29.11.2019

Kettenbriefe: Gefährlich? Vorsicht bei WhatsApp: Kennen Sie das Weihnachtsmann-Rätsel?

Auch zu Weihnachten wieder: Kettenbriefe sind bei WhatsApp beliebt. Aktuell kursiert ein Bild mit einem Weihnachtsmann über den Messenger. Was dahinter steckt.

Foto: imago, iStock (Collage BILD der FRAU)

Auch zu Weihnachten wieder: Kettenbriefe sind bei WhatsApp beliebt. Aktuell kursiert ein Bild mit einem Weihnachtsmann über den Messenger. Was dahinter steckt.

Haben Sie sich auch schon gewundert, warum auf den Profilbildern Ihrer WhatsApp-Kontakte derzeit vermehrt Weihnachtsmänner auftauchen? Was dahinter steckt und warum Sie hier zumindest vorsichtig sein sollten.

Kettenbriefe bei WhatsApp sind ja mittlerweile gang und gäbe – manchmal zugegeben nervig, manchmal tatsächlich sehr schön und in vielen Fällen harmlos. Aber eben nicht immer. Auch Betrugsmaschen können dahinter stecken.

Aktuell kursiert ein Weihnachts-Kettenbrief bei WhatsApp mit einem Rätsel unter den Nutzern: Wer das Rätsel nicht lösen kann, soll als "Strafe" ein Bild von einem "dabbenden" Weihnachtsmann, der sich einen Arm vors Gesicht hält und den zweiten zur Seite streckt, als Profilbild setzen.

Weihnachts-Kettenbrief bei Whatsapp: Rätsel schürt nicht nur Diskussionen ums Ergebnis

Das Rätsel hat es tatsächlich in sich, denn man muss ein bisschen um die Ecke denken – und das hat bereits zu hitzigen Diskussionen auf anderen Kanälen geführt. Genau heißt es:

  • "Ein Spielchen für Dich. Du kommst in ein Zimmer. Auf dem Bett liegen 2 Hunde und 3 Katzen. Der Weihnachtsmann, ein Esel und 5 Rentiere stehen da auch rum. 3 Tauben und eine kleine Ente fliegen durch die Gegend... so! Wie viele Füße stehen im Zimmer?"

So weit, so gut. Genau lesen, heißt es hier – aber was ist zum Beispiel mit der Person, die ins Zimmer kommt? Zählt die mit dazu?

Aber nicht nur des Rätsels Lösung erhitzt die Gemüter. Wie die Seite "Mimikama.de" berichtet, die Falschmeldungen im Internet auf den Grund geht, melden sich auch vermehrt User, die sich fragen, ob nicht gar eine Betrugsmasche hinter dem WhatsApp-Kettenbrief stecke.

Verstoßen Nutzer gegen das Urheberrecht?

Denn das Weihnachtsmann-Bild, das die Nutzer, die das Rätsel falsch beantworten, als Profilbild einstellen sollen, ist urheberrechtlich geschützt – und viele fragen sich nun, ob dieses nicht absichtlich mit dem Rätsel in Umlauf gebracht wurde, um später wegen unzulässiger Nutzung Klagen wegen Urheberrechtsverletzung herauszuschicken. Denn mit Urheberrechtsansprüchen lässt sich eine Menge Geld herausschlagen.

Auch dazu wurde eine Warnung per WhatsApp herausgeschickt, die sich nach dem Schneeballprinzip, also wie ein Kettenbrief, verbreitet hat:

  • "Hallo Leute! Entfernt das Nikolaus-Profilbild. Das Bild ist urheberrechtlich geschützt ist anscheinend eine Mache um Geld zu kassieren."

Auch hier weiß man nicht, von wem die Nachricht ursprünglich kommt.

Allerdings gibt es bisher keine Berichte über Klagen – daher handelt es sich hier erst einmal um reine Spekulation. Außerdem ist es recht schwierig, einzelne Nutzer zu identifizieren, die das Bild als Profilbild nutzen.

Dennoch – bevor man nicht genau sagen kann, ob die Nutzung des Bildes rechtliche Auswirkungen hat und die Urheberrechtsfrage nicht hundertprozentig geklärt ist, sollten Sie besser darauf verzichten, den Kettenbrief weiter zu verbreiten und das Bild zu nutzen. Zudem gibt es bei WhatsApp jetzt auch Sticker, die frei genutzt werden können – und bei denen Ihnen garantiert keine Klage droht.

Kettenbriefe verunsichern Nutzer immer wieder – manches Mal aus gutem Grund

Dieser Fall zeigt aber einmal mehr, wie verunsichernd WhatsApp-Kettenbriefe sein können – auch, wenn sie im ersten Moment witzig klingen und mit lustigen Fotos wie dem des Weihnachtsmannes locken. Denn manchmal stecken tatsächlich Betrugsmaschen dahinter, wie ein Fall zeigte, bei dem ein Milka-Präsentkorb versprochen wurde, aber die Initiatoren eigentlich nur Nutzerdaten sammeln wollen. Die lassen sich nämlich auch richtig gut zu Geld machen.

Mimikama berichtet, dass es bereits 2014 und 2016 zu ähnlichen Fällen gekommen ist, in denen Nutzer ihr Profilbild in ein bestimmtes, mitgeschicktes Bild ändern sollten – und auch hier gab es Warnungen bezüglich des Urheberrechtes. Die Seite zitiert dazu die Rechtsanwälte von gulden röttger rechtsanwälte:

  • "Bei fremden Werken muss immer von einem urheberrechtlichen Schutz ausgegangen werden. Auch das Bild „Puschelmonster“ genießt sicherlich urheberrechtlichen Schutz. Grundsätzlich dürfen fremde Bilder, Videos, oder sonstige geschützte Werke nicht ohne die Zustimmung des Rechteinhabers öffentlich zugänglich gemacht oder verbreitet werden."

Wer ein Foto oder Bild für eigene Zwecke verwenden möchte, sollte sich also immer über das Urheberrecht informieren – das steht normalerweise als "Credit-Angabe" am Bild. Suchen Sie selbst Bilder, können Sie aber beispielsweise auf einer Plattform wie Pixabay nachschauen – dort sind in der Regel Bilder zur freien Nutzung ohne Quellenangabe zu finden.

Wie schützt man sich vor gefährlichen Kettenbriefen?

Ein erster Anhaltspunkt, sich vor gefährlichen Kettenbriefen – ob per WhatsApp oder auch per Mail – sowie sogenanntem "Phishing", also dem Abgreifen von Daten, die man aus Unwissenheit auf einer vertraulich aussehenden Seite preisgibt, zu schützen, ist es, sich die Nachricht und auch die Absender genau anzusehen. Gibt es Rechtschreib- oder Tippfehler? Denn Urteile zu WhatsApp gab es in der Vergangenheit, beispielsweise aufgrund automatischer Datenübermittlung.

Und ganz wichtig: Klicken Sie niemals einfach auf mitgeschickte Links, deren Ursprung Sie nicht zurückverfolgen können! Im Zweifel einfach nochmal beim Absender nachfragen.

Wie Sie sich sonst noch vor Betrugsmaschen, ob im Internet, am Telefon oder sogar an der Haustür, schützen können, verraten wir Ihnen auch. Und in Rechtsfragen unterstützt Sie unsere Themenseite Ratgeber Recht.

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