11.06.2019

Kampf gegen Plastik Aldi will für Gemüsetüten Geld verlangen

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Di, 11.06.2019, 10.49 Uhr

Aldi: Tüten für Obst und Gemüse wohl bald kostenpflichtig

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Verpacken Sie Ihr Gemüse auch immer in kleinen Plastiktüten? Der Discount-Riese Aldi will jetzt, dass die Kunden für diese Verpackung zahlen.

Es ist ein leidiges Thema, das aber immer mehr in den Fokus der Verbraucherinnen und Verbraucher gerät. Plastik ist beim Einkaufen kaum zu vermeiden – und birgt damit starke Gefahren für die Umwelt und vor allem die Weltmeere. Der Riese der Discount-Märkte will jetzt etwas gegen Plastikmüll unternehmen. Aldi sieht vor allem die kleinen Obst- und Gemüsetüten aus Plastik als Problem – und will nun, dass die Kunden für die dünnen Einweg-Beutel zahlen.

Aldi verlangt einen Cent pro Tüte aus Plastik

Die Summe ist dabei durchaus überschaubar. Pro Einkaufsbeutel, die eigentlich Knoten- bzw. Hemdchenbeutel heißen, möchte Aldi, dass man künftig einen Cent zahlt. Es handelt sich hier also eher um einen "symbolischen Beitrag" als um eine neue umfangreiche Einnahmequelle.

Warum die Discount-Kette das nun macht? Laut "Süddeutsche Zeitung" ist das die Strategie von Aldi Süd und Aldi Nord, um der Kritik am vielen Plastikmüll entgegenzuwirken. Weitere Details zu den kostenpflichtigen Einkaufstüten wollen die beiden Ketten im Laufe des Tages bekannt geben.

Die Idee könnte dem Bericht zufolge aus Italien stammen. Dort ist seit 2018 geregelt, dass Verbraucher im Supermarkt stets einen Cent pro Plastik-Tütchen zahlen müssen.

2018: 3 Milliarden Plastiktütchen verbraucht

Die Zahlen zum Plastikverbrauch sind unterdessen erschreckend: Alleine 2018 seien in Deutschland über drei Milliarden solcher kleinen Plastiktütchen verbraucht worden – das wären 37 pro Kopf! Immerhin weniger Verbrauch als noch im Jahr 2017, dafür mehr als in 2015 und 2016. Vier gute Gründe, um Plastik zu vermeiden, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Der Grund dafür? Seit Mitte 2016 muss man an der Kasse für Kunststoff-Einkaufstüten Geld zahlen, früher waren diese kostenlos. Einige Kunden haben deshalb vermehrt zu den kleinen Gemüsetüten gegriffen, denn die waren schließlich umsonst. Zumindest – bei Aldi – bis jetzt.

Bald nur noch Bioplastik?

"Wir würden uns freuen, wenn andere Händler mitziehen", wird Kristina Bell, verantwortlich bei Aldi Süd für Qualitätssicherung und nternehmensverantwortung, von der "Süddeutsche Zeitung" zitiert. Hier erfahren Sie, welche Supermärkte bereits etwas für die Umwelt tun.

Lesen Sie auch hier mehr über Edekas Pilotprojekt, Mehrwegdosen für Wurst und Käse zu testen.

Doch das Bezahlen für die Gemüsetüten ist nur der erste Schritt im Kampf gegen die Plastikflut. Demnach will Aldi ab dem Sommer die Beutel nur noch aus Bioplastik fertigen lassen und alternativ auch wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse anbieten.

Das sind erste Schritte, damit Aldi seine hochgesteckten Umwelt-Ziele erfüllt. Vergangenes Jahr kündigte die Discounter-Gruppe an, dass man bis zum Jahr 2025 bei den Verpackungen der Eigenmarken insgesamt 30 Prozent weniger Plastik verbrauchen wolle. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Weitere Haushaltstipps lesen Sie auf unserer Themenseite.

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