Aktualisiert: 13.04.2021 - 11:18

Für die Eigenernte Hochbeet anlegen: 8 typische Fehler, die Sie vermeiden sollten!

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Redaktion

Mit einem Hochbeet können Sie sich den Traum vom selbstgeernteten Gemüse verwirklichen. Aber Vorsicht: Diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Ihr Hochbeet anlegen.

Foto: Getty Images/Vaivirga

Mit einem Hochbeet können Sie sich den Traum vom selbstgeernteten Gemüse verwirklichen. Aber Vorsicht: Diese Fehler sollten Sie vermeiden, wenn Sie Ihr Hochbeet anlegen.

Ob Gemüse, Obst, Kräuter oder eine wunderschöne Blumenpracht: Auf Hochbeeten können Sie Ihre Gartenträume auf kleinem Raum verwirklichen. Welche Vorteile ein Hochbeet bringt, wie Sie es am besten selber bauen und worauf Sie dabei achten sollten, erklären wir hier.

Regionales, saisonales und biologisch angebautes Gemüse liegt voll im Trend. Da das Gemüse keine langen Transportwege und Kühllagerungen hinter sich bringen muss, um im Supermark außersaisonal angeboten zu werden, wird es dann geerntet, wenn es auch wirklich reif ist. Ergebnis: mehr Nährstoffe und intensiverer Geschmack. Kein Wunder also, dass sich viele den Traum vom selbstgeernteten Gemüse verwirklichen wollen. Ein Hochbeet selber zu bauen ist gar nicht schwer – doch ein paar typische Fehler sollten Sie dabei vermeiden.

Hochbeet anlegen: Die besten Tipps für die Eigenernte

Der Frühling ist die ideale Jahreszeit, um ein eigenes Gemüsebeet anzulegen und den Wunsch nach selbst angebautem Gemüse endlich zu verwirklichen. Am besten funktioniert das in Form eines Hochbeets. Die Idee ist eigentlich ganz simpel: Statt Gemüse ebenerdig anzubauen, werden fruchtbare Bodenschichten aufeinandergehäuft, um so einen humusbildenden, organischen Verrottungsprozess zu aktivieren. Die dabei entstehende Wärme und der hohe Nährstoffgehalt fördern das Pflanzenwachstum.

Sie können die Hochbeete fertig kaufen, aber auch ganz einfach selber bauen. Dadurch sparen Sie ziemlich viel Geld und Sie können den Platz in Ihrem Garten optimaler nutzen, indem Sie die Größe Ihres Hochbeets ideal anpassen. Dafür brauchen Sie nur vier Eckpfosten, einige pestizidfreie Schalbretter und Edelstahlschrauben. Viele Hobbygärtner:innen begehen beim Anlegen des eigenen Hochbeetes jedoch ein paar gravierende Fehler:

1. Keine Folie ausschlagen

Hochbeete können aus Holz, Stein oder anderen Materialien bestehen. Wenn Sie sich für ein Beet aus Fichten- oder Kiefernholz entschieden haben, ist es wichtig, dass dieses nicht in Kontakt mit der feuchten Erde kommt. Selbst wenn es gut imprägniert ist, fängt es in der Regel schon nach wenigen Jahren an zu faulen. Um das zu verhindern, sollten Sie Ihr Hochbeet vor dem Befüllen mit Teichfolie ausschlagen.

Noch besser ist eine genoppter Drainagefolie, damit sich zwischen Folie und Holz kein Schwitzwasser bilden kann und alles durchgehend trocken bleibt. Befestigen Sie die Folie nur am oberen Rand des Hochbeets mit Schrauben und Nägeln – je weniger Löcher in der Folie sind, desto weniger Feuchtigkeit kann durch sie hindurchdringen.

2. Die falschen Maße

Bauen Sie Ihr Hochbeet so, dass Sie von allen Seiten aus bequem die Mitte erreichen können. Es ist störend, wenn Sie sich umständlich recken oder gar einen Hocker verwenden müssen, um all Ihre Gemüsepflanzen zu erreichen. Im Normalfall ist das Beet etwa 120 bis 130 Zentimeter breit und zwischen 80 und 100 Zentimeter hoch. Bei der Länge sind Ihnen keine Grenzen gesetzt.

Wenn Sie mehrere Beete planen, sollten Sie beim Aufbau ausreichend Platz zwischen den einzelnen Kästen lassen. Wenn Sie bequem in die Zwischenräume gehen können, erleichtert das die Gartenarbeit ungemein.

3. Falsch schichten

Das Tolle an Hochbeeten ist, dass Sie sie unabhängig vom Nährstoffgehalts Ihres Gartenbodens anlegen können – lediglich eben sollte er sein. Damit die verschiedenen Pflanzensorten eine optimale Nährstoffversorgung genießen können, sollten Sie auf eine richtige Materialschichtung achten. Das Hochbeet für Gemüse sollte folgendermaßen geschichtet werden – von unten beginnend:

  1. Die unterste Schicht (ca 30 Zentimeter) besteht aus grob zerkleinerten Ästen, Zweigen, Reisig oder Baumstubben, welche mit grobem und feinerem Holz- und Gartenhäckselgut vermischt werden.
  2. Es folgt die anfangs ausgehobene Grassode bzw. Muttererde, also die oberste, humusreiche Bodenschicht, in einer Stärke von ca. 30 Zentimeter.
  3. Auf die Grassode bzw. den Mutterboden schichten Sie anschließend eine etwa 20 Zentimeter dicke Mischung aus grob zersetztem Kompost, Stroh und Laub.
  4. Die vierte und letzte Schicht besteht aus einer 30 Zentimeter dicken Mischung aus Muttererde und Feinkompost im Verhältnis 1:1.

