Aktualisiert: 03.07.2020 - 16:36

Badeunfälle im Meer So verhalten Sie sich richtig bei gefährlichen Strömungen

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Felsen im Meer unterbrechen das Zurückfließen von Wellen, wodurch es zu gefährlichen Strömungen kommen kann.

Foto: iStock.com/Andre Hoener

Felsen im Meer unterbrechen das Zurückfließen von Wellen, wodurch es zu gefährlichen Strömungen kommen kann.

Gefährliche Strömungen im Meer führen oft zu tödlichen Badeunfällen. Wie Sie sich im Notfall richtig verhalten, erklären wir hier.

Tragische Badeunfälle erschütterten in den vergangenen Tagen und Wochen Deutschland. Zuletzt ertrank ein junger Mann in Ahrenshoop, als er zwei Kinder aus der Ostsee rettete, dann aber selber von der Strömung erfasst wurde.

Es sieht oft ungefährlich aus, doch Badestellen am Meer und an Flüssen können tückisch und sogar lebensgefährlich sein. Wie Sie sich am besten verhalten, wenn Sie im Meer von einer Strömung mitgerissen werden, erklären wir hier.

Gefährliche Strömungen: So verhalten Sie sich richtig

Eines gleich zu Beginn: Es ist unerheblich, ob jemand ein guter Schwimmer ist oder nicht, wenn man in einen Sog gerät. Gegen die Kräfte des Wassers ist man trotz Sportlichkeit und Erfahrung so gut wie machtlos und gerät in Gefahr.

Umso wichtiger ist es zu wissen, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte. Besonders gefährlich sind sogenannte Rippströmungen an Nord- und Ostsee und Hauptursache für Badeunfälle.

Wenn Wellen an den Strand branden, können sie oft nicht zurückfließen, weil sie zum Beispiel durch Sandbänke oder Felsen unterbrochen werden. Hier liegt die Gefahr, denn dadurch geht das Wasser mit großer Kraft zurück Richtung offenes Meer und entwickelt dabei einen Sog, der Menschen mit sich reißen kann.

Verhalten bei Strömungen: nicht dagegen anschwimmen!

Hier gibt es für mitgerissene Schwimmer nur eine Möglichkeit: Gleiten Sie mit der Rippströmung mit, am besten in Rückenlage. Man kann es sich vorstellen wie auf einer Autobahn: Versuchen Sie, parallel zu den Wellen aus dem Sog zu schwimmen wie bei einer Autobahnausfahrt.

Auf keinen Fall gegen den Sog anschwimmen! Das kostet Kraft und führt so gut wie nie zum Erfolg. Versuchen Sie stattdessen – sofern es geht – ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen und durch Hilferufe und Winken auf sich aufmerksam zu machen.

Achtung vor Unterströmungen in flachem Wasser

Nicht nur Rippströmungen können zu schweren Badeunfällen führen, sondern auch Unterströmungen. Dieser Brandungssog entsteht, sobald Wellen am Strand branden und sich das Wasser wieder zurückzieht. Selbst in flachem Wasser kann die Kraft des Meeres so groß sein, dass Menschen mitgerissen werden können.

Unterströmungen im Meer sind tückisch und Schwimmer können sich aus eigener Kraft kaum befreien. Auch hier ist es ratsam, nicht gegen den Sog anzuschwimmen, sondern eher schräg mit der Strömung in Richtung Land.

Unterschiede zwischen Strömungen im Meer und im Fluss

Achten Sie auch hier darauf, in Rückenlage zu schwimmen, um Kräfte zu sparen und nicht zu erschöpfen. Machen Sie durch Winken oder Hilferufe auf sich aufmerksam. Achten Sie auf Hindernisse im Wasser, wie zum Beispiel Felsen oder Brückenpfeiler – an diesen können sich Verwirbelungen bilden. Diese sind oft so stark, dass sie Menschen unter Wasser ziehen können.

In Flüssen sollten Sie sich im Notfall anders verhalten. Wurden Sie von einer Strömung mitgerissen, versuchen Sie, diagonal in Richtung Ufer zu schwimmen, um der starken Strömung etwas zu entkommen. Auch hier sollten Sie unbedingt auf Hindernisse achten, die das Strömungsverhalten beeinflussen können. Hier klären wir die Frage, ob man in Flüssen überhaupt schwimmen gehen kann.

In Not geratene Schwimmer nicht aus eigener Kraft retten

Was ist, wenn Sie beobachten, dass Schwimmer gegen die Strömung im Meer ankämpfen? Bitte versuchen Sie nicht, Personen aus eigener Kraft zu retten und hinterher zu schwimmen. Das kann tragisch enden, wenn sich der Mitgerissene aus Panik an seinem Retter festhält und ihn so schlimmstenfalls unter Wasser zieht. Holen Sie stattdessen professionelle Hilfe, wie zum Beispiel Rettungsschwimmer, wählen Sie die Notrufnummer 112 oder werfen der mitgerissenen Person – wenn es möglich ist – einen Rettungsring oder eine Luftmatratze zu.

Dieser Hollywood-Star kam übrigens auch schonmal in die Situation: Wie Leonardo di Caprio zum Lebensretter wurde und jemanden vor dem Ertrinken rettete.

Übrigens sind nicht nur Strömungen gefährlich am Badeurlaub in Deutschlands Norden: Vorsicht, Bakterien! Wird das Baden in der Ostsee durch Vibrionen jetzt gefährlich?

Einige Strände werden von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gesichert. Bei jedem Badebesuch gilt: Schauen Sie auf die Flaggen am Strand. Flaggen hängen am Mast oder auf den Wachhäuschen. Eine gehisste rot-gelbe Flagge am Mast bedeutet, dass Rettungsschwimmer den Schwimmbereich im Blick haben. Eine gelbe Flagge am Wachhäuschen bedeutet, dass ältere oder ungeübte Schwimmer sowie Kinder nicht ins Wasser dürfen. Eine rote Flagge signalisiert schlechtes Wetter oder starke Strömung und bedeutet ein Badeverbot für alle Badegäste.

Wenn jemand in Not ist, zögern Sie nicht, den Notruf zu rufen:

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