19.10.2016

SICH WOHLFÜHLEN MIT HOUZZ Kafeesatz als Peeling und andere Tipps zur Resteverwertung

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Foto: © StockFood / Kuzmik_A

Besonders interessant werden Kaffeesatz und Asche im Haushalt, wenn man auf chemische Mittel verzichten und sehr natürlich leben will. So geht's!

Natürlich, praktisch und quasi umsonst: Asche und Kaffeesatz müssen nicht in den Müll – sie können Dünger, Scheuermittel oder Peeling sein. Asche und Kaffeesatz haben mehr gemeinsam, als Sie vielleicht denken. Beide fallen im Haushalt als Restabfall an und landen meistens im Mülleimer.

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Aber mit beiden Substanzen kann man Sinnvolleres anfangen! Besonders interessant werden Kaffeesatz und Asche im Haushalt, wenn man auf chemische Mittel verzichten und sehr natürlich leben will. Dann kann Holzasche unter anderem als Dünger oder zum Reinigen von Silberbesteck genutzt werden; Kaffeesatz eignet sich sogar zur Körperpflege!

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Kaffeesatz und seine Verwendung im Haushalt

Auch Kaffeesatz, der bei vielen im Biomüll landet, kann im Haushalt nützlich sein. Zur Aufbewahrung des Kaffeesatzes trocknet man ihn zunächst (zum Beispiel auf einem Backblech), damit er nicht schimmelt. Wenn er ganz durchgetrocknet ist, kann man ihn in einem Schraub- oder Einweckglas lagern.

Kaffeesatz zum Reinigen des Abflusses?

Angeblich wirkt der körnige Kaffeesatz im Abflussrohr wie ein Scheuermittel und reinigt ihn sanft. Sagen wir einmal so: Falls der Abfluss schon verstopft ist, hilft kein Kaffeesatz mehr. Vorher auch nicht unbedingt – Experten raten eher davon ab, ständig Kaffeesatz in den Abguss zu spülen, da er sich mit Fett und anderen Ablagerungen betonhart verbinden kann. Da ist heißes Wasser mit Spülmittel zur Vorbeugung sinnvoller.

Kaffeesatz vertreibt üble Gerüche

Unangenehme Gerüche im Kühlschrank können durch Kaffeesatz neutralisiert werden. Dazu stellt man einfach eine Schüssel mit dem Kaffeesatz in den Kühlschrank. Auch gegen Zigarettenrauch hilft eine Schüssel Kaffeesatz im Raum als Geruchsneutralisierer.


Wenn man gerade Zwiebeln geschnitten hat, riechen die Hände häufig noch lange danach unangenehm. Reibt man die Hände jedoch mit etwas Kaffeesatz ein, neutralisiert sich der Geruch.

Kaffeesatz als Peeling

Körperpflege mit Kaffeesatz? Für Fans von Naturkosmetik ein guter Tipp. Als Peeling sind die reibenden Kaffeekrümel fast ein Wundermittel. Man kann den puren Kaffeesatz unter der Dusche sanft mit der Hand oder einem Waschlappen über die Haut reiben. Danach ist die Haut samtweich und gut durchblutet – die enthaltenen Öle machen die Haut zusätzlich geschmeidig. Alternativ kann man das Pulver auch mit Kokosöl oder Duschgel mischen. Wer gerne selber Seife herstellt, kann einmal der Lauge etwas Kaffeesatz beifügen. So entsteht eine Peelingseife.


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Kaffeesatz als Pflanzendünger

Trockener Kaffeesatz ist sehr nährstoffreich – er enthält Kalium, Phosphor und Stickstoff – und daher als Pflanzendünger geeignet. Der Stickstoff ist für üppiges Blattwachstum verantwortlich, der Phosphor für die Blütenbildung und Kalium sorgt für den Zellaufbau und die Stabilität der Sprösslinge.


Allerdings sorgt der Kaffeesatz für ein saures Milieu, das nicht alle Pflanzen mögen. Hortensien, Rhododendron, Geranien oder Rosen hingegen lieben den natürlichen Dünger. Kaffeesatz lockt außerdem Regenwürmer an, die den Boden auflockern.

