15.10.2018

Endlich klare Sicht Was Sie über das Augenlasern wissen sollten!

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Aufgrund von technischem Fortschritt und über 20 Jahren Erfahrung gilt Augenlasern heute als relativ risikoarmer Eingriff.

Foto: iStock/Yuri_Arcurs

Aufgrund von technischem Fortschritt und über 20 Jahren Erfahrung gilt Augenlasern heute als relativ risikoarmer Eingriff.

Mittlerweile lässt sich durch Augenlasern nicht nur die Sehstärke regulieren, sondern auch die Augenfarbe ändern. Die wichtigsten Infos auf einen Blick.

Augenlasern ist die am meisten durchgeführte Operation weltweit. Jährlich entscheiden sich allein in Deutschland mehr als 100.000 Menschen gegen Kontaktlinsen oder Brille und für einen Laser-Eingriff. Aber mittlerweile nicht nur, weil die ständig beschlagende Brille nervt oder die Kontaktlinsen stören. Seit wenigen Jahren ist sogar der Traum von strahlend blauen Augen möglich.

Beim Augenlasern wird die Hornhaut um die nötigen Hundertstel Millimeter so verändert, dass das einfallende Licht auf der Netzhaut anders bricht, was wiederum im Gehirn ein schärferes Bild entstehen lässt. Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden und gleicht Kurzsichtigkeit von bis zu -8 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis zu +4 Dioptrien sowie Hornhautverkrümmungen aus. Dafür wurden in den letzten zwei Jahrzehnten unterschiedliche Verfahren entwickelt und weiter verbessert. Was PRK-Verfahren, LASIK- und Femto-LASIK sowie ReLex können und was Sie im Vorfeld beachten sollten:

Augenlasern: Welche Methoden gibt es?

Kosten fürs Lasern der Augen werden normalerweise für jedes Auge einzeln berechnet. Auch verlangen Ärzte unterschiedliche Preise. Ein Vergleich in Kombination mit einem in der Regel kostenlosen Beratungsgespräch bei den infrage kommenden Ärzten lohnt sich also.

Das PRK-Verfahren ist mit unter 3000 Euro Kosten für beide Augen die älteste und günstigste Methode. Bevor der Laser zum Einsatz kommt, wird die oberste Hornhautschicht vorsichtig abgeschabt. Anschließend muss das Deckgewebe von alleine wieder nachwachsen. Das kann einige Wochen dauern und mitunter schmerzhaft sein. Viele Augen-Zentren werben daher mit der weiterentwickelten und weitaus schonenderen LASIK-Methode (Laser Assisted In SItu Keratomileusis, pro Auge etwa 1.300 bis 2.000 Euro), welche die Hornhaut weniger angreift. Beide Techniken eignen sich für Menschen mit dünner Hornhaut.

Bei den teureren und nahezu schmerzfreien LASIK- und Femto-LASIK–Methoden (ca. 4000 Euro für beide Augen) wird eine dünne Lamelle (Flap) in die Hornhaut geschnitten und aufgeklappt. Diese wird nach dem Lasern wieder geschlossen. Der Vorteil: Bereits nach wenigen Tagen hat sich die volle Sicht eingestellt. Allerdings braucht man dafür eine ausreichend dicke Hornhaut.

Die ReLEx smile-Methode (über 5000 Euro) verzichtet ganz auf das Auflösen oder Einschneiden der Hornhaut. Da das sehr kostspielige Verfahren noch relativ jung ist, fehlen hierbei noch die nötigen Erfahrungswerte, um Komplikationen weitestgehend ausschließen zu können.

Blaue Augen in 20 Sekunden

Nur jeder fünfte hat sie, doch jeder dritte will sie: strahlend blaue Augen. Laut einer Studie der Universität Pittsburgh gelten Menschen mit blauen Augen als sexy, höflich und verlässlich. Widerstehen kann ihnen kaum jemand. Eine noch relativ junge Laser-Technik lässt diesen Traum für ca. 6000 Euro endlich wahr werden. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie beim herkömmlichen Lasern, indem die oberste Pigmentschicht vorsichtig abgetragen wird. Unter ihr verbergen sich himmelblaue Augen, und zwar bei jedem Menschen. Genaugenommen kommt nämlich jeder von uns blauäugig zur Welt. Die genetisch vorgegebene Augenfarbe entwickelt sich erst mit dem ersten Lebensjahr. Gute Erfahrungen sind vor allem mit dem Wechsel von Braun zu Blau gemacht worden.

In den USA ist das Umfärben mittels Laser der neuste Schrei unter den Schönheits-OPs. In Deutschland ist man zu Recht etwas vorsichtiger. Eine neue Augenfarbe verändert die Ausstrahlung dauerhaft. Blaue Augen sind zweifellos schön, aber gehören sie wirklich zu Ihnen?Denn Ihre Augenfarbe kann schon einiges über Sie aussagen. Testweise einige Wochen farbige Kontaktlinsen zu tragen, kann Ihnen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Augenlasern – Vor und Nachteile

Egal, welche Methode in Betracht gezogen wird, sie ist nicht rückgängig zu machen. Ein lang anhaltendes Ergebnis ist natürlich Ziel der Operation und damit Vorteil und Nachteil zugleich. Die Angst, durch eine schiefgehende Augenlaser-Operation blind zu werden, ist unbegründet. Im Idealfall – und so geht es nach offiziellen Angaben 99 Prozent der Patienten – stellt eine Laser-OP für die kommenden 20 bis 30 Jahre die volle Sehkraft her. Auch bei über 50-Jährigen kann sich der Eingriff noch lohnen. Selbst Patienten, die vor 20 Jahren zu den mutigen Pionieren gehörten, sind heute noch immer mit dem Ergebnis zufrieden.

In manchen Fällen, und das sind auch die Hauptkritikpunkte, neigen die Augen zu Trockenheit, Überempfindlichkeit oder Nachtblindheit. Doch selbst das verschwindet in den meisten Fällen nach einigen Monaten, wenn Sie sich genau an die Vorgaben des Arztes halten, die verschriebenen Tropfen regelmäßig anwenden und zu den Nachuntersuchungen gehen.

Ein guter Augenarzt erkennt schnell, ob Sie zur Risikogruppe gehören und besser auf eine Operation verzichten sollten. Er erkennt auch, welche Methode am geeignetsten ist. Nicht immer ist die teuerste auch die beste Wahl. Deshalb ist eine Voruntersuchung mit Beratung bei einem unabhängigen Experten der wichtigste erste Schritt.

Allerdings sollten Sie beachten, dass das Augenlasern nicht immer ewig hält und in manchen Fällen trotzdem noch oder nach einiger Zeit eine leichtere Brille notwendig sein kann. Bei vielen macht sich zudem ab 40 oder 50 Jahren eine Alterssichtigkeit bemerkbar, durch die die Sehkraft wieder nachlässt.

Laserzentren nicht schlechter als Augenärzte

Übrigens gibt es mittlerweile richtige Laser-Zentren, die die Eingriffe quasi "wie am Fließband" durchführen. Dadurch sind die Behandlungen meist günstiger. Eine geringere Qualität müssen Sie hier trotzdem nicht fürchten, denn die behandelnden Ärzte sind hier durch die hohe Zahl an Patienten meist sehr routiniert. Zudem unterliegen solche Kliniken meist höheren hygienischen Auflagen als reguläre Arztpraxen.

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