Aktualisiert: 28.10.2020 - 09:45

Nächster Lockdown Coronavirus und Co: Was sollte ich für Notsituationen wirklich im Haus haben?

"Was brauche ich jetzt?" Diese Frage stellen sich aktuell wieder viele Menschen. Was sich für Notsituationen als Vorrat anbietet, warum wir jetzt aber nicht alle schreiend im Kreis rennen sollten.

Foto: iStock/SDI Productions

"Was brauche ich jetzt?" Diese Frage stellen sich aktuell wieder viele Menschen. Was sich für Notsituationen als Vorrat anbietet, warum wir jetzt aber nicht alle schreiend im Kreis rennen sollten.

Das Klopapier ist schon wieder ausverkauft. Das nervt nicht nur die Mitmenschen – das Hamstern ist auch gänzlich unnötig. Auch wenn uns jetzt ein neuer Lockdown bevorsteht: Die Geschäfte bleiben offen. Dennoch lohnt es sich, für Notfälle gewisse Dinge zu Hause zu haben – aber bitte in angemessenen Mengen!

Hamsterkäufe sind auch mit nahendem Lockdown vollkommen unnötig, zumal Geschäfte aufbleiben – und man während einer zweiwöchigen Quarantäne keine 100 Rollen Klopapier benötigt. Dennoch gibt es – auch ungeachtet äußerlicher Bedrohungen! – Dinge, bei denen sich ein Vorrat lohnt. Nur: Mit übertriebenen Einkäufen und Panik ist jetzt niemandem geholfen. Ob Coronavirus oder andere Katastrophe: Was Sie generell und auch für Notsituationen zu Hause vorrätig haben sollten, warum das immer eine gute Idee ist und warum wir jetzt aber umso mehr auf die Gemeinschaft achten sollten! Hier gibt's eine Checkliste für Notvorräte.

Checkliste für Notvorräte: Auch ohne Pandemie eine gute Idee

Auch außerhalb der aktuellen Coronavirus-Situation kann es natürlich immer sinnvoll sein, bestimmte, lange haltbare Lebensmittel auf Vorrat zu Hause zu haben. Denn es kann ja auch andere einschränkende Situationen geben, etwa tagelangen Stromausfall. Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen, aber auch wenn am Sonntag mal der kleine Hunger nagt, schadet etwas Mehl im Haus nicht.

Beachten sollten Sie, dass Sie jetzt nicht panisch losrennen müssen aus Angst, nichts mehr zu bekommen. Würden wir das jetzt alle tun, würde exakt dieser Fall wohl eintreffen. Gehen wir aber ruhig an die Sache heran, ist für alle genug da. Dafür sorgen übrigens auch die Einzelhändler, Supermärkte und Discounter. Es gibt bestimmte Abläufe für Notsituationen bei den Händlern, wenn es hart auf hart kommen sollte: Die großen Ketten stehen im Notfall im Kontakt mit dem Katastrophenschutz, der dort Waren abholt und sie zu den Leuten bringen kann. Lieferengpässe gab es aber weder im Frühjahr, und sie werden jedoch nicht erwartet.

Checken Sie aber doch mal Ihren Vorratsschrank und kaufen Sie am besten nach und nach das, was noch fehlt. Achten Sie hier einfach auf persönliche Vorlieben, aber auch Unverträglichkeiten. Nudeln, Reis, Bratöl, Mehl, Zucker Salz und Pfeffer sind etwa Lebensmittel, die in jeden Vorratsschrank gehören (Unverträglichkeiten jetzt mal außer Acht gelassen). Auch langlebiges Brot kann nicht schaden. Und für die persönliche Hygiene sollten ein paar Rollen Klopapier nicht fehlen. Ganze Wagenladungen sind aber nicht nötig.

Unabhängig vom Virus: Bundesregierung rät zu folgendem Notfallvorrat

Aktuell gibt es keinerlei Veranlassung, Hamsterkäufe zu tätigen und sich mit unnötig vielen Waren einzudecken! Katastrophenfälle, neben Stromausfall vielleicht auch heftiger Schneefall oder Sturm, wie sie im Winter durchaus vorkommen können, haben eher das Potential, die Versorgung einzuschränken. Die kündigen sich in aller Regel aber nicht an.

Die Bundesregierung rät daher seit 2016, für solche Fälle vorzusorgen, und liefert eine Vorratsliste mit Nahrungsmitteln, mit denen eine Person zehn Tage lang auch abgeschnitten von der Außenwelt überleben kann – mit rund 2.200 Kilokalorien pro Tag und ausgewogener Ernährung. Zusammengefasst sieht das Ganze pro erwachsene Person so aus:

Getränke:

  • 20 Liter Wasser pro Person

Lebensmittel:

  • 3,5 kg Getreideprodukte (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis)
  • 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte
  • 2,5 kg Obst und Nüsse
  • 2,6 kg Milch und Milchprodukte
  • 1,5 kg Fisch, Fleisch, Eier (bzw. Volleipulver, da länger lagerbar)
  • 0,36 kg Öle und Fette
  • zusätzlich: Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Schokolade, Jodsalz, Fertiggerichte (wie Ravioli, getrocknete Tortellini, Fertigsuppen), Kartoffeltrockenprodukte (Kartoffelbrei), Mehl, Instantbrühe, Kakaopulver, Hartkekse, Salzstangen

Hygieneartikel:

  • Seife und Waschmittel
  • Desinfektionsmittel und Schmierseife
  • Zahnbürsten und -pasta
  • Küchen- und Toilettenpapier
  • Müllbeutel
  • Haushaltshandschuhe

Zudem empfiehlt das BBK eine gefüllte Hausapotheke, Taschenlampen sowie Kerzen, ausreichend Batterien und evtl. alternative Kochmöglichkeiten.

