08.10.2019

Mehr Freizeit dank Home-Office? Studie zur Work-Life-Balance: Deutschland auf Platz neun

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Viele Arbeitnehmer genießen es, ab und zu im Home-Office zu arbeiten. Gefährlich wird dieses Modell, wenn es zur Vereinsamung führt.

Foto: iStock/ RgStudio

Viele Arbeitnehmer genießen es, ab und zu im Home-Office zu arbeiten. Gefährlich wird dieses Modell, wenn es zur Vereinsamung führt.

40 Länder, eine Frage: Wie ist es um die Work-Life-Balance bestellt? Eine Studie der OECD sieht Deutschland in den Top Ten. Gewinner sind die Niederlande.

Beruf und Freizeit/Familie unter einen Hut zu bringen, ist manchmal gar nicht so leicht. Länder, in denen das besonders gut gelingt, landeten bei einer aktuellen Studie zur Work-Life-Balance, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt wurde, auf den vorderen Plätzen.

Wer nun denkt, dass die fleißigen Deutschen abgeschlagen auf den hinteren Plätzen rangieren, irrt. Mit einem neunten Platz ist es um die Work-Life-Balance in Deutschland gar nicht so schlecht bestellt. Am besten gelingt der Ausgleich zwischen Beruflichem und Privatem in den Niederlanden (Platz 1), Italien (Platz 2) und Dänemark (Platz 3).

Studie zu Work-Life-Balance – wichtigstes Merkmal: die Arbeitszeit

Entscheidend für den Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist die Arbeitszeit. Denn: Je mehr Zeit in die Arbeit investiert wird, desto weniger bleibt für die Erholung, die entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere geistige und körperliche Gesundheit hat.

In Deutschland arbeiten laut OECD-Studie circa vier Prozent der abhängig Beschäftigten 50 Stunden oder mehr pro Woche. In den Niederlanden sind es nur 0,4 Prozent, die so viel Zeit mit dem Job verbringen.

Dementsprechend bleiben für die Erholung in Deutschland pro Woche 15,6 Stunden. Diese werden mit der Erfüllung der Grundbedürfnisse (Essen, Schlafen etc.) verbracht und mit Freizeitaktivitäten (Treffen mit Freunden und Familie, Hobbys, Spiele, Computer, Fernsehen etc.).

Im OECD-Vergleich keine schlechte Quote, denn der Länder-Durchschnitt liegt bei 15 Stunden. Den Niederländern – an der Spitze des Rankings – stehen 16,1 Stunden pro Woche zur Verfügung, um sich vom Job zu erholen. Die Italiener verbringen 16,5 Stunden und die Dänen 15,9 Stunden mit Freizeit.

Auf den letzten Plätzen der Studie landen die Türkei, Mexiko und Kolumbien. Die Türkei hat mit 33 Prozent den weitaus größten Anteil an Arbeitskräften mit sehr langen Wochenarbeitszeiten (50 Stunden und mehr). Es folgen Mexiko mit nahezu 29 Prozent und Kolumbien mit 27 Prozent.

Welchen Einfluss hat Home-Office auf die Work-Life-Balance?

In den letzten Jahren wird in Bezug auf die Work-Life-Balance das Thema Home-Office verstärkt diskutiert. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern bereits die Chance, von zu Hause aus zu arbeiten. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können von diesem Arbeitsmodell profitieren: Lästige Fahrzeiten entfallen, so dass mehr Zeit für Familie und Freizeit bleibt. Studien zeigen, dass im Home-Office effektiver gearbeitet wird, da die Ablenkung durch die Kollegen wegfällt.

Der vermeintliche Vorteil wird jedoch zum Nachteil, wenn der fehlende Kontakt zu Kollegen zur Vereinsamung führt. Wie eine aktuelle Studie der AOK unter 2000 Beschäftigten zwischen 16 und 65 Jahren zeigt, kann das Arbeiten im Home-Office psychischen Belastungen wie Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und Schlafstörungen Vorschub leisten. 73,4 Prozent der häufig im Home-Office arbeitetenden Befragten gaben an, sich in den vergangenen zwölf Monaten erschöpft gefühlt zu haben. Das sagten nur 66 Prozent derjenigen, die im Büro arbeiteten.

Dass Arbeitnehmer die gesparte Fahrzeit eben doch nicht für die Erholung nutzen, liegt zum Beispiel daran, dass die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem schwerer fällt.

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Wer im Job gestresst ist, macht das alleine mit sich aus? Weit gefehlt. Eine Studie zeigt: Wer Stress im Job hat, steckt den Partner oft damit an. Nicht nur die Beziehung steht dann unter Beschuss, sogar die Gesundheit des Partners wird gefährdet!

Immer unter Strom, immer an der Belastungsgrenze – für viele ist das Alltag. Aber dauerhafter Stress kann zu schweren körperlichen Erkrankungen führen. Bei innerer Unruhe und Stress können auch Meditation oder Yoga helfen. Lesen Sie hier mehr dazu.

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