15.10.2019

Jedes Kind kannte die Geräte Traurige Nachricht: Kettcar-Hersteller Kettler verkündet Aus

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Hersteller Kettler stellt den Betrieb ein: Neue Kettcars werden künftig nicht mehr produziert.

Foto: imago images / eyevisto

Hersteller Kettler stellt den Betrieb ein: Neue Kettcars werden künftig nicht mehr produziert.

Jeder ist als Kind wohl schon mal Kettcar gefahren. Doch jetzt stellt Kettler, der Hersteller des berühmten Tretautos, die Produktion ein.

Millionen Menschen sind mit einem Kettcar groß geworden. Das Freizeitgerät machte besonders Kindern viel Spaß – berühmt wurde es vor allem durch den siebenmaligen Formel-1-Fahrer Michael Schumacher, der auf dem Tretauto weit vor seiner beeindruckenden Karriere seine ersten Runden drehte.

Nun gibt es aber traurige Nachrichten. Kettcar-Hersteller Kettler muss nach jahrelangen Problemen die Fertigung einstellen. Das bedeutet das Aus für das berühmte Unternehmen.

Kettler war berühmt für das Kettcar

"Wir können die Produktion nicht weiterführen. Sie ist in der heutigen Struktur nicht mehr lebensfähig", sagte Rechtsanwalt Martin Lambrecht der Deutschen Presse-Agentur. Lambrecht berät Kettler bereits seit dem eingeleiteten Insolvenzverfahren im Juli dieses Jahres – es war der dritte Insolvenzantrag innerhalb der letzten vier Jahre.

Von den insgesamt 550 Mitarbeitern in Werl und Ense (NRW), die am Montag von der Geschäftsführung über die Schließung informiert wurden, werde man mit 144 noch weiterarbeiten, um die Produktion abzuwickeln, so Lambrecht. 400 Mitarbeiter wurden aber in dieser Woche bereits widerruflich freigestellt, weil das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Damit werden die deutschen Kettler-Werke 70 Jahre nach der Unternehmensgründung bald geschlossen.

15 Millionen verkaufte Exemplare

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg gründete Heinz Kettler das Unternehmen, das vor allem durch Freizeit- und Sportgeräte bekannt wurde. Das berühmte Kettcar hat sogar einen Eintrag im Duden als "mit Pedalen über eine Kette angetriebenes Kinderfahrzeug". Über 15 Millionen Exemplare wurden über die Jahrzehnte verkauft.

Doch die rosigen Kettler-Zeiten waren spätestens mit dem Tod des Firmengründers 2005 vorbei. Nur vier Jahre später baute Kettler hunderte Arbeitsplätze ab, ehe 2015 der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung folgte. Doch es gab ein Lebenszeichen des Unternehmens, als die Fahrradsparte verkauft und weitere 200 Mitarbeiter entlassen wurden.

"Kettler wie bisher wird es zukünftig nicht mehr geben"

2018 stellte Kettler schließlich einen zweiten Insolvenzantrag und wurde nur durch das kurzfristige Einsteigen des Investors "Lafayette" gerettet, der Kettler zur "Trendmarke" ausbauen wollte. Jetzt der dritte und womöglich entscheidende Insolvenzantrag. Zuletzt hat Tennis-Legende Boris Becker über die positive Seite seines Insolvenzverfahrens gesprochen.

Laut Rechtsanwalt Lambrecht könne der Name Kettler womöglich noch Bestand haben, die Produktion in Deutschland sei aber ausgeschlossen: "Ein Kettler wie bisher wird es zukünftig nicht mehr geben." Sehr schade – besonders für viele Eltern und Kinder.

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