Die Liste für Notvorräte – sogar für Vegetarier – sowie einen Vorratskalkulator finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Und vom BBK gibts hier eine Checkliste zum Ausdrucken und Mitnehmen.

Spezialfall Getränke: Wasser kommt auch in Notfallzeiten meist aus der Leitung

Auch wenn die Liste der Bundesregierung zu Wasservorräten rät: In den meisten Regionen können wir in Deutschland bedenkenlos Leitungswasser trinken. In manchen Fällen wird davon abgeraten, weil etwa Rohre zu veraltet sind. Ist das Wasser zu kalkhaltig, helfen Wasserfilter. Außerdem: Unser Leitungswasser wird besser und genauer kontrolliert als jegliches Flaschen-Wasser. Leitungswasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland.

Jetzt stellen sich viele wohl die Frage: Was, wenn die Versorgung zusammenbricht? So weit wird es laut Experten noch lange nicht kommen. Bis selbst kein sauberes Wasser mehr in unseren Leitungen landet, müsste schon sehr, sehr viel passieren.

Und auch hier gilt ansonsten für die, die unter häuslicher Quarantäne stehen: Nachbarn, Familie oder Freunde stellen bestimmt gerne Lebensmittel und Wasserflaschen vor die Tür, wenn man sie darum bittet. Das geht auch ganz risikofrei. Ist das nicht möglich, können Sie sich an Ihr Gesundheitsamt wenden. Und wenn Sie noch gesund sind: Zeigen Sie sich hilfsbereit und unterstützen Sie vor allem ältere oder erkrankte Nachbarn! In größeren Städten gibt es zudem Lieferdienste von Supermärkten und oft auch Drogeriemärkten.

Die Geschäfte sollen übrigens geöffnet bleiben, auch wenn jetzt der "Wellenbrecher-Shutdown" kommt.

Lieferando stellt Waren vor die Tür

Deutschlands größter Lieferdienst, Lieferando, hat mittlerweile seine Fahrerinnen und Fahrer beauftragt, bestelltes Essen nur noch vor der Haus- oder Wohnungstür abzustellen. Das könnte jetzt zum neuen Lockdown wieder vermehrt verlangt werden. Verschiedene Lieferservices bieten auch die Möglichkeit an, bei der Bestellung direkt darum zu bitten, das Essen vor der Tür abzustellen. Damit werden sowohl Kunden als auch Mitarbeiter geschützt. Bezahlt werden kann online, etwa via Paypal oder Kreditkarte. Tipp: Wer Fahrerin oder Fahrer dennoch mit Trinkgeld entlohnen möchte, kann etwa ein paar Münzen in einem kleinen Plastiktütchen an die Tür hängen oder das Geld auf ein kleines Brettchen vor der Tür legen.

Bevor Sie einkaufen: Denken Sie bitte nach!

Denken Sie aber daran: Auch eine Quarantäne dauert höchstens 14 Tage, und auch bei Lockdown bleiben die Geschäfte offen. Sie müssen also keine Tonnen an Nudeln kaufen oder gleich ganze Jahresvorräte an Klopapier horten. Denn wenn es dann doch nicht zum Ernstfall kommt: Wer soll das alles verbrauchen? Wir werfen sowieso schon viel zu viele Lebensmittel weg.

Und denken Sie hier bitte auch an die vielen anderen Mitbürger, die ebenso Bedürfnisse haben, was Essen und Hygiene angeht. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kommen wir alle problemlos über die Runden. Wir sollten uns alle wieder mehr auf Solidarität und Gemeinwesen besinnen. Nicht nur in Krisensituationen, sondern, ja, an jedem einzelnen Tag, in jeder Situation.

Wichtig ist vor allem der richtige Schutz vor dem neuen Coronavirus und ebenso vor anderen Erregern. Dazu gehört etwa das gründliche, regelmäßige Händewaschen:

Richtig Hände waschen
Richtig Hände waschen

Übrigens sollten Sie beim Einkaufen von Desinfektionsmitteln und Co Vorsicht walten lassen, denn findige Händler versuchen auf Amazon und Ebay mit der Corona-Angst Geld zu machen. Im äußersten Notfall lässt sich Desinfektionsmittel auch selbst herstellen. Jedoch hilft das nur begrenzt gegen das neuartige Virus. Alle Infos zum Coronavirus finden Sie auch bei uns.

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