4. Keine Pflanzstrategie

Nicht alle Gemüsearten gedeihen gern neben andersartigen Nachbarn. Überprüfen Sie also vor dem Einpflanzen anhand einer Mischkultur-Tabelle, welche Pflanzenkombinationen günstig, welche eher ungünstig sind. Passende Kombinationen sind unfassbar platzsparend und nutzen Ihr Hochbeet optimal aus. Manche Pflanzen schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Hier erfahren Sie welche Kräuter gut zusammenpassen.

Auch aufgrund der Höhe, sollten die Gewächse taktisch klug im Beet angeordnet werden. Eine hochwachsende Pflanze, wie der Kohl, wirft zwangsläufig Schatten und sollte deshalb nicht neben niedrig wachsende Pflanzen mit Sonnenbedarf gesetzt werden. Besser ist es die hochwachsenden Gemüsesorten weiter hinten im Beet zu platzieren und die niedrigeren Arten mit ausreichend Abstand weiter vorne. So muss kein Gewächs um Sonnenlicht konkurrieren.

Doch auch unter der Erde wird um Nährstoffe und Platz gewetteifert. Viele Pflanzen schlagen gerne weitläufige Wurzeln aus und genießen deshalb ausreichend Abstand zu ihren Mitstreiterinnen. Informieren Sie sich also ausführlich darüber, wie viel Platz Sie zwischen den einzelnen Pflanzen lassen sollten, damit es nicht zu einer Wurzelkonkurrenz kommt.

5. Keine Fruchtfolge einhalten

Damit Sie in der nächsten Saison nicht wieder neue Erde einfüllen müssen, empfiehlt es sich, die sogenannte "Fruchtfolge" einzuhalten. Hierbei werden zunächst starkzehrende Pflanzen ins Beet gesetzt, die viele Nährstoffe brauchen. In der nächsten Saison können an der selben Stelle neue Setzlinge gepflanzt werden – diesmal jedoch welche, die weniger Nährstoffe benötigen und nicht aus derselben Familie wie die Vorgängerpflanze stammen. Informieren Sie sich über eine geeignete Pflanzenfolge und machen Sie sich einen Plan.

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6. Schattiger Standort

Damit Sie sich über eine erfolgreiche Ernte freuen können, sollten Ihre Pflanzen stets sonnig stehen. Kräuter und Gemüsesorten sind meist wärmeliebend und gedeihen an schattigen Standorten deshalb kaum. Wenn Sie keine Vollsonne in Ihrem Garten haben, sollten Sie die Auswahl der Gemüse- und Kräutersorten dementsprechend anpassen.

Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Beet von ein bis zwei Seiten windgeschützt ist. Bei einer starken, kühlen Brise wachsen viele Gemüsearten schlechter und die Ernte fällt dementsprechend knapp aus.

7. Kein Schutz gegen Schädlinge

Wie vorhin bereits erwähnt, schützen sich einige Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen. Neben einer passenden Mischkultur sollten Sie jedoch noch zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Eine konische Form des Beetes erschwert den Fressfeinden beispielsweise den Zugang zu der leckeren Ernte.

Zum Schutz vor Wühlmäusen sollten Sie den Boden des Hochbeetes mit engmaschigem Volierendraht bedecken. An den Seiten kann ein Schneckenzaun angebracht werden und von oben sollte ein Netz den Zugang zum Beet versperren.

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8. Keine Vorbereitung auf Kälte und Trockenheit

Aufgrund der wasserdurchlässigen Konstruktion und dem vollsonnigen Standort neigen Hochbeete zur schnellen Verdunstung und Austrocknung. Damit Ihr Gemüse im Sommer also nicht verdurstet, sollten Sie auf eine regelmäßige Bewässerung achten. Das Mulchen des Beetes mit frischem Grünschnitt verlangsamt zusätzlich den Verdunstungsprozess und hält die Feuchtigkeit länger in der Erde.

Und auch auf die kalte Jahreszeit sollten Sie Ihr Hochbeet vorbereiten: Bedecken Sie die Erde mit Reisig, damit die nach der Ernte verbleibenden Pflanzen ausreichend Schutz vor Kälte und Nässe haben. Bei einjährigen Pflanzen können Sie die Wurzelreste aus der Erde entfernen und eine Kompostschicht darauf ausbringen. Das hilft dem Boden bei der Regeneration und bereitet ihn auf die kommende Saison vor. Wer denkt, bei Frost und Schnee herrscht im Garten Winterruhe, der irrt: So machen Sie Ihren Garten winterfest!

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