Asche im Haushalt verwenden

Ein Hinweis vorweg: Man sollte nur Asche verwenden, die durch die Verbrennung von unbehandelten Hölzern, Gartenabfällen oder Sägespänen entstanden ist. Denn die Asche, die von Briketts oder bunt bedrucktem Zeitungspapier übrig bleibt, ist durch enthaltende Schwermetalle für die Verwendung im Haushalt eher ungeeignet. Auch die Asche von verbrannten Pressspanplatten eignet sich nicht, wegen des enthaltenen Klebstoffs und dessen Rückständen.

Asche als Scheuermittel in der Küche

Aschenlauge war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein recht verbreitetes Reinigungsmittel. Beim Mischen von Asche und Wasser entsteht eine alkalische Lösung (fettlösende Wirkung), mit der sogar Wäsche gereinigt wurde.


Auch Verschmutzungen an Topfböden, Bratpfannen oder Backblechen wurden durch Aschenlauge gelockert. Dazu etwas Wasser und einige Esslöffel Asche in den Topf geben und aufkochen. Nach einer kurzen Abkühlzeit mit einer Bürste oder einem Schwamm die Ablagerungen lösen. Zusätzlich kann auch Aschebrei als sanftes Scheuermittel genutzt werden.

Kupfertöpfe, Kochfelder und Silberbesteck mit Asche reinigen

Zum Säubern von Cerankochfeld oder Dunstabzugshaube kann man ein feuchtes Tuch in die Asche tunken und damit über die Oberflächen reiben. Anschließend mit klarem Wasser nachwischen (bis die Sauerei weg ist). Auch alte Kupfertöpfe werden so schonend wieder glänzend. Holzasche kann auch zum Reinigen von Silberbesteck verwendet werden. Dazu reibt man das Silber mithilfe eines weichen Tuches mit der Asche ein und trocknet es anschließend ab.


Etwas Muskelkraft wird bei all dem natürlich noch gebraucht – aber Asche ist auch heute noch eine umweltfreundliche Alternative zu chemischen Reinigern.


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Asche als Dünger und zur Schädlingsbekämpfung im Garten

Holzasche enthält Kalium und Kalk. Diese Stoffe sind für die Auflockerung und Neutralisation eines sauren Bodens nützlich. Dazu mischt man die Asche unter die Erde – sie wirkt wie ein Allzweckdünger, das Pflanzenwachstum wird gefördert. Aber Achtung: Dies trifft natürlich nicht für Pflanzen zu, die sauren Boden bevorzugen, wie zum Beispiel Rhododendren. Man sollte – bei jährlicher Düngung mit Holzasche – nicht mehr als 30 Gramm pro Quadratmeter ausbringen.

Außerdem trägt Asche zur Schädlingsbekämpfung bei. Kohlschnecken, Blattkäfer und Erdflöhe werden durch das Bestreuen der Pflanze mit Asche auf natürliche Art und Weise vertrieben. Oft wird zur Schädlingsbekämpfung auch Zigarettenasche befohlen – dadurch könnten sich jedoch Schadstoffe in der Erde und Pflanze ansammeln – nicht sehr ökologisch!

Asche gegen Moos und Algen

Asche hilft auch bei der Abwehr und Entfernung von Moos und Algen auf Steinen. Dazu trägt man eine dicke Ascheschicht auf die betroffenen Stellen auf und besprüht diese mit Wasser. Nach ein paar Minuten Einwirkzeit schrubbt man alles mit einer Bürste und heißem Wasser ab.


Auch gegen zu viel Moos im Rasen hilft Holzasche (dazu wird sie einfach ausgestreut). Wieder kommen die neutralisierenden Eigenschaften von Holzasche zum Tragen – denn Moose wachsen besonders gut auf sauren Boden.



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Dieser Artikel über die Verwendung von Kaffeesatz und Asche im Haushalt, wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz.

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