langsam bis zur ursprünglichen Höhe der Oberfläche hinauf. Auf diese Weise fällt die Vertiefung weniger drastisch aus, die Oberfläche bleibt optisch einheitlicher. Wenn Sie den Schliff mit dem feinsten Papier abgeschlossen haben, rauen Sie damit die gesamte Fläche leicht an. Auf diese Weise schließen Sie aus, dass einige Stellen mehr Feuchtigkeit aufnehmen als andere und sich das Holz wellt. Bei dieser Methode ist ein anschließendes Finish mit Öl besonders wichtig.

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3. Schritt: Politur

Lebensmittelechte Polituren aus Mineral- oder Tungöl nutzen sich mit der Zeit ab und müssen gelegentlich erneuert werden. Aber falls Sie jetzt daran denken, wie aufwändig sich zum Beispiel die Aufarbeitung und Politur einer einer antiken Kommode gestalten kann, kann ich Sie beruhigen: Wenn Ihr Hackblock sich in einem guten Zustand befindet und nur eine kleine Auffrischung seiner Schutzschicht benötigt, geht die Prozedur schnell über die Bühne. Reinigen Sie die Oberfläche, verteilen Sie das Öl großzügig mit der Hand oder einem Lappen. Nach einer halben Stunde Einwirkzeit wischen Sie überschüssiges Öl einfach ab.


Achten Sie beim Auftragen auf die Seitenflächen – und hier besonders auf die Stellen, an denen das Holz quer zur Faser steht. Diese Bereiche sind besonders anfällig für Feuchtigkeit und brauchen deshalb unbedingt Schutz. Nach 15 bis 20 Minuten werden Sie wahrscheinlich bemerken, dass das Öl an einigen Stellen komplett aufgesogen wurde und sich an anderen Stellen noch staut. Verteilen Sie es in diesem Fall erneut gleichmäßig über die Fläche und lassen Sie ihm weitere 15 Minuten Zeit. Was danach möglicherweise noch übrig bleibt, wischen Sie mit einem sauberen Lappen ab. Sollten Sie feststellen, dass Ihr Block das Öl sehr schnell aufgesogen hat, bringen Sie eine weitere Schicht auf. So stellen Sie sicher, dass das Holz überall gut mit der Schutzschicht versorgt ist.

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Nicht jedes Öl ist gut fürs Holz

Ein häufiger Irrtum besteht in der Annahme, dass jedes Pflanzen- oder Bratöl zur Behandlung von Holzblöcken geeignet ist. Solche Öle können jedoch mit der Zeit verderben und ranzig werden – und damit auch ihre hölzerne Arbeitsfläche. Wenn Sie es mit einem pflanzlichen Öl versuchen wollen, probieren Sie Walnuss-, Mandel- oder Kokosöl aus, die nicht so leicht ranzig werden. Aber auch diese Öle können anfällig sein, daher sollten Sie wachsam bleiben.


Tipp: Die wasserabweisenden Eigenschaften der Schutzschicht erhöhen sich durch die Zugabe von Paraffin- oder Bienenwachs . Lassen Sie dazu etwas von dem Wachs auf dem Herd schmelzen, zum Beispiel in einer Konservendose, und mischen Sie das flüssige Wachs gründlich unter das Holzöl. Beim Auftragen müssen Sie dann zügig arbeiten, bevor es wieder fest wird.


Um die Mischung gleichmäßig aufzutragen, benutzen Sie am besten einen stabilen Plastikschaber. Bei dieser Methode müssen Sie aufpassen, dass sich keine Unebenheiten in der Wachsschicht aufbauen. Aber auch wenn das passieren sollte, ist es kein Weltuntergang – sie lassen sich ja mit dem Schaber einfach wieder abkratzen. Das Einzige, was in diesem Fall noch stören könnte: Die Oberfläche glänzt möglicherweise nicht an allen Stellen gleich intensiv.


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Wie pflegen Sie ihre Holzbretter und Arbeitsplatten? Haben Sie noch weitere Tipps und Tricks rund um den Haushalt ?

Dieser Artikel über die Pflege von Schneidebrettern und Holz-Arbeitsplatten ist bereits erschienen auf Houzz.

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