03.09.2018

Verwandschaft finden Ahnenforschung leicht gemacht: So finden Sie Ihre Ahnen

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Wer heutzutage mehr über seine Vorfahren erfahren möchte, dem wird die Ahnenforschung leicht gemacht. Wir haben für Sie alle wichtigen Fakten zusammengestellt.

Foto: iStock/PeopleImages

Wer heutzutage mehr über seine Vorfahren erfahren möchte, dem wird die Ahnenforschung leicht gemacht. Wir haben für Sie alle wichtigen Fakten zusammengestellt.

Wer sich für seine Wurzeln interessiert, interessiert sich für die Familie. Dank moderner Tools wird Ihnen die Ahnenforschung leichter gemacht denn je.

Das alte Fotoalbum der Familie war schon im Besitz der Großmutter und weckt noch immer nostalgische Erinnerungen. Die Seiten sind schon leicht vergilbt, aber das Interesse an den Menschen auf den Bildern ist lebendiger denn je. Wer sind diese Leute, wie genau sieht die Verwandtschaft mit ihnen aus? Woher kommen Sie und gibt es noch andere Familienmitglieder da draußen? Heute wird einem glücklicherweise die Ahnenforschung leicht gemacht. Aber wo beginnt man mit der Suche nach den eigenen Vorfahren?

Ahnenforschung leicht gemacht, aber mit System

Eine gute Suche ist stets strukturiert. Ehe die Ahnenforschung beginnt, empfiehlt sich daher, einige Ordner – ob nun in klassisch physischer Form oder auf dem Computer – anzulegen; am besten nach Familien und deren Mitgliedern sortiert. Dann beginnt die Suche im eigenen Umkreis. Die Eltern wissen sicherlich einiges, und besitzen vielleicht gar noch Urkunden und Zeugnisse der Groß- und Urgroßeltern. Vielleicht gibt es sogar einen Ahnenpass, der während des NS-Regimes auch "Ariernachweis" genannt wurde? Gibt es eigentlich noch entfernte Verwandte, die in anderen Teilen der Welt leben? Diese Erstinformationen bereiten den Weg für die weitere Ahnenforschung und werden daher am besten systematisch zusammengetragen und abgelegt.

Es müssen übrigens nicht nur knallharte Fakten sein. Auch spannende und interessante Geschichten über die bekannten Familienmitglieder können dabei helfen, ein vollständiges Bild über den Werdegang der eigenen Familie zu bekommen.

Ahnenforschung offiziell: Diese Rolle spielen die Behörden

Sind die ersten Informationen aus dem Familienkreis zusammengetragen, können sich Hobby-Ahnenforscher zu den Behörden wagen, um tiefer in die Familiengeschichte einzudringen. Eine gute Anlaufstelle sind dabei die seit 1874 existierenden Standesämter. Diese führen komplette Personenverzeichnisse mit Geburts-, Heirats- und Sterbebüchern. Mit den im privaten Umkreis erhaltenen Informationen können Sie beim Standesamt nun weitere Forschungen anstellen.

Kleine Hürde: Die Unterlagen des Standesamtes sind nicht öffentlich zugänglich, und eine Einsicht wird nur bei "berechtigtem Interesse" gewährt. Zwar gilt die Erforschung des eigenen Stammbaums durchaus als "berechtigtes Interesse" – zusätzlich ist aber nachzuweisen, dass eine Verwandtschaft mit der Person besteht, über die Informationen erhalten werden sollen. Dies kann zum Teufelskreis werden: Soll gerade via Standesamt herausgefunden werden, ob der entfernte Onkel denn nun wirklich ein Onkel ist, fällt der Nachweis unter Umständen schwer.

Eine Stufe höher: Ahnenforschung über die Kirche

Ob es nun am Nachweis mangelt oder ob die Person, zu der im Rahmen der Ahnenforschung Informationen gesammelt werden sollen, vor 1874 geboren wurde: Die Kirche ist ebenfalls ein gut geeigneter Anlaufpunkt für die Ahnenforschung und macht es einem leicht, Einblicke zu erhalten.

