04.03.2011 - 08:15

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Schätzungsweise zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Zwangsstörungen - nach Depressionen, Ängsten und Süchten die vierthäufigste psychische Erkrankung. Therapeutin Carmen Oelkers klärt über die Krankheit und erste Warnzeichen auf.

BILD der FRAU: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Zwangsstörungen?


Carmen Oelkers: Medikamente können meiner Meinung nach nur eine kurzfristige Linderung ermöglichen, daher empfehle ich eine kognitive Verhaltenstherapie. Dort wird mit Hilfe des Therapeuten gemeinsam erarbeitet, welche Faktoren zu der Zwangshandlung geführt haben. Dann lernt der Patient Schritt für Schritt, sich seinen Ängsten zu stellen, und dass er diese auch durchstehen kann, ohne die Zwangshandlung auszuführen.

BILD der FRAU: Wo finde ich einen geeigneten Therapeuten?


Carmen Oelkers: Am besten wenden sich Betroffene an die deutsche Zwangsgesellschaft. Diese kann zwangserfahrene Therapeuten in der Nähe des eigenen Wohnortes empfehlen.


Deutsche Gesellschaft für Zwangserkrankungen
Telefon: (040) 68913700
Weitere Informationen: www.zwaenge.de

Selbsttest: Leiden Sie unter einem Zwang?

  1. Wiederholen Sie immer wieder auf die gleiche Weise Handlungen oder Gedanken?
  2. Verbringen Sie damit mehr als eine Stunde täglich?
  3. Erleben Sie unangenehme Gefühle wie Anspannung, Angst, Ekel oder Unruhe? Treten diese Gefühle vor allem dann auf, wenn Sie die zwanghaften Handlungen nicht ausführen können?
  4. Sind Sie häufig traurig und niedergeschlagen? Ziehen Sie sich aus Partner- oder Freundschaften immer mehr zurück und fällt es Ihnen immer schwerer, berufliche Aufgaben zu erfüllen?
Wenn Sie mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantworten, rät Psychologin Dr. Carmen Oelkers, einen Psychologen aufzusuchen.


Buchtipp:
Carmen Oelkers und Christine Schink: „Ganz zwanglos? Wie sich Betroffene und Angehörige aus dem Zwang befreien können“
Beltz Verlag
ISBN 978-3-621-27764-8
22,95 €

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