12.10.2016

SICH WOHLFÜHLEN MIT HOUZZ Energetische Hausreinigung ist im Trend – hilft es wirklich?

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Die Räucherkerze gehört zur energetischen Hausreinigung dazu.

Foto: iStock/Richard Griffin

Die Räucherkerze gehört zur energetischen Hausreinigung dazu.

Wir tun viel, um unser Zuhause gesünder zu gestalten - von Weihrauch über Edelsteine bis hin zu Duftölen. Doch was steckt hinter diesen Ritualen?

Das Frühjahr nehmen viele zum Anlass, ihre Wohnung zu reinigen, sich neu einzurichten oder neue Rituale zu beginnen. Alle negativen Energien und alten Ballast hinter sich zu lassen, steht häufig ganz oben auf der To-Do Liste. Neben dem typischen Ausmisten und dem Frühjahrsputz , setzen viele dabei auch auf archaische Rituale und Mittel, um eine sogenannte „energetische Hausreinigung” durchzuführen – zum Beispiel durch das Ausräuchern mit Weihrauch.

Auch nach einem heftigen Streit, bei Schlafproblemen oder nach Krankheiten schwören viele auf solche Handlungen, die sich zum Beispiel aus Ritualen indianischer Urvölker ableiten. Die Methoden sind wissenschaftlich meist nicht bewiesen und werden eher der Esoterik zugeordnet. Auch im Feng Shui spielt die energetische Reinigung zuweilen eine Rolle. Doch ob man nun daran glaubt oder nicht, eines steht fest: Man beschäftigt sich intensiv mit der Wohnung, geht in sich und reinigt zumindest symbolisch. Insofern könnten die im Folgenden kurz vorgestellten beliebten Methoden durchaus zu einem besseren Wohngefühl beitragen. Oder was meinen Sie dazu?

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Räuchern mit Weihrauch oder Salbei

Das Räuchern ist so alt wie die Menschheit, ist in fast allen Urkulturen ein fester Bestandteil. Man nimmt an, dass es durch Zufall entstand – weil man Kräuter und Hölzer auf eine Feuerstelle warf und den Geruch genoss. Im alten Ägypten räucherte man mit Weihrauch, um die Götter gnädig zu stimmen.

Viele indianische Völker nahmen die Räucherzeremonien zu Heilzwecken vor, die alten Kelten räucherten bei Opfergaben. So kursieren zahlreiche Bräuche bezüglich des Räucherns. Doch allen gemein ist, dass der entstehende Geruch einfach gut und frisch ist – dazu muss man nicht an bestimmte Riten glauben

Was passiert dabei?

Glaubt man an eine Reinigung durch Räuchern, verwendet man meist Weihrauch (Harz des Weihrauchbaums) oder Salbei. Man braucht dazu eine Räucherschale, Kohle mit Weihrauch oder Salbei und eine Feder. Sobald der Weihrauch oder der Salbei anfängt zu rauchen, geht es lo. Gemeinhin soll man an der Haustür anfangen. Mit der Feder soll man im Linkskreis über die Räucherschale und dann mit der Räucherschale langsam durch jeden Raum gehen.

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Die Fenster sollen dabei geöffnet sein, damit negative Energie von dannen ziehe – denn mit der Feder streiche man alles, wovon man sich verabschieden will, aus dem Haus. Am Ende soll man die Haustür öffnen, bevor man eine zweite Runde beginnt, bei der man in umgekehrter Richtung über die Schale streichen und so symbolisch alles Positive (Freude, Gesundheit und Glück) begrüßen soll.

Mit Salbei als Räucherwerk sollen auch Verstimmungen und Konzentrationsstörungen gelindert, eine harmonische und heilende Atmosphäre geschaffen werden. Beim Verbrennen wird der aromatische, ätherische Duft freigesetzt. Man soll dazu Salbeibüschel als Ganzes an der Spitze anzünden und langsam damit wedeln, damit der Duft verteilt wird. Genauso gut kann man aber auch Salbei in einer Räucherschale verbrennen.

