04.05.2017 - 11:49

Geht's noch? Einhorn-Bratwurst: Ein Trend geht in die nächste Runde

Foto: iStock/bulentgultek

Einhörner, wohin man dieser Tage auch blickt. Nur an einem Ort haben wir die bunten Ponys auf keinen Fall erwartet: Im Kühlregal vom Supermarkt.

Wenn etwas im Trend liegt, dann liegt es eben im Trend. Einst waren es niedliche Eulen – heutzutage sind es quietschbunte Einhörner, die die Massen verzücken. Diese Information scheint nun wirklich in allen Bereichen angekommen zu sein. Einige Supermärkte verkaufen Einhorn-Toilettenpapier mit Zuckerwatte-Duft, Drogerien setzen auf Duschgel mit den farbenfrohen Ponys, und auch Einhorn-Schokolade stand bereits in den Regalen.

>>Wie Tiere zum Trend werden - Einhörner statt Eulen

Nun also der nächste Streich – und zwar in einem Bereich, der einen nicht unbedingt zuerst an Einhörner denken lässt: Grillwürstchen. Ein Fleischfabrikant aus Mecklenburg-Vorpommern hat passend zur Grillsaison tatsächlich Einhorn-Bratwürste in zartem Rosa auf den Markt gebracht. Auf dem Etikett erbricht ein pinkhaariges Pferdchen einen Regenbogen. Ein Vorbote auf den Geschmack der rosafarbenen Würste? Oder nachvollziehbare Reaktion auf Einhorn-Kannibalismus? So genau wollen wir es eigentlich gar nicht wissen.

Facebook-User ‚zerfleischen‘ rosa Würstchen

Selbstredend, dass die sozialen Medien längst auf diese Produktneuheit aufmerksam geworden sind. Beim Fleischfabrikant selbst hält sich die Aufmerksamkeit noch in Grenzen, doch auf Seiten wie „Mädels Momente“ wird leidenschaftlich über die Einhorn-Würstchen diskutiert – wobei der Tenor eher negativ ausfällt. „Wer will sowas essen?“, monierte eine Userin, die scheinbar keine Lust mehr auf den bunten Glitzer-Trend hat. „Langsam reicht es wirklich mit dem ganzen Einhornzeug.“ Und mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da.

Aber es gibt ohnehin nicht viele potentielle Käufer, die in den Genuss der skurrilen Grillspezialität kommen dürften. Bislang werden die Würste nur in Filialen des Sonderposten-Markts „Jawoll“ verkauft – und den wiederum gibt es nur in Mülheim, Neuss und Dortmund.

Sexismus am Grill?

Übrigens: Die Einhorn-Bratwurst ist nicht der einzige „Geniestreich“ des Herstellers. Neu im Sortiment sind auch die normal gefärbte Kerle-Bratwurst (mit einem Bier auf dem Etikett) sowie eine Lady-Bratwurst, die – man kann es kaum glauben – in noch grellerem Pink erscheint als die Einhorn-Wurst. Interessantes Geschlechterbild, das das Fleischerei-Unternehmen da an den Tag legt.

Wie man das findet, das bleibt am Ende wohl jedem selbst überlassen. Wir vertreten zumindest die Meinung: Sexismus am Grill ist völlig fehl am Platz! Sei es in Form von pinkfarbenen Würsten oder in Sachen Aufgabenverteilung. Denn – seien wir mal ehrlich: Die meiste Arbeit beim Grillabend haben am Ende die Damen. Sie marinieren, konstruieren Spieße, formen Hackbällchen, machen Salate und Beilagen – während die Herren der Schöpfung kaum mehr zu tun haben, als Würste und Fleisch von einer Seite auf die andere zu drehen. Von wegen, Herren sind die wahren Grillmeister!

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