Wer Informationen zu eventuellen Verwandten vor der Entstehung der Standesämter benötigt, wird in den Kirchenbüchern der meisten Gemeinden fündig. Auch Kirchenbücher haben ein Verfallsdatum – vor 1648, dem Jahr in dem der Dreißigjährige Krieg endete, wurden Kirchenbücher nicht immer geführt, und oft nicht lückenlos. In katholischen Gegenden Europas lassen sich mitunter aber auch vor dem Jahr 1648 Infos herausfinden.

Um hier Einlass zu finden, wird sich idealerweise beim örtlich zuständigen Pfarramt hinsichtlich der Existenz des Kirchenbuchs und dessen Alter informiert sowie wann dieses eingesehen werden kann und ob es gar eine Person im Pfarramt gibt, die bei der Suche behilflich sein kann. Eine sogenannte Ortschronik kann auch im Falle eines nicht hilfreichen Kirchenbuchs wertvolle Erkenntnisse zu Tage fördern.

Natürlich ist zu beachten, dass sich Personen, die nicht mit der Kirche in Kontakt standen, auf diesem Weg etwas schwerer finden lassen. Im Kirchenbuch sind vornehmlich Taufen, Trauungen und Beerdigungen festgehalten.

Bei (wieder-)gefundenen Verwandten wird oft auch neu übers Erbe nachgedacht. Lesen Sie daher in unseren Ratgebern, wie Sie richtig erben bzw. vererben und was Sie gegen Erbschleicherei tun können.

Ahnenforschung digital: So helfen Genealogie-Programme bei der Suche

Natürlich – im digitalen Zeitalter wird einem auch die Ahnenforschung leichter gemacht, vor allem der private Bereich ist nicht vom Fortschritt ausgeschlossen. Zahllose Anbieter führen Websites mit allerlei Programmen, vor allem aber ausgedehnten Datenbanken, für die Suche ins Feld. Manche dieser Anbieter erheben Kosten für ihre Dienste, die sich von kleinen Beiträgen ab 5 Euro auf bis zu mehrere hundert Euro belaufen können.

Auf den entsprechenden Seiten beginnen Forschende im Regelfall mit dem Namen der bekannten Vorfahren und geben alle ihnen bekannten Daten ein. Da dies von einer großen Community ebenfalls so gehandhabt wird, sammeln sich riesige Datenbestände, die von spezifischen Algorithmen durchsucht und indiziert werden. So werden "Treffer" schnell ausfindig gemacht und nicht wenige Ahnenforscher freuen sich über bis dahin völlig unbekannte verwandtschaftliche Beziehungen, die im Rahmen der Suche auftauchen und nicht selten lebende Verwandte aus anderen Teilen der Erde offenbaren.

Ob Forschung im privaten Umfeld, per Standesamt, Kirche oder Genealogie-Website: Im 21. Jahrhundert wird Ihnen die Ahnenforschung leichter gemacht denn je. Die Suche nach den Vorfahren ist ein Hobby, das mit ein wenig Einsatz und Struktur erstaunliche Ergebnisse zutage fördern kann. Und wenn das Fotoalbum der Großmutter das nächste Mal aus dem Schrank geholt wird, weiß man schon um so vieles mehr über die lachenden Personen auf den vergilbten Fotos und somit auch mehr über sich selbst und die eigene Familie. Und wer weiß – vielleicht sitzt ein vor Kurzem noch unbekanntes Familienmitglied mit am Tisch und freut sich über die Familiengeschichten, die einerseits Vergangenheit sind, und andererseits doch Teil der Zukunft.

Ihnen haben unsere Tipps für die Ahnenforschung gefallen? Mit unseren vielseitigen Ratgebern zum Recht beraten wir Sie gerne weiter zu verschiedenen Themen.

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