Reinigung durch Duftöle

Die Aromatherapie kennt zahlreiche Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden, Gesundheit und Duft; und einige Öle haben tatsächlich antibakterielle oder antifungale Eigenschaften (z.B. Teebaumöl). Die Zusammenhänge und mögliche Anwendungsverfahren werden in den letzten Jahren zunehmend wissenschaftlich erforscht. Da ätherische Öle sehr komplex sind, steht die klinische Forschung aber erst am Anfang.

Was passiert dabei?

Am besten verwendet man eine Duftlampe mit Kerze und träufelt ein paar Tropfen ätherisches Öl (ggflls. mit Wasser) in die Schale. Zur Reinigung empfohlen wird meist Thymian, Zitronengras oder Salbei; Lavendel würde beruhigend wirken. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nur naturreine ätherische Öle verwenden (ohne Zusätze). Wichtig: auch natürliche Duftstoffe können Allergien auslösen – und sind von Kleinkindern auf jeden Fall fernzuhalten.


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Binden mit Salz

Etwas unbekannter ist die sogenannte „Reinigung“ mit Salz. Die Annahme dahinter ist, dass Salz negative Energien aufnehmen könne. Über die Ursprünge des Rituals ist nicht viel bekannt. Eventuell kommt die These auch daher, dass Salz Wasser zieht. Bei Rotweinflecken streut man zum Beispiel ja auch Salz auf den Fleck, um ihn zu entfernen. Diese Wirkung wurde höchstwahrscheinlich symbolisch auf die energetische Reinigung übertragen. Einen wissenschaftlichen Zusammenhang gibt es nicht.

Was passiert dabei?

Menschen, die mit Salz reinigen, streuen Salz in die Ecken eines Raumes und lassen es über Nacht „wirken“. Es wird meist empfohlen, beim „Reinigungsprozess“ nicht in der Wohnung zu sein. Am nächsten Morgen kehrt man das Salz zusammen und entsorgt es.

Klären mit Halbedelsteinen

Auch Halbedelsteinen wie Bergkristall, Rosenquarz und Amethyst (im Bild) wird eine reinigende Wirkung auf Raum und Körper nachgesagt. Davon berichten zum Beispiel die tausende Jahre alte Ayurveda-Medizin oder auch die Schriften der Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen (1098-1179). Wissenschaftlich ist eine Wirkung nicht bewiesen, aber eins ist sicher: Die glitzernden Steine sehen schön aus.

Auch der sogenannte Placebo-Effekt unterstützt die Wirkung, viele betrachten Steine als Glücksbringer. Gegen besondere Steine im Haus spricht an sich nichts – Vorsicht ist nur geboten bei völlig überteuerten Produkten. Gerade in diesem Bereich wird viel Geschäftemacherei betrieben – halten Sie sich lieber an klassische Mineralienhändler und -börsen.

Was passiert dabei?

Es gibt zahlreiche Zuschreibungen heilsamer Wirkungen. So soll Rosenquarz „Computerstrahlen“ neutralisieren, weshalb man Rosenquarzlampen neben dem Computer oder Fernseher aufstellen solle. Bergkristalle sollen Klarheit bringen, Amethyste Weisheit und Turmaline sollen den Wohnraum schützen. Dafür wird häufig empfohlen, die Steine an einem lichtdurchfluteten, ruhigen Platz im Raum zu gruppieren. Vielfach wird empfohlen, die Steine regelmäßig zu reinigen und sie mit Sonnen- und Vollmondlicht „aufzuladen“.

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Ist das alles nur Humbug oder auch hilfreich? Welche Erfahrung haben Sie mit solchen Ritualen und Mitteln gemacht?

Dieser Artikel ist bereits erschienen auf Houzz .

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