27.01.2020

Vorsicht bei Minustemperaturen Handyakku macht bei Kälte schlapp? So schützen Sie Ihr Smartphone!

Kennen Sie das Phänomen? Im Winter bzw. bei Kälte entlädt sich der Smartphone-Akku schneller. Woran das liegt? An elektrochemischen Prozessen.

Foto: iStock/stevanovicigor

Kennen Sie das Phänomen? Im Winter bzw. bei Kälte entlädt sich der Smartphone-Akku schneller. Woran das liegt? An elektrochemischen Prozessen.

Plötzliche Spontanentladung während der Winterwanderung? Kann passieren. Schuld sind die in den meisten Smartphones verbauten Lithium-Ionen-Akkus. Und die mögen Kälte nicht besonders. Woran das liegt und wie Sie Ihr Smartphone schützen können.

Da will man eben ein Foto vom zugefrorenen See oder vom schneebedeckten Winterwald schießen und das Handy stürzt ab, will sich aufs Verrecken nicht mehr einschalten lassen? Das Problem kennen wohl viele von uns. Auch wenn der Winter in diesem Jahr auf sich warten lässt, fallen die Temperaturen vielerorts zumindest auf die Null-Grad-Grenze. Und selbst die macht so manchem Smartphone schon zu schaffen. Denn Smartphone-Akkus mögen keine Kälte.

Akku stirbt bei Kälte: Daher stürzen Handys im Winter öfter ab

Unsere Smartphones werden mit Akkus betrieben, und zwar sogenannten Lithium-Ionen-Akkus. Die wiederum reagieren äußerst empfindlich auf Temperaturen unter 0 °C. Und das liegt allein an einer chemischen Reaktion, die im Akku vonstatten läuft.

Ein Lithium-Ionen-Akku funktioniert so: Die elektrisch geladenen Lithium-Ionen sind für den Ladungsaustausch zwischen Minus- und Pluspol verantwortlich. Damit sie von Pol zu Pol gelangen können, ist die Zelle mit einer leitfähigen Elektrolytflüssigkeit gefüllt. Die jedoch wird zähflüssiger, je kälter es draußen ist. Die Ionen können sich daher nur langsam bewegen und so weniger Strom an das Handy übertragen, das diesen Strom aber ja zum Funktionieren benötigt – der Akku entlädt sich somit schneller. Damit das Handy keinen Schaden nimmt, schaltet es sich irgendwann einfach aus Selbstschutz ab, damit keine Tiefentladung des Akkus passiert.

Exkurs: Bei einer Tiefentladung wird der Akku nahezu komplett entladen, die Kapazität ist dann fast vollständig erschöpft. Das Handy kann den Akku aber nur bis zu einer Spannung von 3,7 Volt erkennen. Fällt die Spannung darunter, findet das Handy den Akku sozusagen nicht mehr und kann ihn damit auch nicht mehr laden. Denn der Ladeprozess wird vom Handy gesteuert. Meist kann man den Akku dann nur noch über ein externes Ladegerät aufladen. Gerade Lithium-Ionen-Akkus verzeihen eine Tiefentladung nicht immer. Sie können dauerhaft an Kapazität verlieren. Das kann sogar insofern gefährlich werden, als dass sich durch die Tiefentladung Kupferbrücken im Akku bilden, die einen Kurzschluss auslösen können. Der Akku erhitzt sich stark, kann sogar anfangen zu brennen. Aus diesem Grund besitzen heute alle neuen Akkus einen Tiefentladungs-Schutz.

Smartphone bei Kälte schützen: So geht's!

Damit Ihr Akku im Winter nicht einfach schlapp macht, gibt es ein paar Tipps, die die Laufzeit verlängern und vor Spontanentladung schützen. Dabei sollten Sie beachten, dass der optimale Temperaturbereich für Lithium-Ionen-Akkus zwischen 10 und 35 °C liegt.

  • Ist es draußen besonders kalt, sollten Sie Ihr Smartphone nur so kurz wie möglich der Außentemperatur aussetzen. Tragen Sie es sonst am besten nah am Körper.
  • Bewahren Sie Ihr Smartphone in einer Hülle auf. Am besten eignen sich Gummihüllen, da sie gut isolieren. Pluspunkt: Eine solche Hülle schützt das empfindliche Gerät auch bei Stürzen.
  • Trick: Wenn Sie draußen unterwegs sind und telefonieren müssen, schließen Sie Kopfhörer mit Mikrofon an, um darüber zu telefonieren. Das Gerät können Sie dann in der Tasche lassen.
  • Auch der Energiesparmodus kann helfen, den Akku am Leben zu halten. Nutzen Sie Ihr Handy bei Kälte nur in wichtigen Situationen.
  • War Ihr Smartphone lange Zeit kalten Temperaturen ausgesetzt und hat sich der Akku durch die Kälte bereits entladen, warten Sie zuhause eine Weile, bis Sie das Gerät wieder an den Strom anschließen. Denn durch schnelle Temperaturwechsel kann sich im Gerät bzw. am Anschluss Kondenswasser bilden. Wird dann Strom angeschlossen, können Kurzschlüsse und Schäden am Gerät entstehen.

Ein Ersatzakku (falls Sie diesen an Ihrem Smartphone wechseln können) oder eine Powerbank können für unterwegs Abhilfe schaffen, falls der Akku bei Kälte schlapp macht.

Lithium-Ionen-Akkus schaffen heute bis zu 3000 Ladezyklen, ohne an Kapazität einzubüßen. Damit das aber so bleibt, sollten Sie Ihre Akkus immer pfleglich behandeln. Wie Ihr Smartphone-Akku länger hält, hat auch Stiftung Warentest herausgefunden.

Weitere Tipps für den Haushalt sowie zu verschiedensten Lebenssituationen finden Sie auf unserer Themenseite.

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