22.03.2019

Das ist erlaubt und das nicht! Frühlingsspaziergang im Grünen: Diese Regeln gelten im Wald

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Waldspaziergänge sind traumhaft und gesund. Diese Regeln gelten allerdings im Wald.

Foto: iStock/vvvita

Waldspaziergänge sind traumhaft und gesund. Diese Regeln gelten allerdings im Wald.

Frühlingszeit ist Waldspaziergangszeit. Doch für Besucher gelten auch einige Regeln. Das dürfen Sie im Wald tun und das nicht!

Frische Luft, der Geruch nach feuchter Rinde, schöne Aussichten, Ruhe und Abgeschiedenheit: Waldspaziergänge machen glücklich, stärken das Immunsystem und helfen beim Stressabbau. Laut Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände gibt es in Deutschland rund elf Millionen Hektar Wald – das ist fast ein Drittel der Landesfläche. Davon ist knapp die Hälfte Privatwald, 29 Prozent gehören den Ländern, 19 Prozent Körperschaften und 4 Prozent dem Bund. Das waldreichste Bundesland ist Hessen. Diese Regeln sollten Sie beim Spaziergang im Wald beachten.

Freier Zutritt, aber auf eigene Gefahr: Diese Regeln gelten im Wald

Der Wald ist für alle da, daher ist er auch nicht eingezäunt. Laut Bundeswaldgesetz darf jeder einen Wald betreten. "Freier Zutritt auf eigene Gefahr" ist die Prämisse, doch es gibt auch einige Verhaltensregeln für Besucher. In Deutschland verboten ist zum Beispiel, im Wald zu zelten. Der Bund Deutscher Forstleute empfiehlt allgemein „der Natur ihren Raum zu lassen“. Das bedeutet konkret, dass man auf den Wegen bleiben und zur Dämmerung den Wald verlassen soll. Darüberhinaus wird empfohlen, beim Sammeln von Beeren und Pilzen nicht in jedes Dickicht einzudringen.

Wandern, Joggen, Spazierengehen

Fußgänger dürfen sich im Wald frei bewegen, auch abseits befestigter Waldwege. Allerdings sollten sie Hinweis- und Warnschilder beachten, etwa bei Forstarbeiten. Achtung: Durch herabfallende Äste und Bäume kann ein Waldspaziergang während und nach schweren Stürmen gefährlich sein.

Das Radfahren im Wald ist regional geregelt

Auch Radfahrer und Mountainbiker dürfen den Wald befahren, allerdings dürfen sie nicht zwischen den Bäumen, sondern nur auf Wegen fahren, so der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Auf welchen Wegen genau, das regeln die Landeswaldgesetze unterschiedlich. Nordrhein-Westfalen erlaubt den Radverkehr auf "festen", Bayern auf "geeigneten" Wegen. In anderen Bundesländern gilt eine "Zwei-Meter-Regelung", nach der schmalere Pfade generell ausgenommen sind.

Diese Regeln gelten im Wald: Nicht zu viele Beeren und Pilze sammeln

Was wäre ein Waldspaziergang ohne leckere Brombeeren und Himbeeren vom Wegesrand? Pilze und Beeren im Wald dürfen in Deutschland zwar geerntet werden, aber nur in Maßen. Die Artenschutzverordnung gestattet „geringe Mengen für den eigenen Bedarf“, Amtliche Behörden gestatten in vielen Regionen ein Kilo pro Person. Blumenfans dürfen ein florales Andenken mit nach Hause nehmen, allerdings nur einen „Handstrauß“ pflücken. Am Boden liegende Äste und Rinden dürfen für den eigenen Gebrauch mitgenommen werden. Das Ausgraben und Beschädigen von Pflanzen ist dagegen streng verboten.

Hunde: In der Regel an die Leine

Geregelt ist eigentlich auch das ewige Streitthema zwischen Hundebesitzern und denen, die Probleme mit diesen Vierbeinern haben. Der Hund soll im Wald mal richtig herumtoben dürfen? In den meisten Fällen ist das nicht erlaubt und Hunde müssen auch im Wald an die Leine. Frei laufen dürfen sie dagegen in Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, vorausgesetzt der Besitzer kann sein Tier mit Rufen kontrollieren. In Nordrhein-Westfalen gilt diese Regel nur für den Spaziergang auf Wegen.

Jagen: Erlaubt nur mit Jagdschein

Die Jagd ist streng reglementiert, so der Deutsche Jagdverband. Da das Jagdrecht an Eigentum gebunden ist, dürfen Waldeigentümer ab einer Fläche von 75 Hektar in ihrem Wald jagen. Wer dagegen kein eigenes Waldstück besitzt, darf eine Jagd vom Eigentümer oder einer Jagdgenossenschaft pachten. Dafür benötigt er aber in jedem Fall einen Jagdschein.

Die meisten Regeln basieren auf gesundem Menschenverstand und gelten nicht nur im Wald. Hier die wichtigsten Alltags-Regeln in der Übersicht.

  • Verhalten Sie sich ruhig und rücksichtsvoll.
  • Schützen Sie Tiere und stören Sie sie nicht.
  • Schützen Sie die Pflanzen und zerstören Sie sie nicht.
  • Fahren und reiten Sie nur auf Wegen, und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den schwächeren "Verkehrsteilnehmern" an.
  • Schonen Sie die Waldwege.
  • Halten Sie den Wald sauber und hinterlassen Sie keinen Müll.
  • Verhindern Sie Waldbrände, machen Sie kein Feuer und rauchen Sie nicht im Wald.
  • Halten Sie Ihren Hund nahe bei sich oder an der Leine.
  • Beachten Sie Hinweisschilder und Absperrungen z.B. der Forstverwaltung.
  • Beachten Sie die Betretungsregelungen in Schutzgebieten.
  • Steigen Sie nicht auf Hochsitze.

Diese Regeln gelten im Wald. Was Sie bei Waldspaziergängen auch noch wissen sollten? Mit milden Temperaturen startet die Zeckensaison Wer diese Regeln beachtet, kann den Wald in vollen Zügen genießen. Wussten Sie eigentlich, dass Spazieren gehen Ihr Herz schützt? Lesen Sie hier wo sich der Mensch noch am besten erholen kann.

Weitere Tipps finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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