12.09.2016

Wespenplage im Spätsommer Warum gibt es in diesem Sommer keine Wespen?

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Ein seltener Tischgast: In diesem Spätsommer scheint die Wespenplage auszubleiben.

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Ein seltener Tischgast: In diesem Spätsommer scheint die Wespenplage auszubleiben.

Nicht, dass wir sie vermissen: Die Plagegeister, die einem das Frühstück im Freien vermiesen und schnell zustechen. Doch wo sind die Wespen hin?

Erinnern Sie sich? Noch im vergangenen Jahre wurde man die stechenden Biester nicht los. Bündelweise hockten sie auf dem Obstkuchen und verdarben einem die Kaffeetafel oder das Picknick im Freien. Insektenforscher sprachen von einer regelrechten "Invasion". Gründe für die Wespenplage im letzten Sommer waren das warme Frühjahr und der kurze Winter 2014/2015.

Doch wo sind die Wespen nach dem recht milden Winter in diesem Jahr hin? Muss man sich nach dem drohenenden Bienensterben nun auch langsam von den Wespen verabschieden - und sie gar unter Artenschutz stellen? Die Forscher geben Entwarnung: Der viele Regen sei schuld. Ab März und April sorgten lange und zum Teil heftige Regenschauer bis hin zu Überschwemmungen in ganz Deutschland dafür, dass die Tiere schlichtweg ertranken. Denn Wespen-Königinnen verbringen ihre Winter gern in Hohlräumen unter Steinen, in Mauerlöchern, im Moos oder auch in alten Holzschuppen. Die Niederschläge boten dagegen denkbar schlechte Bedingungen für den Wespennachwuchs und den Aufbau eines ganzen Volkes.

Wespen sind auch sehr nützlich

So schön das Frühstücken ohne die Plagegeister jetzt auch im Freien sein mag, Wespen sind nicht nur schädlich. Im Gegenteil: Die Insekten sind effektive Schädlingsbekämpfer. Sie verfüttern Fliegen, Blattläuse, Raupen und Mücken, die sie als Nahrung für ihren Nachwuchs ins Wespennest bringen. Das unterscheidet sie auch von den Bienen. Während diese ihre Nachkommen mit Pollen und Nektar versorgen, setzen Wespen für ihren Nachwuchs auf eiweißreiche Kost.

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Achtung, die Königin braucht Zucker!

Gerade im Herbst geben die Wespen noch einmal so richtig Vollgas. Und das hat einen Grund: Denn wenn die Brutaufzucht beendet ist, gilt es, die Jungköniginnen mit zuckerreicher Nahrung für den Winter fit zu machen. Daher erscheinen die Wespen besonders aggressiv, wenn es für sie darum geht, ein Stück Obst, Kuchen oder ein Stückchen Fleisch zu ergattern. Und ist die Jungkönigin ausreichend versorgt, denken die Wespen auch an sich selbst. Sie benötigen süßen Treibstoff für ihre Flugmuskulatur. Und das sollte man ihnen durchaus gönnen. Denn Wespen leben nur einen Sommer. Lediglich die Königin eines Volkes überwintert und legt im Frühjahr neue Eier.

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Wespengefahr noch nicht gebannt

Wer allerdings glaubt, von den Wespen in diesem Jahr gänzlich verschont zu werden, irrt sich eventuell. Denn man muss immer damit rechnen, dass einige Wespen überlebt haben und ab Mitte September ist sogar mit einem erneuten Aufkommen zu rechnen. Dann heißt es: Pflaumenkuchen abdecken, süße Ablenkungsmanöver starten und Ruhe bewahren.

So schützen Sie sich vor Wespen:

  • Keine ruckartigen Bewegungen: Wespen stechen, sobald sie sich bedroht fühlen
  • Nicht wegpusten: Das im Atem enthaltene Kohlenmonoxid gilt für die Insekten als Alarmsignal
  • Nahrung im Freien möglichst zudecken, Speisereste sofort wegräumen
  • Offene Getränke meiden und nie aus der Flasche trinken. Im Sommer vorsichtshalber einen Strohhalm benutzen
  • Duschen: Der menschliche Körperschweiß lockt Wespen an. Nach dem Sport empfiehlt es sich daher, unbedingt sofort zu duschen.
  • Ablenkungsmanöver: Überreife Weintrauben, Marmelade oder Honig einige Meter vom Tisch entfernt drapieren.
  • Keine Wespenfallen aufstellen! Die Tiere sterben qualvoll in den mit süßem Saft oder Bier gefüllten Fallen, außerdem erwischt es "nur" die alten Tiere, dem jungen, aktiven Volk kann man damit nichts anhaben.
  • Tipps bei Wespenstichen: Nach wie vor hilft der alte Hausmitteltrick mit der Zwiebel, die direkt auf den Stich gedrückt werden sollte. Durch die ätherischen Öle und die Verdunstungskälte werden Schmerz und Schwellung gelindert.
  • Wespenstich im Mund oder Rachenraum: Vor allen Dingen Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen! Sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen oder ins Krankenhaus fahren, da die Atemwege zuschwellen können. Sofortiges Lutschen von Eiswürfeln und eiskalte Halsumschläge helfen die Schwellung zu bekämpfen.

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